Aero Chronik

Dubai zeigt, wie veraltet BBI jetzt schon scheint

A radar tower at London Heathrow Airport
Image via Wikipedia

Dubai baut den größten Flughafen der Welt

Sechs Landebahnen, Flughafengebäude größer als London-Heathrow oder Frankfurt, eine Kapazität für 160 Millionen Passagiere. Ab 2018 baut Dubai den größten Flughafen der Welt – bis dahin wird der „alte“ ausgebaut und der arabische Raum zum Drehkreuz der Luftfahrt.

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Diskussionen

6 Gedanken zu “Dubai zeigt, wie veraltet BBI jetzt schon scheint

  1. Wenn ich schon warten muss, dann ev etwas shoppen, oK. Aber: Mein Zweck einen Airport anzusteuern, ist schnell zu einem anderen Ort zu kommen. Hier ist Tegel perfekt, mit der schnellste Airport der Welt: 15 Minuten vom Zentrum zum Flughafen, 80 Meter unter dem Gate parken, vom Auto zur Bordkartenkontrolle 3 Minuten, Security direkt, weitere 40 Meter ins Flugzeug! Geht es schneller? Im innerdeutschen Verkehr sind so Halbtagestermine schaffbar. Mit Schönefeld nicht mehr! Die Produktivität der Führungskräfte sinkt um 100% und die weitere Abwanderung hochwertiger Arbeitsplätze vorprogrammiert.
    Wenn Berlin nur noch Touristen mit viel Freizeit will ist das fein.
    Grüße

    Verfasst von Kai | 28. Juli 2011, 15:24
  2. Was BER braucht ist eine gute, hochfrequente und schnelle Cityanbindung. Leider ist dafür die Bahn verantwortlich. Da sehe ich eher schwarz. Auch die Erreichbarkeit von Tegel war und ist ja nicht gerade optimal, denn außer mit dem Taxi (auch über nur eine Brücke) gab es ja wohl kaum Bestnoten. Das mit dem Taxi wird natürlich für viele Gäste in BER weniger optimal laufen, zumal immer mehr 30er Zonen, Fahrradwege und Rückbau von Fahrspuren in den Köpfen der Berliner „Verkehrsexperten“ herumgeistern. Die Stadtautobahn mit 2-3 Fahrspuren wird sich auch sehr bald als Engpaß erweisen. Baustellen werden dann zur Beinahekatastrophe.
    Das wahre Plus für BER ist der Gleisanschluß, nur den betreibt bislang die DB, zumal als Kopfbahnhof wie in BRU.
    Die großen Shoppingcenter und Restaurantketten mit angeschlossenen Runways haben natürlich ihre Vor- und Nachteile. Bei Verspätungen, Umbuchungen auf spätere Flüge etc. tragen sie natürlich zur Kurzweil der Fluggäste bei, während sie im pünktlichen, hart ge-time’ten Alltag fast immer Probleme schaffen. Vor allem jeder Long Range oder Charter Kapitän kann ein Lied davon singen, wenn zur Boarding Zeit immer noch eine Handvoll Passagiere gesucht werden müssen, der Slot verloren geht oder gar umfangreiches Gepäck gesucht und ausgeladen werden muß, weil sich irgendso ein Trottel in der Shoppingworld „vergessen“ hat oder nach Kommasaufen in der Bierbar in der Ecke eingeschlafen ist. Mit dazu beiträgt auch das erforderliche frühe Erscheinen wegen der Sicherhaitskontrollen, die ja sonst oft zum eigentlichen Nadelöhr werden.
    Ob das nun alles in BER besser laufen wird, bezweifle ich stark, denn da haben sich schon ganz andere Experten die Zähne dran ausgebissen und die größte Leidenschaft kann ich in Berlin bislang auch nicht entdecken. Aber etwas Kredit müssen wir der ganzen Sache wohl erst einmal geben und dann sehen wir weiter.

    Verfasst von Gerd | 27. Juli 2011, 10:16
  3. Eine solche Verlautbarung reizt geradezu zu einem Kommentar, aber da ist es schwer objektiv zu bleiben. Es sind dabei sehr viele verschiedene Aspekte zu beleuchten.
    Als Vorbemerkung muß man vielleicht darauf hinweisen, dass Dubai nur etwa 2 Millionen Einwohner hat, was zugleich etwa 85% der Gesamtbevölkerung der UAE ausmacht. Für viele davon sind Flugreisen unerschwinglich. DXB schafft sein Potential also alleinig aus seiner internationalen Lage. Fast jeder Punkt der Erde ist von DXB aus non-stop zu erreichen. (Kann man von BER leider nicht sagen), dennoch ist das Fluggastaufkommen momentan nur etwa doppelt so hoch wie in Berlin.
    Auch Berlin könnte theoretisch ein West-Ost Drehkreuz sein, nur ist der geringe Unterschied zu den etablierten Flughäfen von Frankfurt, Amsterdam und München (<300NM), ja selbst Paris und London bei der heutigen Langstreckenfähigkeit des entsprechenden Fluggerätes (A-380, B777, B-747, A-340) nur noch marginal und bei Destinationen in Südostasien, Australien oder gar Amerika hört die non-stop Erreichbarkeit soundso auf. Da genau kommt dann DXB ist Spiel.
    Also erster nicht vergleichbarer Vorteil ist die Lage und das wissen die Macher dort wie hier nur zu gut.
    Zweiter Punkt ist die verfügbare Fläche. Wie auch meist in den USA befinden sich auch in DXB die UAE hier im Vergleich zu Europa in einem großen Vorteil, obwohl ja in BER eine Erweiterung nach Südosten bis zum Berliner Autobahnring auch noch durchaus denkbar wäre.

    Aber wesentlich entscheidenender sind hier zwei andere Aspekte:
    Der visionäre zukunftsorientierte Investitionswille und das vorhandene juristische Konstrukt der Entwicklungsumgebung.
    Dadurch verkehren sich schnell die Bedingungen. Dubai wird zum fetten Mutterboden und Berlin (Deutschland, Europa) zur kargen Sandwüste. Wer hier also letztendlich selbstgefangen eingeschnürrt wird und wer aufstreben wird, müßte eigentlich jedem klar werden. Nur hilft selbst die klare Erkenntnis in derart starren und bürokratischen Strukturem nicht weiter. Und der Wasserkopf wächst und wächst. Kurze Entscheidungswege im öffentlichen Bereich sind schon heute Geschichte, effiziente Planungen und Ausführungen mehr Wunsch als Realität.
    Nein, Berlin wird vorerst zumindest keine wesentliche Rolle im internationalen Luftverkehr spielen, dafür wollen ja auch die Gemeindevorstände von Königs Wusterhausen sorgen und da faßt man sich doch an den Kopf. Dass der neue Flughafen in Dubai moderner wird als BER ist doch nur verständlich und angesichts der anderen Tatsachen und Umstände auch völlig belanglos. BER muß wie Berlin selbst seine eigene Rolle definieren und damit leben lernen. Ob das gut wird oder nicht, wird uns erst die Zukunft lange nach Merkel und Wowereit zeigen.

    Be safe up there, Gerd

    Verfasst von Gerd | 18. Juli 2011, 10:28
    • wir hier in Berlin kämpfen gegen Politiker, die Nichts, aber auch gar Nichts von der Sache verstehen. Die machen hier 2 Flughäfen zu und haben dann nur noch einen mit ZWEI Bahnen. Und das für ein Einzugsgebiet Berlin mit ca. 4Mio Einwohnern. Auch der Hinweis,
      dass man in München eine dritte Bahn baut http://www.muc-ausbau.de/gruende/index.html imponiert hier im Berliner Senat kaum einen.. keine Ahnung, eine Laienspielgruppe allererster Güte. Selbstverständlich sitzen überall „Verkehrsexperten“, nicht nur im Senat, sondern auch bei der Presse..grauenvoll, die ganze Welt lacht über die doofen Berliner.
      Wolfgang

      Verfasst von Wolfgang | 18. Juli 2011, 18:52
      • lieber zwei „richtige“ bahnen an einem modernen airport als zwei marode airports wie tempelhof oder tegel. meine geschäftspartner wundern sich immer über den mangelnden komfort in tegel. zu einem modernen airport gehören heutzutage nun mal auch großzügige einkaufsflächen, ob es ihnen passt oder nicht. wenn ein flugzeug verspätung hat in tegel ist das warten im check-in-bereich eine zumutung. das ist die realität. ob drehkreuz oder nicht ist in diesem zusammenhang völlig unwichtig.

        Verfasst von Patrick Santer | 22. Juli 2011, 13:55
      • Es wird wohl immer zwei Parteien geben
        – die einem Einkaufszentrum mit Landebahn zustimmen und
        – die morgens um 6:00Uhr es genissen, eine Stunde länger zu schlafen, weil es von der Bettkante bis zur Sitzreihe 1C nur knapp 50min. dauert.

        Der inerrdeutsche Pendler wird Tegel schwer vermissen und den neuen BER immer mit München vergleichen, wo ein schnelles Einsteigen (auch ohne Geschäfte) bei AirBerlin trotz Großflughafen möglich ist. So wie die Pläne von BER aussehen, ist es dort anders geplant.
        Der Geschäftspartner, der Tourist u.A. die mal nach Berlin kommen oder dort umsteigen, werden von der Erlebniswelt Flughafen sicherlich begeistert sein.
        Für mich steht fest: der Gewinner ist die Bahn: 4h Berlin – Frankfurt (jew Stadtmitte) wird mit BER nicht mehr drin sein, mit der Bahn schon. Somit ist der neue Flughafen zumindest umweltfreundlich!

        Laßt un den ersten großen Schnee abwarten und sehen was passiert, wenn von 200 Flügen 50 gestrichen und weitere 50 in Leipzig landen – ich sehe schon die BILD und BZ im Einklang – das wird ein nettes Geschrei nach einem zweiten noch so schlechten Flughafen werden!

        Verfasst von Botschafter | 23. Juli 2011, 13:05
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