Aero Chronik

Pilotentipp: Auf die Dichtehöhe achten!

Als kleiner Tipp fürs Wochenende: Bitte beachtet immer, dass im Sommer andere Regeln gelten wie zur kalten Jahreszeit. Denkt bei voller Ladung an die Dichtehöhe!

Starts können ansonsten die Anwohner ärgern…“CHECK YOUR DENSITY ALTITUDE!“

Grafik nach Näherungsformel (Quelle: Fausformel.de)

„Dichtehöhe = Druckhöhe + 120 ft / Temperaturbweichung zur Standartatmosphäre“

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LBA Flugsicherheitmitteilung (Ergänzung)

Hinweis 03-75

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Diskussionen

6 Gedanken zu “Pilotentipp: Auf die Dichtehöhe achten!

  1. Liebe Freunde der dritten Dimension,

    irgend etwas entzieht sich hier wohl meiner Kenntnis. Wer kann mir da mal helfen, an welcher Stelle auf dem hier vorgestellten Video der klare Hinweis kommt, dass dieser Beinahe-Unfall auf ein Nichtbeachten der Dichtehöhe zurückzuführen ist. Wer hat weitergehende Informationen zu diesem Vorkommnis.

    Die Leistung des Flugzeuges beim Start hängt ja nun von einer Reihe von Faktoren ab und nicht nur von der Dichtehöhe. Als da wären:

    – Flugzeuggewicht
    – Druckhöhe am Startplatz (ich sage in diesem Fall bewußt nicht Flugplatz)
    – Temperatur am Startplatz / direkt über der Startbahn
    – Wind
    – Starbahnlänge
    – Startbahnneigung
    – Startbahnbeschaffenheit
    – Stellung der Klappen
    – Feuchtigkeit

    Sicherlich gehen davon die 3 Komponenten Druckhöhe, Temperatur und Feuchte sehr schön zusammengefaßt in die Dichtehöhe (density altitude) ein und alle Ausführungen zur Dichtehöhe hier sind auch sicherlich sehr hilfreich dargelegt worden, um allen das Problem der Dichtehöhe theoretisch in Erinnerung zu bringen.

    Der Slope war hier eher hilfreich und das große Gewässer im Hintergrund läßt auch eher Sea Level Nähe vermuten, so dass das von Bernhard gebrachte Beispiel mit 3000 ft Druckhöhe und 30 Grad Celsius zwar anschaulich ist, aber hier wohl eher nicht reinpassen dürfte. (aber auch das ist nur reine Annahme von mir)

    Außerdem gehen in allen Airplane Manuals sowohl die Tabellen als auch die Graphen bei der Eingabe von der Druckhöhe und der Temperatur aus. Die Temperatur sollte auch auf einem solchen Airstrip leicht festzustellen sein und die Druckhöhe erhält man, wenn man vor dem Start mal seinen Höhenmesser auf 29,92 Inch einstellt oder mit der Näherung 1 inch für 1000ft rechnet. Dazu die Platzhöhe kennt.

    Einfach wäre auch der Gebrauch einer Density Altitude Chart oder erinnert sei auch an die hilfreiche Koch-Chart dür den, der nun unbedingt über diesen Weg gehen will.

    Ein kompetenter Pilot (ich gehe mal davon aus, dass sich ein anderer es hier a priori nicht versucht hätte) sollte sowohl sein Flugzeug wie auch seinen Airstrip hinreichend kennen und von Dichtehöhe hat er bestimmt auch schon etwas gehört. Was also mag hier wirklich falsch gelaufen sein? Wir haben keinerlei Angaben zum Flugzeuggewicht. Viel wahrscheinlicher könnte hier der Wind eine Rolle gespielt haben. Die hohen Bäume am brakes release point könnten Wind abschirmen und den Eindruck der Windstille hervorrufen, was sich auf halbem Wege down bereits geändert haben könnte. Ich bin mir auch der Tageszeit nicht sicher, was Einfluß auf die lokale Zirkulation haben kann, insbesondere durch die Nähe des großen Sees. Der Wind hat meist einen größeren Einfluß als die Dichtehöhe. Für die C-172 wird angemerkt, dass für je 2 kt Rückenwind die Strecken um 10% zu vergrößern sind. Bei Start auf trockener Grasbahn sind die Startrollstrecken um 15% zu erhöhen. Bei unserem Video könnten da schon locker 40% zusammengekommen sein.

    Auch jeder Sportpilot ist gut beraten vor dem Start bei einschränkenden Bedingungen seine Performance Daten anhand des Flughandbuches oder eines geeigneten Rechenprogramms zu überprüfen (in der Verkehrsluftfahrt unter allen Bedingungen Pflicht) und obwohl nur für die kommerzielle Luftfahrt zwingend vorgeschrieben, sollte auch der Sportpilot mit einem Sicherheitsfaktor von 1,33 multiplizieren. Startet man in SXF auf einer 3600m Asphaltbahn kann man sicherlich darauf verzichten.
    Folgende grobe Abschätzungen sind da vielleicht hilfreich:

    +10% Gewicht  + 20% der Strecken
    + 1000 ft PA  10% der Strecken
    + 10° C  +10% der Strecken
    + 10% der VLOF als Tailwind  20% der Strecken
    Kurzes trockenes Gras  +15-20% der Strecken
    Langes trockenes Gras  +25% der Strecken
    Langes naßes Gras  +30% der Strecken
    Bahnneigung 2° aufwärts  + 10% der Strecken

    Na ja, eine „never ending story“, be safe up there,
    Gerd

    Verfasst von Gerd | 29. Juni 2011, 08:08
  2. hört sich ja toll an… das mit der Dichtehöhe. Aber: WER kann die schon berechnen? Wieder ein wenig üben mit dem „Drehmeier“… empfiehlt sich.
    Wer es genauer wissen will, dem gebe ich jetzt einen Tip: http://www.srh.noaa.gov/epz/?n=wxcalc
    Vielleicht kann man sich dann ja ein paar griffige DAumenregeln merken.
    Wolfgang

    Verfasst von Wolfgang | 24. Juni 2011, 06:46
    • Näherungsformel:

      Druckhöhe + 120 ft / °C Abweichung zur Standaratmosphäre
      Also zum Beispiel:
      Druckhöhe 3000 ft, 30°C
      Temperatur in 3000 ft laut ISA: +15°C – 2°C / 1000 ft = 9°C
      Delta = 21°C

      Dichtehöhe = 3000 ft + 120 ft/°C * 21°C = 5520 ft

      Gruss
      Bernhard

      Verfasst von Bernhard Schweiger | 27. Juni 2011, 12:58
  3. Was noch aus dem Video zu lernen ist: Der Kerl hat Nervenstärke bewiesen oder intuitiv richtig gehandelt, denn ein später Abbruch des Starts hätte garantiert fatale Folgen gehabt. So ist er mit der 1% chance doch noch davon gekommen. Mir kribbelt es auch noch beim 10. Mal auf dem Rücken, wenn ich das Video sehe, was ich übrigens schon kannte.
    Glück ab ! (wie man in der Luftwaffe sagte), Gerd

    Verfasst von Gerd | 23. Juni 2011, 09:44
  4. Ja, dort wo man problemlos gelandet ist, muß man nicht unbedingt auch wieder problemlos starten können. Eine Startstreckenberechnung ist in Fällen begrenzter Bahnen immer nötig. Warum müssen die Piloten in den USA auch immer ihre Flugzeuge auf der Wiese gleich hinterm Haus parken wollen. Aus Deutschland stammt dieses Video doch bestimmt nicht. Das Gras kürzer halten, hätte sich auch positiv ausgewirkt. Interessant wäre noch gewesen, die relative Windrichtung vor Ort zu kennen. Einen Windsack konnte ich auch nicht enrdecken.
    Hoffentlich war wenigstens die Geburtstagsfeier hinterher entsprechned fröhlich und dankbar.

    Be safe up there, Gerd

    Verfasst von Gerd | 23. Juni 2011, 09:35
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