Aero Chronik

Unfall – Zwei Berliner unter den Absturzopfern von Saarmund

Zwei Berliner unter den Absturzopfern von Saarmund

Montag, 23. Mai 2011 02:42 – Von Hans H. Nibbrig und Steffen Pletl

Unter den Opfern, die bei dem Zusammenstoß zweier Flugzeuge über dem Flugplatz Saarmund (Potsdam-Mittelmark) ums Leben kamen, sind offenbar zwei Berliner. Am Sonntagnachmittag, exakt 24 Stunden nach dem tragischen Unglück, äußerten sich Staatsanwaltschaft und Polizei in Potsdam erstmals zur Identität der Toten.

„Vermutlich handelt es sich bei dem Piloten des Segelflugzeugs um einen 58-jährigen Potsdamer. Bei den beiden Personen in dem Ultraleichtflugzeug soll es sich um zwei Berliner, den 48-jährigen Piloten und eine weiteren 60-jährigen Mann handeln“, hieß es in einer Presseerklärung. Zugleich verwies die Staatsanwaltschaft auf weitere Untersuchungen, die zur „zweifelsfreien Identifizierung“ der drei Personen notwendig seien. Am heutigen Montag sollen ihre Leichen obduziert werden.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost handelt es sich bei dem Piloten des Ultraleichtfliegers um Holger L., Inhaber einer Flugschule mit Sitz in Niederschöneweide. L und sein Team bildeten seit Jahren am Flugplatz Schönhagen in der Nähe von Ludwigsfelde Piloten für Ultraleichtflugzeuge und sogenannte Tragschrauber, eine Art offener Mini-Hubschrauber, aus. Am Sonnabend veranstaltete die Schule am Flugplatz Schönhagen einen Tag der offenen Tür und bot dabei auch Rundflüge an. Offenbar endete einer dieser Rundflüge für Holger L. und seinen ebenfalls aus Berlin stammenden 60 Jahre alten Fluggast tödlich.

Es war genau um 15.50 Uhr am Sonnabendnachmittag, als die aus Schönhagen kommende Maschine direkt über dem Flugplatz Saarmund mit einem Segelflieger zusammenstieß. Beide Flugzeuge stürzten in die Tiefe, die Insassen konnten nur noch tot aus den völlig zerstörten Wracks geborgen werden. Das Segelflugzeug war nach Angaben der Polizei erst kurz zuvor am Flugplatz Saarmund gestartet und befand sich noch im Steigflug.

Wie es zu dem frontalen Zusammenstoß der beiden Flugzeuge kam, müssen jetzt die Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen klären. Mitarbeiter der Behörde mit Sitz in Braunschweig trafen noch am Sonnabend in Saarmund ein und begannen sofort mit ihrer Arbeit. Wann sie ein Ergebnis präsentieren können, ist noch unklar. In die Ermittlungen eingebunden ist auch das Kommissariat „Schwere Kriminalität“ des Schutzbereiches Potsdam.

Der Flugplatz wurde unmittelbar nach dem Absturz der beiden Maschinen gesperrt, der Flugbetrieb war auch am Sonntag noch unterbrochen. In einem abgelegenen Teil des Geländes lagen noch die über mehrere Hundert Meter verteilten Wrackteile der Maschinen, so wie sie am Tag zuvor auf den Boden geprallt waren. Dazwischen waren die Experten aus Braunschweig am Werk. Trotz des eingestellten Flugbetriebes kamen viele Piloten und Mitarbeiter des Flugplatzes nach Saarmund. Die Katastrophe vom Vortag war das Gesprächsthema, alle Anwesenden äußerten sich schockiert.

Diskutiert wurden auch die möglichen Ursachen. Sportflieger Christian S., der über 17 Jahre Flugerfahrung verfügt, äußerte die Vermutung, das Ultraleichtflugzeug sei zu tief geflogen. „Die Mindesthöhe beim Überflug eines Flugplatzes liegt bei 600 Meter, der war garantiert darunter“, sagte S. am Sonntag. Gestützt wird diese These möglicherweise von der Tatsache, dass das gerade gestartete Segelflugzeug noch am Schleppseil hing – dieses wird je nach Flug- und Wetterbedingungen in einer Höhe zwischen 500 und 1000 Metern ausgeklinkt.

Staatsanwaltschaft, Polizei und Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen verwiesen am Sonntag hingegen darauf, dass die Ermittlungen zur Absturzursache noch in vollem Gang seien. „Mit voreiligen Schlüssen und Spekulationen sollte man sehr vorsichtig sein“, mahnte ein Polizeisprecher.

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