Aero Chronik

Kein Streich, sondern tödliche Gefahr

 

 

Piloten werden immer öfter mit Laserpointern attackiert. Angriffe mit leistungsstarken Laserpointern auf Flugzeuge und Hubschrauber sind 2010 im Vergleich zum Vorjahr um fast das Achtfache angestiegen. Das hat das Luftfahrt-Bundesamt LBA in Braunschweig mitgeteilt. 273 Laser-Attacken seien dem LBA von deutschen Luftfahrtunternehmen im letzten Jahr gemeldet worden. 2009 seien es nur 36 Fälle gewesen, so Sprecherin Cornelia Cramer. In Hannover wurden zehn Laserattacken registriert, in Emden und Bremen jeweils eine.Die Piloten seien für mehrere Sekunden oder Minuten erheblich geblendet worden. Dabei handele es sich nicht um ein Kavaliersdelikt, sondern um einen gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr, so Cramer gegenüber NDR 1 Niedersachsen.Pilotensprecher fordert härtere Strafen und VerboteDie Pilotenvereinigung Cockpit kritisierte angesichts dieser Zahlen die Gesetzeslage in Deutschland als unzureichend. Wenn die weitere Verbreitung „dieser sinnlosen Spielzeuge“ nicht unterbunden werde, sei ein Unfall nur noch eine Frage der Zeit, sagte Sprecher Jörg Handwerg. Er sprach angesichts der starken Zunahme von einer äußerst bedenklichen Entwicklung. Piloten seien nach dem Blenden mit Laserstrahlen bereits wegen starker Kopfschmerzen oder Einschränkung der Sehkraft mehrere Tage krankgeschrieben worden. Nach Angaben von Cockpit fällt der Besitz starker Lasergeräte in Teilen Australiens seit 2008 unter das Waffengesetz. In den USA stünden bereits Blendversuche unter Strafe. In Deutschland sei hingegen erst die konkrete Gefährdung des Flugverkehrs strafbar und damit die Hürde für eine Bestrafung der Täter sehr hoch. Sofern der Täter ermittelt werden konnte, wurde meist eine Bewährungsstrafe ausgesprochen.Auf den gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr steht eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren. Die Luftverkehrs-Ordnung verbietet in einem Radius von 1,5 Kilometern um einen Flugplatz den Betrieb von Lasergeräten, die geeignet sind, den Flugbetrieb zu stören.

viaKein Streich, sondern tödliche Gefahr | NDR.de – Regional – Niedersachsen – Braunschweig/Harz/Göttingen.

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