Aero Chronik

2004

2004

5. Januar

Germanwings streicht eines der drei täglichen Flugpaare auf der Strecke von Schönefeld nach Köln/Bonn.

7. Januar

Der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Mayrhuber erklärt vor der Berliner Wirtschaft, Berlin sei noch nicht reif für einen Weltflughafen. Interkontlinien seien noch nicht rentabel durchzuführen, weil die Wirtschaftskraft in der Reglig;te Verfahren, das bisher verhandelt werden musste. Die Zeitrechnung mit nur einem Jahr für die Verhandlungen bis zum Urteil wird stark in Zweifel gezogen. Die Flughafengegner haben inzwischen angekündigt, dass sie „Klagen, Klagen, Klagen“ werden, um das Projekt zu Fall zu bringen.

23. Januar

Die Airport Neuhardenberg GmbH will für den Fall, dass die Brandenburger Landesregierung die Nutzung des Flughafens Neuhardenberg für internationale Liniendienste verbietet, alle gerichtlichen Möglichkeiten nutzen, um den Beschluss zu Fall zu bringen.

25. Januar

In Schönefeld hat der Umbau des Terminals B begonnen, das komplett an Easyjet vermietet wird, die zum Sommerflugplan in Schönefeld mit zunächst sechs Airbussen starten will.

26. Januar

Germania-Express bestätigt, dass sie mit Beginn des Sommerflugplans Ende März mit zunächst zwei stationierten Fokker 100 in Tempelhof starten wird. Die entsprechenden Slots seien beantragt und genehmigt worden. Der bisherige Flugplan sieht Tagesrandverbindungen nach Wien und Zürich oder Düsseldorf vor, sowie einmal täglich Flüge nach Athen und Istanbul. Drei Fokker 100 bleiben in Tegel stationiert für die übrigen Flüge des Sommerprogramms.

Die GlobeGround Berlin GmbH hat rückwirkend zum 1. Januar das gesamte Abfertigungspersonal der Eurowings in Tempelhof – 22 Mitarbeiter – und damit die Abfertigung von fünf Airlines übernommen. Es sind CityAir, Cirrus Air, Denim Airways, Intersky und OLT. Damit endet die letzte Aktivität von Eurowings auf dem City-Airport, wo sie viele Jahre lang Marktführer war, bis die Lufthansa die Kontrolle über die Airline übernahm und die Eurowings-Flüge abgab, einstellte oder nach Tegel verlegte.

28. Januar

Ryanair sah sich gezwungen, eine Gewinnwarnung zu veröffentlichen. Dadurch stürzte die Aktie der Airline ab und verlor ein Viertel ihres Wertes. Ryanair erwartet einen Rückgang des Nettogewinns und will den Ausbau der Flotte und des Streckennetzes verlangsamen.

29. Januar

Die FBS und die Verhandlungskommission der Airlines hat sich geeinigt, dass bis Ende Februar ein sogenanntes Fee-Cap-System für den Flughafen Tegel erarbeitet werden soll, das die bisherige Gebührenordnung ablöst. Es sieht vor, dass der Flughafen aufgrund von Verkehrsprognosen jeweils für das kommende Jahr die Gebühren festlegt. Bleibt die Verkehrsentwicklung hinter den Erwartungen, erhalten die Airlines Nachlässe für das folgende Jahr. Für Schönefeld soll zudem ein neues Gebührensystem diskutiert werden, das Mengenrabatte für die besonders aktiven Airlines zubilligt. Das System ist nach Angaben von Insidern auf die Bedürfnisse von Easyjet zugeschnitten, die im Mai in Schönefeld den Betrieb aufnehmen will. Vor einer Einführung dieses bei einigen Airlines noch umstrittenen Systems muss die FBS allerdings ihre Klage gegen die Landesluftfahrtbehörden Berlins und Brandenburgs zurücknehmen, mit denen höhere Gebühren, als bewilligt, durchgesetzt werden sollten.

Der neue technische Geschäftsführer der FBS, Thomas Weyer, erklärt gegenüber dem Tagesspiegel, bei der Aufstellung des Finanzplans für den Ausbau Schönefelds werde es keine neue Passagiergebühr geben. Ungeklärt ist weiterhin die Finanzierung des geplanten Bahnhofs unter dem neuen Terminal, der 225 Millionen Euro kosten wird. Dieser Bahnhof sei dringend notwendig, wenn der BBI sich zu einem Drehkreuz entwickeln soll. Angekündigt wurde, dass weitere Einsparungen bei dem Konzept für das Terminal vorgenommen werden. So werde man nicht mehr daran festhalten, dass 90 Prozent aller Flüge an Fluggastbrücken abgefertigt werden müssten. Die Low-cost-Airlines legten aus Kostengründen keinen Wert auf Brücken und würden ihre Passagiere zu Fuß zum Flugzeug gehen lassen. In Kürze beginnen soll der Bau eines neuen Abfertigungsbereichs für Privatflieger innerhalb des alten Terminals im Vorgriff auf die Schließung Tempelhofs. Die Kosten sollen fünf Millionen Euro betragen.

Easyjet hat mitgeteilt, sie habe jetzt Slots für den Pariser Flughafen Orly erhalten und werde ihn vom 18. Mai an zweimal täglich von Schönefeld aus ansteuern.

30. Januar

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) bezeichnet das Gesetz der Bundesregierung zur Neuregelung von Luftsicherheitsaufgaben als nicht akzeptabel. Die geplante Verlagerung der Verantwortlichkeiten für die Luftsicherheit auf die Flughäfen wird abgelehnt, da für diese Fragen der Staat verantwortlich sei. Zudem dürften die Kosten für die Sicherheitsvorkehrungen nicht den Flughäfen angelastet werden. Das würde zu Wettbewerbsverzerrungen innerhalb Europa, vor allem aber gegenüber den USA führen. Die anderen Staaten finanzierten Sicherheitsmaßnahmen mit hohen Zuschüssen.

31. Januar

Die Bilanz für Januar: 906 550 Passagiere (+ 2,4) und 15 501 Bewegungen (- 3,2)

Tegel: 739 643 Passagiere (- 2,8) und 10 606 Bewegungen (- 3,2)

Tempelhof: 28 015 Passagiere (- 27,9) und 2 418 Bewegungen (- 17,7)

Schönefeld: 138 892 Passagiere (+ 62,9) und 2 477 Bewegungen (+ 16,4)

Im reinen Linienverkehr verzeichnete Tegel 9 920 Bewegungen (- 2,7),

Tempelhof 1 489 Bewegungen (- 24,1) und Schönefeld 1 285 Bewegungen (+ 89)

3.Februar

Die EU-Kommission hat entschieden, dass Ryanair von den Beihilfen auf dem Flughafen Charleroi in Höhe von 15 Millionen Euro ein Viertel zurückzahlen muss, weil es sich um unerlaubte Subventionen gehandelt habe. Das Verbot von Beihilfen betrifft allerdings nur staatliche Flughäfen. Wie die EU auf Beihilfen privater Airports reagieren wird, ist noch offen.

4. Februar

Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts fahrlässiger Tötung gegen Verantwortliche der Crossair eingeleitet, nachdem der Untersuchungsbericht über den Absturz einer aus Berlin gekommenen Maschine vom Typ Avroliner beim Anflug auf Zürich am 24. November 2001 veröffentlicht worden war, in dem der Besatzung die Verantwortung für das Unglück bescheinigt worden war. Der Kommandant soll stark übermüdet gewesen sein, weil er noch in einem Nebenjob als Ausbilder in einer Flugschule tätig war.

5. Februar

Nach dem Scheitern einer gütlichen Regelung über die von der BFG geforderten Gebühren für Taxistellplätze in Tegel kündigen die Taxifahrer an, vor den Bundesgerichtshof zu ziehen, falls das Landgericht gegen sie entscheidet.

9. Februar

Auf dem Flughafen Tegel findet der erste Spatenstich für ein neues Parkhaus mit 566 Stellplätzen statt. Die Kosten betragen 3,1 Millionen Euro. Die BFG betont, das Parkhaus sei so gestaltet, dass es im Falle einer Schließung des Airports abgebaut und in Schönefeld wieder errichtet werden kann. Die Baukosten wurden von dem Parkplatzbetreiber Q-Park vorfinanziert.

13. Februar

Easyjet gibt bekannt, dass sie im Zuge ihres Netzaufbaus in Schönefeld vom 20. Mai an täglich zweimal nach Basel starten wird und vom 17. Juni an einmal täglich nach Budapest. Damit will Easyjet vom Mai an nach und nach 13 innereuropäische Destinationen ansteuern: Athen, Barcelona, Basel, Bristol, Budapest, Kopenhagen Liverpool, London, Neapel, Newcastle, Nizza, Palma und Paris-Orly.

19. Februar

Germania-Express bestätigt noch einmal, dass sie mit Beginn des Sommerflugplans zwei Fokker 100 in Tempelhof stationieren und täglich nach Athen, Istanbul, Wien und Zürich starten wird. Die Flughafengesellschaft erklärt, sie halte unabhängig davon an ihrem Entschluss fest, sich zum Winterflugplan aus der Betriebspflicht in Tempelhof entlassen zu lassen.

21. Februar

Die neue Gemeinde Diepensee bei Königs Wusterhausen ist offiziell den Bewohnern übergeben worden. Der Umzug aus dem alten Diepensee und der Neubau der Häuser und Anlagen kostete 81,6 Millionen Euro. Der neue Ortsteil von Königs Wusterhausen besteht aus 78 Mietwohnungen, 62 Eigenheimen und öffentlichen Anlagen. Das alte Diepensee muss für den Ausbau Schönefelds abgerissen werden.

22. Februar

Die Air Berlin hat die Berliner Flughafengesellschaft vor dem Postdamer Landgericht verklagt. Gegenstand der Klage ist eine nach Ansicht der Air Berlin bevorzugte Behandlung der Ryanair in Schönefeld und der Vertragion zu gering sei. Beispielsweise würden täglich nur 13 Passagiere nach New York fliegen, viel zu wenig, um ein Flugzeug füllen zu können. Er mahnte zugleich Strukturentscheidungen in Berlin an. Der Tagesspiegel berichtigt die Äußerungen Mayrhubers insofern, als die genannten 13 täglichen Passagiere aus Berlin nach New York lediglich Business-Klasse-Passagiere sind, dass insgesamt aber rund 100 Passagiere täglich nach New York fliegen, über Frankfurt oder ausländische Drehkreuze. Auch diese Zahl aber reicht für den Einsatz eines Langstreckenflugzeugs nicht aus.

9. Januar

Air Berlin und Niki Laudas neue Airline N.L.-Luftfahrt GmbH gründen die erste Allianz auf dem deutsch-österreichischen Low-cost-Markt. Air Berlin beteiligt sich mit 24 Prozent an der österreichischen Airline. Lauda hatte sie gegründet, indem er die österreichische Tochter der insolventen deutschen Fluggesellschaft AeroLloyd über

14. Januar

Der Ryanair-Chef Michael O Leary erklärt in Berlin, er sehe als mögliche Zusatzziele von Berlin Brüssel, Glasgow, Gerona, Rom, Dublin und Stockholm. Entscheidend für die Ausführung dieser Pläne seien aber günstige finanzielle Startbedingungen in Schönefeld. Zudem reiche die gegenwärtige Kapazität nicht aus, wenn man täglich vier bis acht Flüge anbieten wolle. O Leary erklärt ferner, wenn die EU künftig Subventionen an staatlichen Flughäfen untersage, werde sich Ryanair auf private Airports konzentrieren. Die Fluggesellschaft rechnet in diesem Jahr mit 24 Millionen Passagieren, davon fünf Millionen in Deutschland. Rund die Hälfte der Deutschland-Passagiere wird auf dem Flughafen Hahn erwartet. Mit Erfurt wurde der achte deutsche Flughafen angesteuert.

15. Januar

Ein Gutachten des Brandenburger Verkehrsministeriums besagt, dass sich die Hoffnungen auf rentable Betriebnommen hatte.

10. Januar

Der Pilot der luxemburgischen Fokker 50, die am 6. November 2002 beim Anflug auf Luxemburg verunglückt war, wurde ebenso wie weitere Mitarbeiter der Luxair fristlos entlassen. Dem Piloten, der zusammen mit nur einem Passagier das Unglück überlebt hatte, wurden schwere Fehler im Cockpit vorgeworfen. Bei dem Unglück waren 18 Passagiere und zwei Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Das Flugzeug war in Tempelhof gestartet.

e auf den regionalen Flugplätzen nicht erfüllt hätten. Für die 13 Verkehrsflughäfen und die 28 Sonderlandeplätze seien in den letzten zehn Jahren 14 Millionen Euro an Zuschuss gewährt worden. Die sonst üblichen jährlichen Zuschüsse in Höhe von zwei Millionen Euro werden daher im neuen Haushalt nicht mehr eingestellt, weil das Gutachten eine Überprüfung der Subventionszahlungen angeregt hat. Schwarze Zahlen schreibt nur der Verkehrslandeplatz Oehna. Die Flugplätze Schönhagen und Strausberg seien zwar noch im Minus, hätten aber gute Entwicklungschancen.16. Januar

Flughafensprecher Burghard Kieker kündigt an, die FBS wolle für Schönefeld niedrigere Gebühren bei der Landesluftfahrtbehörde beantragen. Zuvor müsse aber noch eine Einigung mit den Airlines in Berlin über ein neues Gebührensystem besprochen werden.

21. Januar

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck erklären nach einer gemeinsamen Planungskonferenz ,beide Länder wollten sich auf den Ausbau des Flughafens Schönefeld konzentrieren als dem alleinigen internationalen Airport der Region. Daneben wurden nur die Flugplätze Cottbus, Eberswalde und Brandenburg als förderungswürdig eingestuft.

In einer Podiumsdiskussion des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller erklärt Bundesverkehrsminister Stolpe, er erwarte den Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau Schönefelds zum BBI im Laufe dieses Jahres. Die zu erwartenden Prozesse vor dem Bundesverwaltungsgericht könnten Ende 2005 beendet sein, so dass dann mit dem Bau begonnen werden könne. Die Wirtschaftsminister Berlins und Brandenburgs, Senator Wolf und Minister Junghanns erklärten, aufgrund der guten Vorbereitung des Planfeststellungsantrags rechneten sie damit, dass die Prozesse reibungslos über die Bühne gehen. Allerdings sei die Prozedur nicht ohne Risiko. Vor allem müsse damit gerechnet werden, dass hinsichtlich des Nachtflugs Restriktionen verfügt werden. Dann müsse geprüft werden, wie die einschränkenden Maßnahmen mit dem Ausbau in Einklang gebracht werden könnten. Überraschend sprach Stolpe davon, es sei nicht an den Bau eines Großflughafens gedacht, sondern nur an eine „bedarfsgerechte Rekonstruktion“ Schönefelds. Auf jeden Fall aber sei der BBI das größte Investitionsprojekt der Region. An der Schließung Tempelhofs werde aus finanziellen Gründen festgehalten. Stolpe räumt allerdings ein, dass nach der Vorlage des Finanzierungskonzepts für den BBI – Ende des ersten Quartals – die finanzielle Situation des City-Airports noch einmal überprüft werden sollte.

22. Januar

Das Bundesverwaltungsgericht erwartet mit den Klagen der Gegner des BBI das grö&sz, den der Airport mit Easyjet getroffen hat und der unter anderem die kostenlose Überlassung eines ganzen Terminals in Schönefeld an Easyjet zum Inhalt hat.

23. Februar

Die Flughafengesellschaft hat nunmehr den Landesluftfahrtbehörden Berlins und Brandenburgs einen Antrag auf Genehmigung eines neuen Gebührensystems für Tegel und Tempelhof vorgelegt und eines neuen Gebührensystems für Schönefeld, das sich an Mengenrabatten orientiert. Gleichzeitig wurde mitgeteilt, dass die Klagen des Flughafens gegen die Landesluftfahrtbehörden zur Erzwingung höherer Gebühren auf allen drei Berliner Airports zurückgezogen werde.

Presseberichte besagen, die BFG plane die Aufstellung einer Abfertigungsnothalle in Tegel. Es soll sich um eine Halle handeln, die nach dem Brand auf dem Düsseldorfer Flughafen errichtet und inzwischen wieder abgebaut worden ist. Der Flughafen Düsseldorf und die Berliner Flughafengesellschaft bestreiten diese Meldung.

Die FBS bestätigt aber, dass in Schönefeld der Bahnhof modernisiert werden soll und dass ein überdachter Zugang zum Terminal errichtet werden soll. Dazu heißt es, für den Ausbau Schönefelds halte man weiter an dem Bau eines neuen unterirdischen Bahnhofs unter dem neuen geplanten Terminal fest. Allerdings ist die Finanzierung weiter ungeklärt.

24. Februar

Die amerikanische Erie Aviation Inc will zum 1. Juni die Flughafengesellschaft des Verkehrslandeplatzes Drewitz übernehmen und dort langfristig ein Luftfrachtdrehkreuz mit Zielrichtung Osteuropa errichten. Zuvor muss allerdings die Flugplatzzulassung erweitert und ein Betrieb mit Großflugzeugen genehmigt werden. Berlin hat im Rahmen der gemeinsamen Landesplanung bereits Widerstand durchblicken lassen, da eine Konkurrenz für Schönefeld befürchtet wird, vor allem dann, wenn nach dem Ausbau Nachtflugbeschränkungen verhängt werden sollten.

25. Februar

Der Tagesspiegel enthüllt, dass ein Konzept des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg vorsieht, die Regionalzüge vom Jahr 2006 an durch den neuen Nord-Südtunnel in Berlin zu führen. Sie werden dann am Flughafen Schönefeld vorbeifahren. Auch andere Bahnverbindungen zu dem neuen Terminal soll es mit Ausnahme der S-Bahn nicht geben. Die völlig überraschte Flughafengesellschaft erklärt, es müsse eine Lösung gesucht werden. Im Verkehrssenat heißt es, man könne einen Flughafen-Shuttle auf der S-Bahn installieren, doch die Bahn erklärt, das könne sie nicht finanzieren. Bezahlen dafür müssten Berlin und Brandenburg.

In einem der umstrittenen sogenannten Hintergrundgespräche mit einem kleinen Kreis genehmer Journalisten erklärt der FBS-Geschäftsführer Johannsen-Roth, die Entlassung aus der Betriebspflicht in Tempelhof werde Ende März verkündet. Er geht jedoch nicht darauf ein, dass das Ergebnis des Antrags der BFG noch völlig offen ist und dass es sich hier um ein verwaltungsrechtliches Verfahren handelt, auf das der Flughafen überhaupt keinen Einfluss hat und demnach auch keine Aussagen machen kann.

26. Februar

Air Berlin und Germania-Express verabreden eine Kooperation, die zum Sommerflugplan Ende März in Kraft treten soll. Air Berlin übernimmt drei Fokker 100 von Germania-Express mit Cockpitbesatzung, aber eigenen Flugbegleitern. Air Berlin übernimmt die Strecken der Germania-Express von Berlin, Düsseldorf und Hamburg nach Wien und Zürich und die neue Linie München – Wien. Germania-Express bleibt dabei, dass zwei Fokker 100 in Tempelhof stationiert werden. Beide Airlines wollen schon zur ITB eine weitere Zusammenarbeit verkünden.

Das Landgericht Berlin erklärt die Taxi-Standgebühr von 70 Euro pro Jahr in Tegel für rechtens. Die Taxifahrer-Verbände wollen nun vor den Bundesgerichtshof ziehen. Bis zu einer Entscheidung dort wird die Gebühr auf ein Sperrkonto gezahlt.

27. Februar

City Air stellt überraschend den Verkehr ein und meldet Insolvenz an. In Berlin-Tempelhof von der Einstellung betroffen die Linien nach Dortmund, Münster, Linz und Salzburg. Die LWG reagiert unverzüglich und übernimmt den Flugplan der City Air auf der Linie von Tempelhof nach Dortmund.

28. Februar

Die Hauptstartbahn in Schönefeld wird wegen umfangreicher Renovierungsarbeiten bis zum 27. April geschlossen. Für den gesamten Verkehr steht nun nur noch die kurze Nordbahn zur Verfügung.

Der Berliner Regierungssprecher Michael Donnermeyer begrüßt Vorschläge der Bundes-CDU, die gesamte Flugbereitschaft der Bundeswehr von Köln nach Berlin zu verlegen. Damit könnten zahlreiche teure Leerflüge vermieden werden.

29. Februar

Die Basiq Air, ein Tochterunternehmen der KLM-Tochter Transavia, eröffnet eine Flugverbindung von Rotterdam nach Schönefeld mit zunächst vier Flugpaaren wöchentlich, die zu Beginn des Sommerflugplans am 28. März auf sieben pro Woche erhöht werden.

Die Bilanz für Februar: 951 229 Passagiere (+ 4,1) und 15 797 Bewegungen (+ 0,6)

Tegel: 774 514 Passagiere (- 0,5) und 10 607 Bewegungen (+ 1,9)

Tempelhof: 30 996 Passagiere (- 18,1) und 2 572 Bewegungen (- 10.7)

Schönefeld: 145 719 Passagiere (+ 49,3) und 2 618 Bewegungen (+ 8.6)

Damit weist erstmals Tegel zwei Monate hintereinander Minus-Zahlen in der Passagierabfertigung aus. Gemessen an den Starts und Landungen im Linienverkehr liegt Tempelhof nach wie vor mit 1 479 Bewegungen vor Schönefeld mit 1 200, obwohl in Schönefeld die Linienbewegungen um 61,9 Prozent zunahmen, während sie sich in Tempelhof um 20,5 Prozent verringerten.

1. März

Air Berlin gibt bekannt, dass sie im Sommerflugplan einen neuen City-Shuttle von Berlin-Tegel nach Budapest eröffnet

Das amerikanische Projekt eines Frachtflughafens in Cotbus-Drewitz stößt auf Widerstand in Berlin und Brandenburg. Es wird erklärt, die gemeinsame Landesplanung erlaube keine direkte Konkurrenz für den BBI.

2. März

Die DBA teilt mit, dass mit Wirkung vom 1. April 2004 der bisherige Geschäftsführer und Besitzer der DBA, Hans Rudolf Wöhrl, in den Aufsichtsrat wechseln wird. Die Geschäftsführung übernehmen dann Martin Gauss und Peter Wojahn

Die Airail AG Berlin, die in der Nähe von Stendal einen Großflughafen errichten will, ist in Zahlungsschwierigkeiten. Ihr Vorstandsvorsitzender Malte Maurer erklärt jedoch, an dem Projekt würden keine Abstriche gemacht. Das Verkehrsministerium Sachsen-Anhalts bestätigt denn auch, das im November 2003 beantragte Planfeststellungsverfahren laufe planmäßig. Das Baurecht wird bereits für nächstes Jahr erwartet, schneller als das in Schönefeld für den BBI.

8. März

Die SAS-Tochter Blue 1, vormals Air Botnia, eröffnet ihren Linienverkehr auf der Strecke Helsinki – Berlin-Tegel. Geflogen wird täglich außer sonnabends. Eingesetzt wird ein zweistrahliger Regionaljet RJ 8.

9. März

Die Bahn und die FBS erklären, das alte Bahnhofsgebäude in Schönefeld werde durch ein neues ersetzt werden. Zudem soll es dann einen überdachten Weg zum Terminal geben. über die Bahnanbindung wird weiter diskutiert. Fest steht aber, dass von 2006 an die ICE-Züge nicht mehr in Schönefeld halten werden. Ob nach der Eröffnung des geplanten neuen, unterirdischen Terminalbahnhof des BBI dann ein ICE-Anschluß geschaffen wird, ist ungeklärt, ebenso wie die Frage der Finanzierung dieses Bahnhofs.

11. März

Der Bürgerverein Brandenburg-Berlin (BVBB) erklärt, nach dem Planfeststellungsbeschluss für den BBI werde es eine Flut von Klagen vor dem Bundesverwaltungsgericht geben. Über die Dauer des Verfahrens macht das Gericht keine Angaben, Experten rechnen zwischen anderthalb und mindestens zwei Jahren.

12. März

Auf der ITB erklärt der Geschäftsführer der Air Berlin, Joachim Hunold, seine Airline peile für das laufende Jahr 11,6 Millionen Passagiere und einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro an. Über die Neuaufstellung der Flotte werde gegenwärtig mit Airbus und Boeing verhandelt. Es sei möglich, dass beide Hersteller zum Zuge kommen könnten. der Bedarf liege bei 70 Flugzeugen. Intensiviert werden soll die Kooperation mit Nikki. Diese Airline werde das Drehkreuz Palma mit nutzen. Intensiviert werden soll der Verkehr nach Ost- und Südeuropa. Auch die Zusammenarbeit mit Germania soll erweitert werden.

Germanwings erklärt auf der ITB, mit der britischen Low-Cost-Airline bmibaby sei eine Zusammenarbeit vereinbart worden, die sich vor allem auf den Vertrieb und andere gemeinsame Aktionen konzentrieren soll. Die britische Airline hat 2003 insgesamt drei Millionen Passagiere befördert, Germanwings hat 15 Monate nach dem Start 3,8 Millionen Tickets verkauft. Im Sommerflugplan werden 12 Flugzeuge eingesetzt, die von K”ln 30 Ziele und von Stuttgart acht ansteuern.

15. März

European Air Express (EAE) springt für die eingestellte City-Air-Verbindung Tempelhof – Münster ein und übernimmt die Dienste mit 16 Flugpaaren wöchentlich.

17. März

Auf dem Brandenburgtag in Berlin erklären Verkehrsminister Frank Szymanski, Staatssekretär Braune vom Bundesverkehrsministerium und der FBS-Chef Johannsen-Roth, Tempelhof werde planmäßig im Herbst geschlossen, der Bau des BBI beginne 2006, und 2010 werde der Airport in Betrieb genommen. Die Kapazität Schönefelds werde dank der Low-Cost-Airlines 2006 erschöpft sein. Keine Auskunft gibt es, wie dann die Kapazität vorgehalten werden soll bis 2010 und warum ausgerechnet schon jetzt Tempelhof geschlossen werden soll. Vertreter der Airlines und der Allgemeinen Luftfahrt beklagen, dass bisher niemand Auskunft gegeben habe, wohin sie nach der Schließung Tempelhofs gehen sollten und wie dieser Umzug bewerkstelligt werden könnte. Schließlich noch eine vage Ankündigung, man plane einen „modularen Ausbau“ Schönefelds und ein Terminal für die Allgemeine Luftfahrt im Süden Schönefelds. Weiter Unklarheit herrscht über die Finanzierung des Bahnanschlusses, und Insider befürchten, dass bereits im Planfeststellungsbeschluss der Brandenburger Behörden Restriktionen für den BBI, vor allem Nachtflugbeschränkungen, verhängt werden könnten.

18. März

Der BARIG erklärt, die Flughäfen sollten auf die geplante Erhebung zusätzlicher Gebühren für die Nutzung der allgemeinen Infrastruktur der Airports verzichten.

Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, dass Kosten für die Sicherung der Flughäfen durch den Bundesgrenzschutz nicht auf die Fluggesellschaften umgelegt werden dürfen.

19. März

Der für SLOT-Fragen zuständige IATA-Manager M.P. Nenadovich warnt in einem Schreiben an die Berliner Landesluftfahrtbehörde vor einem Verstoß gegen die EG-Richtlinien, wenn der Flughafen Tempelhof bereits Ende Oktober geschlossen würde. Unter Berufung auf Artikel 10, Paragraph 3 der EG-Richtlinien erklärte die IATA, Airlines, die für eine Flugplanperiode Slots erhalten hätten, hätten sogenannte Großvaterrechte auch für Slots in der entsprechenden Flugperiode des folgenden Jahres. Da die in Tempelhof operierenden Airlines Slots für den Winterflugplan 2003/ 2004 und den Sommerflugplan 2005 erhalten hätten, hätten sie Ansprüche auch auf Slots für den Winterflugplan 2004/ 2005 und den Sommerflugplan 2005. Da zudem bisher ein rechtskr„ftiger Schließungstermin nicht bekannt sei, hätten die Airlines auch einen Anspruch auf Flugrechte für den Winterflugplan 2005/ 2006, sodass Tempelhof frühestens Ende März 2006 geschlossen werden dürfe.

Erstmals ist jetzt von Brandenburger Bürgern eine Bürgerinitiative für den Flughafen Schönefeld gegründet worden. Der neue Verein heißt: “ Bürger in Bewegung – Pro Schönefeld“.

24. März

Mitarbeiter der FBS sollen bei Ausschreibungen für Baumaßnahmen in Schönefeld gegen die Regeln verstoen haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Beschuldigten, die Leistungsverzeichnisse für auszuschreibende Maßnahmen an Firmen gegeben und damit illegale Preisabsprachen ermöglicht haben.

Die SAS zieht Bilanz ihres Berlin-Verkehrs und erklärt, Berlin sei für sie ein wichtiger Markt. Für das laufende Jahr erwartet die SAS 70 000 Passagiere ab Tegel. Im Sommerflugplan sollen die Flüge nach Kopenhagen und Stockholm aufgestockt werden, neu kommt eine Linie nach Oslo hinzu.

28. März

Der Sommerflugplam tritt in Kraft. Insgesamt im klassischen Linienverkehr wöchentlich 1 737 Flugpaare im Angebot, rund sieben Prozent mehr als im Winterflugplan. Erstmals wird die Zahl der Flugpaare in Tegel verringert, in Schönefeld steigt sie steil an. In Tegel steuern 28 Fluggesellschaften 43 Ziele an, darunter 6 im Inland, und bieten wöchentlich bis zu 1 191 Flugpaare an gegen 1 282 im Winter. In Tempelhof operieren elf Fluggesellschaften, die 18 Ziele ansteuern, darunter 11 im Inland, und wöchentlich 201 Flugpaare anbieten gegen 199 im Winter. In Schönefeld fliegen 27 Airlines 42 Ziele an, darunter drei im Inland, und bieten wöchentlich 345 Flugpaare an gegen 147 im Winter. Der Anteil der Low-Cost-Flüge beträgt in Tegel rund 30 Prozent, in Schönefeld aber 80. In absoluten Zahlen gibt es aber in Tegel wöchentlich 364 Flugpaare im Low-Cost-Verkehr, in Schönefeld aber nur 276. In Tempelhof macht Germania-Express die Ankündigung wahr und startet nach Athen und Saloniki. Schönefeld verdankt den enormen Aufschwung Easyjet, die bis Anfang Juni insgesamt 130 Flugpaare auflegen und 13 Ziele ansteuern wird.

30. März

Die Bilanzpressekonferenz der FBS. Der Umsatz 2003 erhöhte sich um 2,7 Prozent auf 178,3 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis schrumpfte von 9,8 Millionen auf drei Millionen Euro, und das Gesamtergebnis weist einen Jahresfehlbetrag von 41,8 Millionen Euro aus, der sich durch Verlustvortrag auf 53,5 Millionen noch erhöht. Tegel erzielte ein Rekordbetriebsergebnis von 50,2 Millionen Euro, die Verluste in Schönefeld erhöhten sich von 24,9 auf 31,9 Millionen Euro, die Verluste in Tempelhof von 13,1 auf 15,3 Millionen Euro. Das Baufeld-Ost belastet die FBS noch immer mit 96 Millionen Euro.

31. März

In einer Podiumsdiskussion der Berliner CDU in Tempelhof wird bekannt, dass die in Tempelhof operierenden Fluggesellschaften noch einmal klargestellt haben, sie würden ihren gesamten Betrieb nach Berlin einstellen, wenn sie von Tempelhof vertrieben würden. Zugleich wurde bestätigt, dass Germania-Express die Landesluftfahrtbehörde informiert hat, sie wolle im Sommerflugplan 2005 ihre Aktivitäten in Tempelhof erheblich verstärken. Für die DBA erklärte deren Geschäftsführer Wöhrl, er habe noch einmal der FBS und dem Senat angeboten, den gesamten Flughafen Tempelhof in eigener Regie zu übernehmen.

Auf dem Gelände des Flughafens Tegel wird eine neue Auskunftstafel über die Abflugzeiten und Gatepositionen in Betrieb genommen.

Die Bilanz März: 1 124 023 Passagiere (+9,7) und 17 791 Bewegungen (+2,7)

Tegel: 923 458 Passagiere (+ 4,0) und 11 720 Bewegungen (+ 1,8)

Tempelhof: 34 961 Passagiere (- 21,3) und 2 892 Bewegungen (- 8,8)

Schönefeld: 165 604 Passagiere (+ 79,8) und 3 177 Bewegungen (+ 20,2)

Noch immer lag Tempelhof gemessen an den Bewegungen im Linienverkehr mit 1 608 Starts und Landungen vor Schönefeld mit 1 365. Das dürfte sich im Laufe des Sommerflugplans jedoch deutlich ändern, wenn weitere Fluggesellschaften in Schönefeld den betrieb aufnehmen.

1. April

Die in Tempelhof engagierten Fluggesellschaften erklären noch einmal, dass sie nicht bereit sind, nach Schönefeld umzuziehen, wenn Tempelhof tatsächlich geschlossen werden sollte. Und ein Umzug nach Tegel wäre nur möglich, wenn dort vernünftige Start- und Landezeiten garantiert werden könnten, was allerdings als unmöglich bezeichnet wird. Im Falle einer Schließung des City-Airports würden die Airlines daher ihren Betrieb nach Berlin einstellen.

2. April

Die Berliner EU-Abgeordneten Ingo Schmitt (CDU), Dagmar Roth-Behrendt (SPD) und Hans Modrow (PDS) erklären gemeinsam, sie hielten es für unverantwortlich, wenn Tempelhof geschlossen werden würde. Auch führende Wirtschaftler, unter ihnen der Leiter der Sony-Europa-Zentrale, Hartmut Grün, kritisieren eine Schließung Tempelhofs und bezeichnen einen Umzug der Geschäftsreisemaschinen nach Schönefeld nicht als Alternative.

5. April

Während in Berlin die Auflösung des Flughafen-Systems betrieben wird, bemühen sich die Verantwortlichen des Frankfurter Flughafens und des Flughafens Hahn, ein Flughafen-System für den Raum aufzubauen. Zugleich hat das Land Hessen einen Vertrag unterzeichnet, mit dem es sich von 2005 an an der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH beteiligt. Damit halten dann die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz mit je 17,5 Prozent und die Fraport AG (Flughafen Frankfurt) mit 65 Prozent Anteile an der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH. Die Anteilseigner verpflichteten sich, in den Jahren 2005 bis 2009 insgesamt 42 Millionen Euro in den Ausbau des Airports Frankfurt-Hahn zu investieren.

7. April

Bereits vom 13. Juni an streicht die Bahn auf der IC-Linie 28 von Hamburg über Berlin und Leipzig nach München den Halt auf dem Flughafenbahnhof Schönefeld. Im Jahr 2006 sollen dann alle IC-Verbindungen am Bahnhof Schönefeld vorbei geführt werden, so dass nur noch eine Anbindung durch Regionalbahn und S-Bahn übrig bleibt.

12. April

Die FBS hat den Termin einer Vorlage eines Finanzierungskonzepts für den BBI abermals verschoben, und zwar nun auf Juli. Weiterhin ungeklärt ist die Finanzierung des Bahnanschlusses, der insgesamt 496 Millionen Euro kosten soll. Bisher hat der Bund erst 110 Millionen in Aussicht gestellt. Von der EU erhofft man sich 133 Millionen. Der Rest von 262 Millionen soll nach Ansicht des Bundes von den Ländern Berlin und Brandenburg getragen werden, was beide Länder ablehnen. Nach Angaben der Brandenburger Finanzministerin Dagmar Ziegler werden die drei Gesellschafter für das laufende Jahr für den BBI 75 Millionen Euro zahlen, in erster Linie für Flächenkauf und Umsiedlungen.

12. April

Der Air-Berlin-Geschäftsführer Hunold erklärt, wenn die Flughafenpolitik in Berlin beibehalten werde, werde Air Berlin prüfen müssen, sich einen anderen Standort als Berlin zu suchen.

14. April

Wirtschaftssenator Harald Wolf hat die Kritik Hunolds zurückgewiesen und erklärt, alle Fluggesellschaften ion Schönefeld würden gleich behandelt. Der Senat wolle eine Stärkung Schönefelds erreichen.

20. April

Eine Fokker 100 der Germania im Auftrag der Air Berlin unterwegs von Tegel nach Zürich bricht den Flug ab, nachdem eines der beiden Hydrauliksysteme ausgefallen war. Die Landung verlief ohne Komplikationen. An Bord waren 90 Passagiere.

Die Neuhardenberger Eigentümergesellschaft „Grundwert Brandenburg“ hat nach dem Erhalt der schriftlichen Absage an einen Ausbau Neuhardenbergs zum Verkehrsflughafen mit einer Klage vor dem Oberverwaltunsgericht und der EU-Wettbewerbskommission gedroht. Das zuständige Brandenburger Landesamt für Bauen, Verkehr und Straßenwesen hatte den Ausbau des Airports mit der Begründung abgelehnt, der Ausbau sei unvereinbar mit dem Beschluss der Länderplanungskonferenz, Schönefeld zum alleinigen Verkehrsflughafen zu entwickeln. Die Neuhardenberger argumentieren, da die Länder Berlin und Brandenburg zugleich Gesellschafter der FBS seien, würden sie mit ihrem Beschluss versuchen, sich unliebsame Konkurrenz vom Halse zu halten.

21. April

Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) hat die Debatte über eine Besteuerung von Flugbenzin scharf kritisiert und erklärt, eine Branche mit einer Million Beschäftigten dürfe nicht einseitig durch Verschlechterung der Rahmenbedingungen geschädigt werden, zumal sich die Nachbarstaaten freuen würden über einen deutschen Alleingang, weil dann eine Abwanderung aus Deutschland einsetzen würde.

22. April

Die verkehrspolitische Sprecherin der PDS im Brandenburger Landtag, Anita Tack, hat mitgeteilt, dass die Gesellschafter der inzwischen aufgelösten BBF nach dem Scheitern der Privatisierungsverhandlungen dem Investorenkonsortium Hochtief / IVG eine Abfindung in Höhe von 41 Millionen Euro gezahlt hätten. Die Summe sei schon letztes Jahr überwiesen worden.

Der DBA-Eigner Rudolf Wöhrl hat erklärt, die DBA habe sich gut entwickelt, die gesteckten Ziele erreicht und werde voraussichtlich für das Geschäftsjahr 2003 / 2004 ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen. Die Flotte aus geleasten Maschinen soll durch neue, eigene Flugzeuge ersetzt werden, mittelfristig soll die Flotte auf 24 Maschinen erhöht werden. Zudem werde die DBA auf die Suche nach einem geeigneten Partner gehen.

27. April

Die Airail AG hat Insolvenz angemeldet. Die AG plant den Bau eines internationalen Verkehrsflughafens in Stendal in Konkurrenz zu dem geplanten Ausbau Schönefelds. Der Antrag wurde, wie verlautet, mangels Masse abgelehnt. Der Vorstandsvorsitzende Malte Maurer erklärte jedoch, das Projekt werde weiter betrieben, ein neuer Geldgeber werde gesucht.

28. April

Easyjet hat in Schönefeld den Betrieb aufgenommen und zugleich das für sie reservierte und umgebaute Terminal B eingeweiht. Die ersten Flüge gingen nach London-Luton und Liverpool. Bis zum 17. Juni sollen insgesamt 13 Linien beflogen werden. Die Eröffnung fand im Beisein des Regierenden Bürgermeisters Wowereit und Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck statt, der in seiner Rede den Vorschlag unterbreitete, den ausgebauten Flughafen Schönefeld „Willy Brandt Airport“ zu nennen. Easyjet teilt mit, sie werde vom 22. Juni an auch von Köln und vom 21. Juli an von Dortmund starten.

Der Low-Cost-Konkurrent Ryanair teilt mit, seit der Übernahme der Buzz-Flüge von Schönefeld nach London-Stansted vor zwölf Monaten seien auf dieser Linie mehr als 280 000 Passagiere befördert worden.

29. April

Der Air-France-Deutschland-Direktor Franck Thiebaut erklärt in Berlin, die Linie nach Paris sei mit 65 bis 70 Prozent gut ausgelastet. Als Antwort auf die Low-Cost-Konkurrenz führt Air France zwei preiswerte Frühbucher-Programme und ein Wochenend-Programm ein.

30. April

Die Brandendenburger Landesluftfahrtbehörde genehmigt zum 1. Mai das neue Tarifsystem für den Flughafen Schönefeld. Es sieht neben einer neu berechneten Passagier-Grundgebühr Rabatte vor, die Airlines gewährt werden, berechnet nach der Zahl der beförderten Passagiere, der Auslastung der Flugzeuge und für die Eröffnung neuer Flugziele. Die Rabatte sollen im folgenden Jahr gutgeschrieben werden. Gegen die neue Gebührenordnung läuft noch eine Klage der Air Berlin. Auch die Lufthansa hat sich beschwert, dass Easyjet beispielsweise für die Eröffnung der Linie nach Paris-Orly einen Rabatt von 80 Prozent erhält, während Lufthansa seit Jahren von Tegel nach Paris-de Gaulle fliegt und keinen Rabatte erhält. Die BFG erklärt dazu, auch für Tegel werde ein Rabattsystem ausgehandelt. Die Gespräche seien noch nicht beendet.

Die Bilanz April: 1 113 430 Passagiere (+ 8,5) und 16 652 Bewegungen (- 0,8)

Tegel:885 050 Passagiere (- 0,5) und 10 601 Bewegungen (- 5,7)

Tempelhof. 38 044 Passagiere (- 8,1) und 3 029 Bewegungen (+ 4,8)

Schönefeld: 190 336 Passagiere (+ 99,2) und 3 022 Bewegungen (+ 14,1)

Während in Tegel die Passagierzahlen im Inland-Verkehr infolge des Abzugs von Germanwings nach Schönefeld um 10,5 Prozent auf 456 381 abnahmen, stiegen sie in Schönefeld um 506 Prozent auf 39 353.Die Passagierzahlen im Tegeler Auslandsverkehr stiegen dagegen um 14,1 Prozent auf 392 370. Die Zahl der Starts und Landungen im Linienverkehr lagen abermals in Tempelhof mit 1 506 höher als in Schönefeld mit 1 497 Starts und Landungen.

1. Mai

Es wird bekannt, dass die Flughäfen Frankfurt und Frankfurt-Hahn ein Flughafensystem errichten wollen, während in Berlin das bestehende System aufgelöst werden soll. Gleichzeitig hat sich das Land Hessen an der Flughafengesellschaft Hahn beteiligt. Wegen der erwarteten Nachtflugbeschränkungen in Frankfurt soll das Flughafensystem es ermöglichen, Teile des Luftfrachtverkehrs nach Hahn zu verlegen. In Berlin konzentriert man sich dagegen einzig auf den Ausbau Schönefelds zum Single-Airport der ganzen Region Berlin – Brandenburg.

4. Mai

Ein Flugzeug der Air Berlin bricht den Flug von Palma nach Berlin ab, nachdem sich die Landeklappen nicht mehr hatten zurückstellen lassen. Die Passagiere mussten acht Stunden auf ein Ersatzflugzeug warten.

Eine Boeing 757-200 der türkischen Atlas landet mit defektem Vorderreifen in Tegel und kommt ins Schlingern. Von den 200 Passagieren niemand verletzt.

10.Mai

In Schönefeld wird die ILA 2004 eröffnet. An der Ausstellung, die bis zum 16. Mai dauert, beteiligen sich 987 Unternehmen aus 43 Ländern. Rund 300 Flugapparate werden ausgestellt. Die Ausstellung wird von Bundeskanzler Schröder eröffnet.

Der BDLI, die Messe Berlin, die FBS und die Wirtschaftsminister der Länder Berlin und Brandenburg unterzeichnen eine Absichtserklärung, dass die ILA für immer in Schönefeld stattfinden soll. Die Messe Berlin und der BDLI wollen nach der ILA einen Vertrag über die Durchführung zunächst der drei nächsten ILA bis zum Jahr 2010 unterzeichnen. Während der Bauarbeiten für das neue Terminal in Schönefeld und den unterirdischen Bahnhof soll eine provisorische Zubringerstraße von der Autobahn gebaut werden.

12. Mai

Die Berliner Landesluftfahrtbehörde teilt den in Tempelhof operierenden Fluggesellschaften mit, dass der Antrag der BFG auf Entlassung aus der Betriebspflicht in Tempelhof entscheidungsreif ist und davon ausgegangen werden müsse, dass dem Antrag stattgegeben wird. Den Airlines wird geraten, für den Winterflugplan 2004 / 2005 Slots in Tegel oder Schönefeld zu beantragen, da die Frist am 16. Mai abläuft.

Die Sprecherin der Senatsverkehrsverwaltung, Petra Rohland, erklärt, angesichts der angedrohten Klagen müsse die Entscheidung der Landesluftfahrtbehörde über die Zukunft Tempelhofs rechtssicher sein. Dadurch sei es zu Verzögerungen gekommen. Die Fluggesellschaft Germania bestätigt noch einmal, dass der Besitzer der Airline, Hinrich Bischoff, dem Senat bereits im März angeboten habe, den Flughafen Tempelhof in Eigenregie zu übernehmen und vom Sommerflugplan 2005 an alle Flüge nach Tempelhof zu verlegen. Weder vom Senat noch von der BFG habe jemand reagiert.

Bundeskanzler Schröder sichert bei einem Gespräch in Potsdam mit Bundesverkehrsminister Stolpe und Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck zu, dass der Bund 200 Millionen Euro für den Bahnanschluss und den Terminalbahnhof in Schönefeld zuschießen werde, jeweils 30 Millionen steuern Berlin und Brandenburg bei.

13. Mai

Vor dem Abgeordnetenhaus lehnt der Regierende Bürgermeister Wowereit alle Angebote der Airlines für Tempelhof ab und erklärt, der Airport werde zum Ende des Sommerflugplans 2004 geschlossen. Angesichts der Verluste sei ein Betrieb kaufmännisch nicht mehr zu rechtfertigen. Zudem werde die Finanzierung des BBI gefährdet.

14. Mai

Auf der ILA wird bekannt, dass dem Unternehmen Beechcraft Berlin Aviation GmbH, das in Tempelhof sein Verkaufsbüro für Ostdeutschland und Osteuropa unterhält sowie eine Werft, von der BFG zum Ende Oktober gekündigt worden ist. Es wurde ein Angebot für einen Umzug nach Schönefeld angekündigt. Der Unternehmenschef Wolfgang Müller erklärt, er wisse nicht, wohin er seine Flugzeuge und die 15 000 Ersatzteile, sowie die Werkzeuge der Werft bringen solle. Im Südteil von Schönefeld müsste Beechcraft am Rande einer langjährigen Großbaustelle agieren. Das Unternehmen hat sofort Widerspruch gegen die Kündigung eingelegt und gerichtliche Schritte angekündigt.

14. Mai

Air Berlin teilt mit, sie werde vom 4. Juni an eine weitere Shuttle-Verbindung eröffnen, und zwar Flüge von Tegel nach Warschau. Die neue Strecke werde fünfmal wöchentlich beflogen.

16. Mai

Die ILA 2004 beendet. Rund 200 000 Besucher wurden gezählt, etwas weniger als vor zwei Jahren, aber es fehlte auch ein Publikumstag. Die Zahl der Fachbesucher wurde mit 70 000 angegeben. Nach einer Umfrage waren 88 Prozent der Aussteller mit dem Ergebnis der ILA zufrieden. Die ILA 2006 soll vom 15. bis zum 21. Mai 2006 stattfinden.

17. Mai

Amadeus Flugdienst eröffnet die Linienverbindung von Frankfurt-Hahn nach Tempelhof. Eingesetzt wird eine Embraer 120. Angeboten werden sechs Flugpaare pro Woche.

Die Lufthansa erklärt, sie sei mit dem neuen Rabattsystem für den Flughafen Schönefeld unzufrieden. Als Beispiel wird genannt: Easyjet erhält auf der neu eröffneten Strecke von Schönefeld nach Paris-Orly einen 80prozentigen Rabatt auf die Gebühren, weil es eine „neue Strecke“ ist, während Lufthansa, die seit Jahren von Tegel nach Paris-deGaulle fliegt, keinen Rabatt erhält und sich dadurch benachteiligt fühlt. Falls die Gespräche mit der BFG über ein neues Gebührensystem ohne Einigung blieben, wird mit einer Klage, ähnlich wie der von der Air Berlin, gerechnet.

26. Mai

In einer Presseerklärung betont das AOC Tempelhof, man erwarte in Kürze einen Bescheid der Landesluftfahrtbehörde, dass dem Antrag der BFG auf Entlassung aus der Betriebspflicht in Tempelhof entsprochen werde. Die Anordnung auf sofortigen Vollzug werde aber erst nach einer Frist von vier Wochen rechtskräftig. Innerhalb dieser Zeit würden die Unternehmen in Tempelhof Widerspruch vor dem Berliner Oberverwaltungsgericht einlegen.

31. Mai

Bilanz Mai: 1 275 323 Passagiere (+ 12,8) und 21 702 Bewegungen (+ 3,2)

Tegel: 963 749 Passagiere (- 0,8) und 11 807 Bewegungen (- 2,0)

Tempelhof. 43 404 Passagiere (+ 13,4) und 2 609 Bewegungen (+ 5,3)

Schönefeld: 268 125 Passagiere (+ 120,9) und 4 626 Bewegungen (+ 91,0)

Trotz des erheblichen Passagierzuwachses hat sich im Betriebsergebnis des Flughafens Schönefeld in den ersten fünf Monaten das Minus um 1,9 Millionen Euro auf insgesamt 10,3 Millionen erhöht. In Tegel schließt das Betriebsergebnis mit einem um 900 000 Euro verminderten Plus von 20,8 Millionen Euro. In Tempelhof verringerte sich das Defizit 100 000 Euro auf sechs Millionen Euro. Tegel verlor im April knapp 60 000 und im Mai 67 650 Inlandpassagiere im Vergleich zu den ersten fünf Monaten 2003. Schönefeld hatte jedoch im April nur einen Zuwachs von Inlandpassagieren von 32 870 und im Mai von 41 722.

Aufgrund der Flüge von Germania-Express in Tempelhof verzeichnet der Airport erstmals seit vielen Monaten wieder einen Passagierzuwachs.

1. Juni

Die Vom Bundesinnenministerium kassierte Luftsicherheitsgebühr wird auf dem Flughafen Schönefeld von früher 9.57 Euro auf 4.24 Euro verringert. Infolge der zunehmenden Passagierzahl kann die Gebühr pro Passagier besser umgelegt und damit gesenkt werden.

Air Baltic eröffnet eine Linienverbindung von Tegel nach Vilnius und fliegt dreimal wöchentlich in beiden Richtungen.

2. Juni

Die Berliner Landesluftfahrtbehörde befreit die BFG mit Wirkung vom 31. Oktober 0 Uhr von der Betriebspflicht in Tempelhof und ordnet den sofortigen Vollzug an. Ferner wird dem Antrag der BFG stattgegeben, die Betriebsgenehmigung des Flughafens Tempelhof mit Bestandskraft des Planfeststellungsbeschlusses für den Ausbau des Flughafens Schönefeld zu widerrufen. Die in Tempelhof engagierten Unternehmen kündigen an, sie würden unmittelbar nach der Zustellung der Verfügung Widerruf gegen den Sofortvollzug beim Berliner Oberverwaltungsgericht einlegen und gegen die Entbindung der BFG von der Betriebspflicht klagen. Die IHK Berlin bezeichnet die Entscheidung der Landesluftfahrtbehörde als Fehler und drückt die Hoffnung und Zuversicht aus, dass die Klage erfolgreich wird. Vertreter der CDU und FDP in Berlin kritisieren den Beschluss scharf. Hervorgehoben wird die Bedeutung, die Tempelhof für den Geschäftsreiseverkehr in die Hauptstadt im Linien- wie im Taxiflugverkehr hat, für den es keinen adäquaten Ersatz gäbe.

Der Geschäftsführer von Germania-Express, Jürgen Branse, erklärt, sein Unternehmen steuere für das erste Jahr bis Ende Juni einen Umsatz von 133 Millionen Euro an und werde damit die Gewinnzone erreichen. Im ersten Geschäftsjahr würden 1,42 Millionen Passagiere befördert bei einer Auslastung der Flugzeuge von 72 Prozent. Der durchschnittliche Ticketpreis liege bei 87 Euro für den einfachen Flug.

3. Juni

Der Flugplankoordinator teilt den Tempelhofer Airlines mit, dass er die für den Winterflugplan geforderten Slots genehmigt habe, aber nicht für deren Ausführung garantieren könne

Während die Flughafengesellschaft die Bedeutung der erwarteten gerichtlichen Auseinandersetzung wegen der Schließung Tempelhofs herunter spielt und Optimismus verbreitet, dass die Klage abgelehnt wird, wird bekannt, dass mit der Schließung Tempelhofs 259 direkte Arbeitsplätze verloren gehen. Völlig unklar ist das Schicksal der Taxiunternehmen am City-Airport und ihrer Flotten und Werftanlagen, für die ihnen bisher noch kein adäquater Ersatz angeboten worden ist. Mehrere Unternehmen machten deutlich, dass im schlimmsten Falle mit einem Insolvenzantrag zu rechnen wäre, weil sich der Betrieb in Schönefeld für sie nicht lohne. Behauptungen der BFG, in Tegel sei für die meisten Linien-Airlines noch Platz, werden von den Experten des AOC Tempelhof bestritten. Es wurde erklärt, in Tegel gäbe es nicht einmal genug Stellplätze für weitere Flugzeuge.

4. Juni

Der Sprecher der Oberfinanzdirektion, Helmut John, erklärt, der Flughafen Tempelhof falle erst dann an den Bund zurück, wenn die Anlage förmlich geschlossen ist. Der Bund wird somit die Gebäude und Freiflächen nicht bereits übernehmen, wenn die Betriebserlaubnis, wie von der BFG beantragt, erlischt.

Air Berlin eröffnet eine weitere City-Shuttle-Verbindungen und zwar von Tegel nach Warschau. Die Strecke wird fünfmal pro Woche bedient.

5. Juni

CDU, FDP, die IHK und viele Unternehmen wenden sich gegen eine vorzeitige Schließung Tempelhofs, und die Berliner Morgenpost berichtet von zahlreichen Briefen der Leser, die sich für den Erhalt Tempelhofs einsetzen.

6.Juni

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit verteidigt in der Berliner Morgenpost eine vorzeitige Schließung Tempelhofs und argumentiert, die hohen Kosten, die der Airport verursache, seien nicht mehr vertretbar, und Berlin müsse jetzt alle Kräfte bündeln, um den Ausbau Schönefelds zu verwirklichen. Dafür seien alle finanziellen Ressourcen nötig.

Icelandair eröffnet eine Linienverbindung von Schönefeld nach Keflavik auf Island, wo binnen 60 Minuten Anschlüsse für Flüge zu mehreren Städten in Nordamerika bestehen. Die Airline befliegt die Strecke bis Ende August zweimal wöchentlich. Eingesetzt werden Flugzeuge der Typen Boeing 757-200 und 757-300.

7. Juni

Mehrere Großkonzerne, wie BMW, Daimler-Benz und VW machen mobil gegen eine vorzeitige Schließung Tempelhofs. Nach der IHK spricht sich auch die Handwerkskammer für den Erhalt des City-Airports aus.

8. Juni

Es wird bekannt, dass die Verfügung der Landesluftfahrtbehörde nicht von der Leiterin, sondern von der Staatssekretärin beim Verkehrssenat, Maria Krautzberger, unterschrieben worden ist. Wie es heißt, wurde der Text, den die Behörde erarbeitet hatte, auf Wunsch des Senats von Rechtsanwalt Geulen umformuliert und dann von der Staatssekretärin unterschrieben.

9. Juni

Die Tempelhofer Fluggesellschaften gehen davon aus, dass ihre für den Winter zugeteilten Slots auch tatsächlich wahrgenommen werden können. Die BFG hat inzwischen allen Mietern in Tempelhof zum 30. Oktober 2004 gekündigt.

Die Fluggesellschaft Fairline stellt den Flugbetrieb ein. Damit entfallen die Flüge von Schönefeld nach Graz und Linz.

Auf dem Flughafen Tegel wird das neue Parkhaus P 5 in Betrieb genommen. Damit stehen jetzt 820 Parkplätze in dem Gebäude zur Verfügung.

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen protestiert gegen die Pläne der Bundesregierung, das Flugbenzin zu besteuern und die Mehrwertsteuer für grenzüberschreitende Flüge einzuführen. Gewarnt wird vor einem deutschen Alleingang in Europa, der zu schwerwiegenden Wettbewerbsverzerrungen führen würde. In ähnlichem Sinne äußert sich der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie am selben Tage.

11. Juni

Der neue IHK-Präsident Eric Schweitzer spricht sich energisch gegen eine vorzeitige Schließung des Flughafens Tempelhof aus.

14. Juni

BARIG erklärt auf Anfrage, die Schließung Tempelhofs dürfe nicht zu einer Wettbewerbsbenachteiligung der betroffenen Airlines führen. In Tegel oder Schönefeld müssten gewünschte Slots in ausreichender Zahl zur Verfügung gestellt werden, und die BFG müsse die Umzugskosten tragen. Zudem müsse die finanzielle Entlastung der BFG durch die Schließung Tempelhofs in Form einer Gebührenermäßigung den Airlines in Tegel und Schönefeld weitergegeben werden.

16. Juni

Der Aufsichtsratsvorsitzende von Partner für Berlin, Heinz Dürr, nennt eine vorzeitige Schließung Tempelhofs „einen blanken wirtschaftlichen Wahnsinn“.

17. Juni

Die Arbeitsgemeinschaft Selbständige in der SPD fordert, dass Tempelhof erst geschlossen werden dürfe, wenn der neue Flughafen Schönefeld betriebsbereit sei. Der City-Airport werde für die Berliner Geschäftswelt gebraucht, erklärt der Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Hans Joachim Rothe.

Easyjet hat den Aufbau ihrer Berliner Station abgeschlossen und bedient nun insgesamt 13 Auslandsstrecken mit wöchentlich 133 Flugpaaren. Seit dem Beginn der ersten Flüge sind bereits 140 000 Passagiere befördert worden.

18. Juni

Germania, Windrose Air, die DBA wollen dem Senat den Vorschlag abermals unterbreiten, den Flughafen Tempelhof in eigener Regie zu übernehmen. Wie es heißt, wollen Air Berlin und Hapag-Lloyd den Versuch unterstützen.

Das Ermittlungsverfahren gegen die Manager der in Konkurs gegangenen Cargolifter AG ist eingestellt worden. Die Beschuldigten hätten stets deutlich gemacht, dass es sich bei dem Projekt um ein hochspekulatives Wertpapiergeschäft gehandelt habe. Die AG will nun weiter an dem Projekt eines neuen, allerdings kleineren, Lastluftschiffs arbeiten.

21. Juni

Germania und Windrose Air haben der Flughafengesellschaft ihr Vorhaben, den Flughafen Tempelhof in eigener Regie zu betreiben, vorgestellt. Die FBS erklärte sich allerdings für nicht zuständig. Ein zunächst geplantes Gespräch unter Einbeziehung von Senatsvertretern war kurzfristig vom Senat abgesagt worden.

Der Musterprozess um die Gebühren für die Nutzung des Taxi-Standplatzes in Tegel ist entschieden. Das Urteil des Landgerichts Berlin vom 26. Februar, dass die Erhebung der Gebühr rechtens ist, wird rechtskräftig.

23. Juni

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Berlin Tourismus Marketing GmbH, Dietmar Otremba, hat den Senat aufgefordert, das Angebot von Germania zur Übernahme Tempelhofs sorgfältig zu prüfen. Die Senatskanzlei erklärt demgegenüber, der Airport werde geschlossen. Der SPD-Verkehrsexperte Christian Gaebler sagt, der Germania-Vorstoß sei nur eine Marketing-Gag.

24. Juni

Die Abeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen macht Front gegen den Entwurf eines neuen Fluglärmgesetzes. Die Forderungen würden hohe Kosten verursachen und nicht die Erkenntnisse der modernen Lärmforschung berücksichtigen.

25. Juni

Der Leiter der zuständigen Brandenburger Behörde, Rainer Bretschneider. teilt mit, dass die Planfeststellung für den Ausbau Schönefelds erst nach dem Ende der Schulferien und damit nicht vor dem 8. August verkündet werde. Der Beschluss soll 1 500 Seiten und 400 karten umfassen.

27. Juni

Die in Tempelhof tätigen Airlines verkaufen weiter Flugscheine für Flüge für den Winterflugplan und sind optimistisch, dass die angekündigte Klage gegen die vorzeitige Schließung Erfolg haben wird. Beklagt wird von Germania und ihren Partnern, dass nach der Flughafengesellschaft auch der Senat sich nicht für zuständig erklärt hat, über eine Nutzung des City-Airports zu verhandeln.

30. Juni

Das AOC-Tempelhof teilt mit, dass der Flugplankoordinator nunmehr alle für Tempelhof für den Winter beantragten Slots genehmigt hat und zwar ohne Einschränkungen. Nach Ansicht von Fachleuten haben die Airlines damit Rechte erworben, die im Gegensatz zu den Schließungsbemühungen stehen. Parallel wurden fr Tegel Slots beantragt, jedoch wurde nur ein Teil der gewünschten Zeiten verfügbar gemacht .Germania-Expres hat für Tempelhof Flüge nach Frankfurt und München, sowie Athen, Lissabon, Moskau und Saloniki beantragt.

30.Juni

Bilanz Juni: 1 367 749 Passagiere (+ 17,8) und 20 134 Bewegungen (+ 5,3)

Tegel: 994 559 Passagiere (+ 1,3) und 11 851 Bewegungen (+- 1,9)

Tempelhof: 42 921 Passagiere (+ 11,0) und 3 742 Bewegungen (+ 0,9)

Schönefeld: 330 269 Passagiere (+ 136,1) und 4 541 Bewegungen (+ 36,3)

1. Juli

Sieben Fluggesellschaften, die in Tempelhof operieren, haben vor dem Berliner Oberverwaltungsgericht ihre Klage eingereicht. Sie fordern in einem Eilantrag die Ablehnung des Sofortvollzugs der Anordnung der Luftverkehrsbehörde zur Entlassung der BFG aus der Betriebspflicht und klagen gegen die verfügte Stilllegung des Airports. An der Klage nicht beteiligt sind Luxair und Swiss.

Air Berlin teilt mit, sie werde vom 1. November an täglich von Tegel nach Manchester fliegen. Im ersten Halbjahr 2004 seien 32 Prozent mehr Fluggäste befördert worden, als im selben Zeitraum des Vorjahres und zwar 5,36 Millionen. In dem Teilbereich City-Shuttle stieg die Zahl der Passagiere um 76 Prozent auf 1,28 Millionen. Der Gesamtumsatz erhöhte sich um 24.2 Prozent auf 453 Millionen Euro.

2. Juli

Die FBS teilt mit, im Herbst sollten Arbeiten zur Neugestaltung des Vorplatzes in Schönefeld beginnen. Kundenfreundlicher soll der Zugang vom Bahnhof gestaltet werden, der Weg zwischen Bahnhof und Terminal soll überdacht werden. Die Kosten werden mit zwei Millionen Euro angegeben. Die Bahn soll für einen Umbau des Bahnhofs weitere eine Million Euro ausgeben, jedoch hat die Bahn noch nicht zugestimmt. Die meisten ICE-Züge halten seit Mitte Juni nicht mehr in Schönefeld.

3 Juli

Die israelische ISRAIR befliegt zweimal wöchentlich die Strecke von Schönefeld nach Tel Aviv. Die Flüge sind aber nur über den Reiseveranstalter Unital Tourism Ltd. zu buchen.

5. Juli

Weitere acht in Tempelhof engagierte Unternehmen haben vor dem Berliner Oberverwaltungsgericht gegen die Entlassung der BFG aus der Betriebspflicht und deren sofortigen Vollzug geklagt.

TUI und Air Berlin haben ein Code-Sharing-Abkommen getroffen und eine engere Zusammenarbeit beschlossen. Im kommenden Winter soll Hapag-Lloyd-Flug vorrangig die Mittelmeer-Fernstrecken und die Flüge zu den Kanaren bedienen, während sich Air Berlin auf die Balearen und das spanische Festland konzentriert.

6. Juli

Private Wings eröffnet im Auftrag des Flughafens Neuhardenberg eine Linienverbindung von Neuhardenberg nach Krakau. Die Linie wird zweimal wöchentlich mit einer Beech 1900 bedient. Allerdings wird der Betrieb wegen geringer Nachfrage wenige Wochen später wieder eingestellt

7.Juli

Germania und Windrose Air haben eine Betreibergruppe gebildet und nun formell beim Berliner Verkehrssenat die Übertragung der Betriebserlaubnis für den Flughafen Tempelhof zum 1.November 2004 beantragt. Sie erklärten sich bereit, die notwendigen Einrichtungen zu pachten, aber, wenn nötig, auch den gesamten Flughafen-Komplex in eigene Regie zu übernehmen. In dem Antrag, der zahlreichen Stellen des Bundes und der L„nder Berlin und Brandenburg zugestellt wurde, heißt es, man werde bereits im ersten Betriebsjahr einen Gewinn von 2,2 Millionen Euro erwirtschaften. Germania will zwei Fokker 100 stationieren und hat Slots angemeldet nach Frankfurt und München, sowie nach Athen, Lissabon, Moskau und Saloniki. Die Betriebserlaubnis solle bis zur Inbetriebnahme des BBI gültig bleiben.

10. Juli

Der Germania-Geschäftsführer Wolfgang Vieweg erklärt in einem Interview, die Betreibergruppe mit Germania und Windrose Air würde bei einer Übernahme des Betriebs in Tempelhof keine Verluste mehr schreiben.

11. Juli

Der Tagesspiegel berichtet, der Senat wolle zwar die Stilllegung Tempelhofs betreiben, sich aber offen lassen, wann der Airport tatsächlich entwidmet wird. Damit könnte angeblich im Falle von Kapazitätsengpässen wieder auf den City-Arport zurück gegriffen werden.

Der Deutschland-Direktor von Brüssel Airlines, Daniel Noraman, erklärt in einem Interview, ein Umzug von Tempelhof nach Schönefeld komme nicht infrage. Sollte Tempelhof geschlossen werden und kein Umzug nach Tegel möglich sein, werde man die Deutschland-Direktion in eine andere Stadt verlegen.

Der Stuttgarter Architekt Hans-Georg Brunnert schlägt vor, auf den Bau eines Terminals in Schönefeld zu verzichten und dafür den Flughafen Tempelhof mit seinen Anlagen für die Abfertigung der Passagiere umzubauen und zu nutzen. Die Passagiere könnten dann mit einer unterirdischen Bahn nach Schönefeld befördert werden.

12. Juli

Bundeskanzler Schröder erklärte nach einer Kabinettsklausur in Neuhardenberg, die Bundesregierung stehe voll zu dem geplanten Ausbau Schönefelds zum BBI.

13. Juli

Die Luxair kündigt an, dass sie als erste der in Tempelhof operierenden Airlines am 19. Juli nach Tegel umziehen werde, nachdem sie dieselben Slots wie in Tempelhof erhalten habe.

14. Juli

Die Oberbürgermeister von Augsburg und von Mannheim haben in Schreiben an den Regierenden Bürgermeister Wowereit gegen die Stilllegung Tempelhofs protestiert. Die Existenz der örtlichen Flughäfen sei bedroht, und der Fortfall der Flugverbindungen hätte wirtschaftliche Folgen für die Regionen.

Nach der Luxair erklärt auch Swiss, sie werde von Tempelhof nach Tegel umziehen und die Basel-Strecke vom 28. Oktober an von Tegel bedienen. Swiss befördert von Tempelhof jährlich rund 39 000 Passagiere.

Die Lufthansa erklärt in ihrem Info-Dienst, sie unterstütze den Senat in seinem Bemühen, Tempelhof zu schließen. Die Millionenverluste des City-Airports gingen zu Lasten der Steuerzahler und der Lufthansa. Jeder Passagier zahle in Tegel für die Verluste in Tempelhof. Die Lufthansa erwarte nach einer Stilllegung Tempelhofs, dass die Gebühren in Tegel gesenkt werden. Die German Business Aviation Association (GBAA), dem zahlreiche Konzerne mit eigenen Flugzeugen angehören, protestiert gegen die Lufthansa und nennt die Argumentation abartig. Die Lufthansa bekenne sich damit nun auch öffentlich zu ihrer Erstickungskampagne gegen Tempelhof.

15. Juli

Condor gibt ihren Winterflugplan bekannt. Erstmals soll ein Airbus in Tegel stationiert werden und 21 Ziele ansteuern. Auch in Schönefeld soll der Flugplan erweitert werden.

16. Juli

Der Bundesverband Mittelständische Luftfahrt protestiert äußerst heftig gegen die Haltung der Lufthansa, die sich gegen Tempelhof entschieden hatte. Das Verhalten der Lufthansa, so wurde erklärt, sei ein Affront gegen die gesamte internationale Luftfahrt.

18. Juli

Der „Spiegel“ berichtet, die FBS habe Ausschreibungen für die geplanten Hochbauten des BBI verschickt, obwohl es gegenwärtig weder rechtliche noch finanzielle Voraussetzungen für das Projekt gebe. Der Flughafensprecher Ralf Kunkel erklärt, es sei eine europaweite Ausschreibung erst angekündigt worden. Aufsichtsrat und Bundesverkehrsministerium erkl„ren, der Ausschreibung sei zugestimmt worden. Die Grünen-Politikerin Franziska Eichstädt-Bohlig nennt das Verfahren abenteuerlich, weil überhaupt kein Finanzierungskonzept vorliege.

19. Juli

Luxair ist von Tempelhof nach Tegel umgezogen.

Das AOC Tempelhof fordert den Flugplankoordinator Ulrich auf, zu erklären, wie es möglich geworden ist, dass plötzlich adäquate Slots für die Tempelhofer Airlines in Tegel zur Verfügung stehen, obwohl früher erklärt worden war, es sei unmöglich, die Wünsche der Tempelhofer Airlines in Tegel zu erfüllen. Insider werfen Ulrich vor, er betreibe das Geschäft der BFG, die unter allen Umständen die Airlines aus Tempelhof heraus haben möchte, bevor es zu einer Gerichtsentscheidung über die Entlassung der BFG aus der Betriebspflicht kommt.

Die IHK Berlin fordert den Regierenden Bürgermeister Wowereit auf, das Angebot von Germania und Windrose Air für die Übernahme Tempelhofs sorgfältig zu prüfen. Der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Christian Wiesenhütter nennt eine Schließung Tempelhofs vor der Inbetriebnahme des BBI abenteuerlich.

Aus dem Bundesverkehrsministerium heißt es, Minister Stolpe prüfe den Vorschlag, die Abfertigung der Passagiere für den BBI in Tempelhof vorzunehmen. Der Plan findet allerdings kaum ein Echo.

20. Juli

Germania und Windrose mahnen eine Antwort des Senats auf ihr Angebot zur Übernahme Tempelhofs an.

Der Leiter des Bundesvermögensamtes I der Oberfinanzdirektion, Lothar Giese, erklärt, der Bund werde auf keinen Fall die BFG zum Zeitpunkt der Stilllegung Tempelhofs aus dem Nutzungsvertrag entlassen. Der Antrag der BFG, den Vertrag zum 31. Mai 2005 zu kündigen, wurde abgelehnt. Die BFG hatte mehrfach behauptet, sie könne die Anlagen Tempelhofs nach Beendigung der Betriebspflicht zurückgegeben.

21. Juli

Germanwings kündigt an, in der Bilanz für 2004 Schwarze Zahlen schreiben zu können. Der Umsatz werde 230 Millionen Euro betragen. Zur künftigen Planung wurde erklärt, Berlin sei keine Alternative für einen Ausbau mehr, nachdem sich Easyjet in Schönefeld etabliert habe.

22. Juli

Die Landesluftfahrtbehörde hat auf das Angebot von Germania und Windrose Air erstmals reagiert und weitere Angaben angefordert. Offiziell erklärten die Antragsteller, der Tenor der Antwort sei zwar negativ, jedoch keine Ablehnung. Germania und Windrose Air, zu denen nun auch Cirrus Air gestoßen ist, wollen nun ein Treffen anbieten, in dem die Regularien für eine mögliche Flughafenübernahme geklärt werden sollen.

Easyjet kündigt an, sie werde im Winter neue Ziele von Schönefeld aus ansteuern, und zwar Madrid, Krakau, Genf und Ljublana. Dazu werde eine siebte Maschine in Schönefeld stationiert.

Der Amadeus Flugdienst hat seine Flüge von Tempelhof nach Hahn bereits wieder aufgegeben

23.Juli

Es wird bekannt, dass neben den Tempelhofer Unternehmen nun auch die Berliner Oberfinanzdirektion Klage gegen die Stilllegung Tempelhofs eingereicht hat. Die Klage soll auf ausdrücklichen Wunsch von Bundesfinanzminister Eichel erfolgt sein. Wie es heißt, verlangt die Oberfinanzdirektion die Rücknahme des Stilllegungs-Beschlusses des Senats mit der Begründung, das gesamte Verfahren sei nicht rechtsstaatlich. Zugleich wird noch einmal unterstrichen, dass die Oberfinanzdirektion die Gebäude des Flughafens nicht von der BFG vorzeitig zurücknehmen wird. Der Pachtvertrag laufe erst aus, wenn der City-Airport rechtskräftig entwidmet ist.

Die BFG berichtet, auch Brüssel Airlines wolle vorfristig von Tempelhof nach Tegel umziehen, und zwar noch im Laufe des Sommerflugplans, nachdem geeignete Slots zugeteilt worden waren. In der Spitze von Brüssel Airlines regt sich jedoch Widerstand, sodass der Vertrag noch nicht unterschrieben worden ist.

24. Juli

Wie weiter bekannt wird, hat auch die BFG jetzt Klage gegen den Senat eingereicht. Sie will sich damit gegen eine Auflage wehren, die besagt, dass die BFG Entschädigungen an die Tempelhofer Airlines zahlen solle, falls die Klagen der Airlines für den Erhalt Tempelhofs Erfolg haben sollten.

27. Juli

Der Flugplankoordinator weist die Beschwerde des Tempelhofer AOC zurück und erklärt, die Airlines in Tegel hätten mehrere für den Sommer beantragte Slots nicht genutzt, so dass genügend Slots für die Tempelhofer Airlines auch zu den gewünschten Zeiten verfügbar gemacht werden konnten.

28. Juli

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Michael Rogowski, hat sich in die Reihe der Wirtschaftsführer eingereiht, die vom Regierenden Bürgermeister Wowereit verlangt, dass Tempelhof mindestens bis zur Eröffnung der BBI offen bleibt. 25 bis 30 große deutsche Konzerne nutzten, ebenso wie zahlreiche andere Wirtschaftsunternehmen und Geschäftsleute den City-Airport, der damit unverzichtbar sei. – Auch die Baukammer Berlin kritisiert die Flughafenpolitik des Senats und fordert den Regierenden Bügermeister auf, das Angebot von Germania und Windrose Air sollte ernsthaft geprüft werden.

Der Senatssprecher Michael Donnermeyer zeigt sich von allen Protesten unbeeindruckt und erklärt, Tempelhof werde aufgegeben. Die BFG überlegt nach Presseberichten, die Bundeswehr zum Umzug nach Schönefeld zu bewegen, um in Tegel-Nord Platz für die Allgemeine Luftfahrt aus Tempelhof zu bekommen.

29. Juli

Die FBS verhandelt nach Angaben eines Sprechers mit der amerikanischen Fluggesellschaft ATA über eine Nonstop-Verbindung in die USA. Die Airline wolle im Sommer 2005 Billig-Flüge in die USA anbieten und steht auch mit dem Flughafen Köln in Verhandlungen.

Die Betreibergruppe aus Germania, Cirrus Air und Windrose Air erklärt, sie wolle bei einem Zuschlag für den Flughafen Tempelhof den City-Airport zu einem attraktiven Flughafen für den Geschäftsreiseverkehr ausbauen.

30. Juli

Die BFG versucht mit allen Mitteln, weitere Airlines von Tempelhof nach Tegel zu ziehen und hat nun angeboten, die Gebühren für kleinere Flugzeuge in Tegel zu senken. Die Mindesttonnage soll von bisher 27 Tonnen Startgewicht auf sechs Tonnen gesenkt werden. Den Airlines in Tegel sollten niedrigere Gebühren angeboten werden, wenn sie sich nicht mehr gegen eine Schließung Tempelhofs und gegen das Gebührensystem in Schönefeld wehren.

30. Juli

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Reinhard Schultz hat mit Abgeordneten der CDU und FDP eine Initiative gegründet mit dem Ziel, das Thema Tempelhof nach der Sommerpause im Verkehrsausschuss des Bundestages zur Sprache zu bringen.

31. Juli

Der Brandenburger Verkehrsminister Frank Szymanski teilt mit, dass am Freitag, dem 13. August der Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau Schönefelds zum BBI veröffentlicht wird. Der Beschluss soll bis zum 20. September in den Gemeinden ausgelegt werden. Das sogenannte Baurecht für den BBI umfasst 1 500 Seiten mit 400 Karten. Der 5000 Mitglieder umfassende Bürgerverein Berlin-Brandenburg hat angekündigt, er werde vor dem Bundesverwaltungsgericht unverzüglich einen Baustop erwirken.

Bilanz Juli: 1 474 809 Passagiere (+ 14) und 20 029 Bewegungen (+ 3,7)

Tegel: 1 009 321 Passagiere (- 2,1) und 11 672 Bewegungen (- 6,1)

Tempelhof: 38 787 Passagiere (+ 10,6) und 3 237 Bewegungen (+ 5,6)

Schönefeld: 426 701 Passagiere (+ 87,9) und 5 120 Bewegungen (+ 34)

1. August

Der Sprecher der FBS-Geschäftsführung Dieter Johannsen-Roth erklärt in einem Beitrag in der Berliner Morgenpost, Tempelhof habe keine Zukunft mehr, weil sich der Markt gegen den Airport entschieden habe. Die Anträge von Germania, Cirrus und Windrose werden von ihm als wenig hilfreiche und nur PR-wirksame Ankündigungen abgetan. Nach Angaben der Luftfahrtbehörde entzögen sich die eingereichten Unterlagen mangels Plausibilität einer Prüfung.

3. August

Dem Protest des Bundesverbands der Deutschen Industrie gegen die Stilllegung Tempelhofs hat sich nun auch der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Georg Braun, angeschlossen. Dies sei für Berlin ein falsches Signal. Der Beschluss müsse überdacht werden. Der Verband ist die Dachorganisation der 81 deutschen Industrie- und Handelskammern und vertritt 3,6 Millionen Unternehmen.

Der Berliner Senat hat erklärt, die Landesluftfahrtbehörde stimme dem Antrag der BFG zu, den Flughafen Tegel zu schließen, wenn der BBI in Betrieb geht. Der Antrag der BFG datiert vom Dezember 1997.

Die Berliner Finanzverwaltung hat noch einmal bestätigt, es gebe keinen Grund, die BFG aus dem Pachtvertrag in Tempelhof zu entlassen, auch wenn der Betrieb, wie beantragt stillgelegt werde.

Germania-Express teilt mit, sie werde am 1. November eine weitere innerdeutsche Linie und zwar von Tegel nach Karlsruhe Baden-Baden eröffnen, die einmal täglich von Montag bis Freitag bedient werden soll.

4. August

Das AOC Tempelhof bezeichnet die Antwort des Flugplankoordinators Claus Ulrich als nicht befriedigend und verlangt weitere Aufklärung, wie die Kapazitätserweiterung in Tegel zustande gekommen ist und warum die Fluggesellschaften nicht rechtzeitig über Veränderungen der Slot-Situation informiert worden seien.

Germanwings teilt mit, dass vom 30. Oktober an die Flüge von Schönefeld nach Stuttgart von bisher zwei täglichen Flugpaaren auf drei erhöht werden.

5. August

Easyjet hat in der ersten 100 Tagen ihres Flugbetriebs in Schönefeld bereits 350 000 Passagiere befördert. Der Durchschnittspreis lag bei 63 Euro. Vom Winter an soll eine siebte Maschine in Schönefeld stationiert werden (A 319). Neue Flüge gibt es dann nach Bratislava, Genf, Krakau, Llubjana und Madrid.

6. August

Der Tagesspiegel interviewt den Leiter Verkehrspolitik beim BDI, Kay Lindemann, der die Äußerungen des BDI-Präsidenten Rogowski modifiziert und feststellt, dass Tempelhof nicht um jeden Preis offen gehalten werden dürfe.

8. August

Die FBS teilt mit, dass im November mit der Überdachung des Weges vom Bahnhof Schönefeld zum Terminal begonnen werden solle. Außerdem werden Pläne erarbeitet, die Abfertigungskapazität in Schönefeld zu erhöhen. – Auch in Tegel sind Baumaßnahmen geplant, um die Passagierabfertigung zu erleichtern.

9. August

Flughafen-Geschäftsführer Dieter Johannsen-Roth teilt mit, der Finanzierungsplan für den Ausbau Schönefelds zum BBI, der schon Ende Juli vorliegen sollte, werde noch erarbeitet. Er werde „in Kürze“ vorliegen. Für den defizitären Betrieb in Schönefeld erwartet er Ende 2007 Schwarze Zahlen.

Mehrere Bundestagsabgeordnete machen sich für den Erhalt Tempelhofs stark. Die Frage soll im Bundestag erörtert werden.

11. August

Die erste Verhandlung über die Klage der Air Berlin gegen die Gebührenpolitik der FBS in Schönefeld findet vor dem Landgericht Potsdam statt, aber es fällt noch keine Entscheidung. Es werden inzwischen Vorwürfe – vermutlich von der DBA – bekannt, dass die FBS versuche, mit Gebührenfreiheit Airlines von Tegel nach Schönefeld zu locken. Die DBA stellt klar, dass sie in Tegel bleibt.

13. August

Die Brandenburger Planfeststellungsbehörde hat den Ausbau Schönefelds zum BBI mit Einschränkungen genehmigt. Damit ist die Planfeststellung erfolgt. Genehmigt wurden die Verlängerung der südlichen Startbahn um 600 auf 3 600 Meter, der Bau einer neuen Startbahn südlich davon mit einer Länge von 4 000 Metern, Schließung der nördlichen Startbahn, die Ausweisung der Flächen für die Flughafenbauten, die Anbindung an das Straßen- und Schienennetz und der Bau eines Bahnhofs unter dem Terminal. Für die Versiegelung von Flächen muss die FBS 34,3 Millionen Euro Ausgleich zahlen und für 10 000 zu fällende Bäume 20 000 neue pflanzen. Für den Lärmschutz wurden strenge Auflagen verhängt, ein generelles Nachtflugverbot gibt es jedoch nicht. Es wird festgestellt, dass die innerstädtischen Flughäfen Tempelhof und Tegel spätestens ein halbes Jahr nach Inbetriebnahme des BBI geschlossen sein müssen. Ein früherer Termin für Tempelhof wird nicht ausgewiesen.

16. August

Der Regierende Bürgermeister Wowereit erklärt, die in der Planfeststellung geforderten Schutzmaßnahmen und Ausgleichszahlungen lägen im Rahmen. Eine Summe nannte er jedoch nicht. Wann der Finanzierungsplan für den Ausbau vorliegen werde, sagte Wowereit nicht. Er stellte aber erneut klar, dass Tempelhof geschlossen werden müsse wegen der Verluste.

21. August

Der TU-Professor Wilfried Legat erhebt Vorwürfe gegen den Regierenden Bürgermeister und den früheren Verkehrssenator Strieder, die ein vom ihm erarbeitetes Gutachten über die Bedeutung des Geschäftsreiseflugverkehrs für Berlin unter Verschluss hielten. In dem Gutachten sei die Bedeutung dieses Verkehrs hervorgehoben worden, was zugleich die Bedeutung Tempelhofs unterstrichen habe.

24. August

Den Anwälten der Flughafengegner in Schönefeld liegen mittlerweile 7 000 Anträge für Klagen vor. Die Anwälte erklärten, die Planfeststellung werde vor Gericht keinen Bestand haben. Unter anderem deswegen, weil die Standortfrage nur ein politischer Beschluss sei, dass aber Alternativen nicht erwogen worden seien.

25. August

Der Senat lehnt Gespräche mit Germania. Windrose und Cirrus über die angebotene Übernahme Tempelhofs in eigene Regie ab. Für den Fortbestand des City-Airports gebe es keinen Bedarf, wurde erklärt.

26. August

Das Bundesverkehrsministerium bestreitet, dass es den Vorschlag des Stadtplaners Hans-Georg Brunnert geprüft habe. Vielmehr sei der Vorschlag an die FBS geleitet worden, die ihn abgelehnt habe. Brunnert hatte vorgeschlagen, die Anlagen Tempelhofs zur Abfertigung der BBI-Passagiere zu nutzen und die Fluggäste mit einer unterirdischen Bahn nach Schönefeld zu befördern.

30. August

Die Brandenburger PDS lehnt den Bau des BBI ab und bezeichnet ihn als zu groß, zu teuer und zu lärmend. Die FBS wurde aufgefordert, erst einmal ein Finanzierungskonzept vorzulegen, das dem neuen Parlament übergeben werden müsse.

Die für den Verkehr zuständigen Minister Berlins und Brandenburgs, Ingeborg Junge-Reyer und Frank Szymanski, würdigen die Zusammenarbeit bei der Planfeststellung für Schönefeld und künden eine Intensivierung der Zusammenarbeit an. Unter anderem soll bis Mitte 2005 ein Vorschlag erarbeitet werden, für beide Länder ein gemeinsames Luftfahrtamt zu gründen

31. August

Die Bilanz für August: 1 361 443 Passagiere (+ 13,1) und 19 599 Bewegungen (+ 3,3)

Tegel: 930 210 Passagiere (- 3,6) und 11 604 Bewegungen (- 4,3). Der Rückgang geht auf

das Konto des Inlandlinienverkehrs, nur in geringerem Maße auf den Auslandsverkehr.

Tempelhof: 33 640 Passagiere (+ 7,6) und 3 052 Bewegungen (+ 3,7)

Schönefeld: 397 593 Passagiere (+ 91,1) und 4 943 Bewegungen (+ 26,3)

1. September

Die LGW stellt die Flüge zwischen Tempelhof und Erfurt ein, nachdem Thüringen weitere Zuschüsse abgelehnt hatte.

2. September

Der Regierende Bürgermeister Wowereit erklärt, er sei sicher, dass die BFG ihre Absicht durchsetzen könne, den Pachtvertrag für Tempelhof zum 30. Juni 2005 zu kündigen. Klar sei aber auch, dass die BFG bis zum Ende des Nutzungsvertrages die Bewirtschaftung der Liegenschaften obliege. Es fänden Gespräche mit dem Bund über eine einvernehmliche Lösung statt.

Die FBS teilte mit, sie stehe in Verhandlungen mit vielen Fluggesellschaften mit dem Ziel, wieder einen Nonstop-Flug in die USA zustande bringen zu können.

3. September

Brüssel Airlines hat sich nun doch für den Umzug von Tempelhof nach Tegel entschieden. Die Airline zieht ihre Klage gegen die Stilllegung Tempelhofs zurück. Der Wechsel soll zum Beginn des Winterflugplans erfolgen. Die Airline befördert nach Angaben der BFG jährlich 106 000 Passagiere, das entspreche 24,2 Prozent des Gesamtaufkommens in Tempelhof.

10. September

Die Fluggesellschaften Deminair und OLT erliegen auch den Lockungen der BFG und kündigen ebenfalls den Umzug von Tempelhof nach Tegel an und ziehen ihre Klagen gegen den Senat zurück. Während Deminair bereits am 13. September umzieht, folgt OLT zum 20. September.

Die Baukammer Berlin fordert ein Offenhalten Tempelhofs. Der Airport sei für die Geschäftsflieger unentbehrlich.

11. September

Nach einem Bericht des Tagesspiegels ist der Bund bereit, seine Klage gegen die Stilllegung Tempelhofs zurück zu ziehen. Man wolle mit dem Senat schnell ein Nachnutzungskonzept erarbeiten, wurde erklärt.

13. September

Denimair nimmt den Flugbetrieb in Tegel auf. Cirrus Air erklärt, sie werde nun ebenfalls nach Tegel umziehen und zwar mit Beginn des Winterflugplans. In einer Presseerklärung behauptet die BFG wahrheitswidrig, die letzte Liniengesellschaft habe ihre Klage zurückgezogen. Sie verschweigt, dass InterSky nach dem Auseinanderbrechen der Klagegemeinschaft nun selbst klagen und in Tempelhof bleiben wird, ebenso wie die LGW. Auch die Behauptung der BFG, Germania habe für den Winter keine Slots für Tempelhof beantragt, ist unwahr.

Insider äußern Überraschung, dass es der BFG offenbar gelungen ist, mit Hilfe des Flugplankoordinators alle gewünschten Slots in Tegel für die umzugswilligen Airlines zur Verfügung zu stellen, obwohl stets festgestellt wurde, zu den Spitzenzeiten sei Tegel ausgebucht.

14. September

Die Bauarbeiten für die Überdachung des Weges vom Bahnhof Schönefeld zum Terminal sollen in „wenigen Wochen“ beginnen, allerdings hat die Bahn noch keinen Antrag für einen Umbau des Bahnhofs gestellt.

16. September

Unter Führung des Berliner CDU-Bundestagsabgeordneten Peter Rzepka wird ein Antrag erarbeitet , der im Bundestag eingebracht werden soll und mit dem eine Diskussion über die Zukunft Tempelhofs erreicht werden soll.

Pläne der FBS, auch für Schönefeld Gebühren für Taxistände zu erheben und einen gebührenpflichtigen Taxiparkplatz zu bauen, stoßen auf Widerstand. Die Taxiinnung droht mit einem Boykott Schönefelds.

19. September

Der Windrose-Geschäftsführer Thomas Stillmann hält mit anderen Tempelhofer Flugtaxi-Unternehmen an der Klage gegen die Stilllegung des City-Airports fest, weil bisher ein adäquater Ersatz in Tegel nicht angeboten worden sei. Ein Umzug nach Schönefeld komme nicht infrage.

Dem Senat liegen mehrere Pläne vor, wie das Tempelhofer Feld nach einer Schließung des Flughafens genutzt werden sollte. Unter anderem wurde vorgeschlagen, dort eine Formel-I-Rennstrecke zu bauen. Der Senat ließ erklären, er stehe nicht unter Zeitdruck.

20. September

Die OLT ist mit ihren Bremen-Flügen von Tempelhof nach Tegel umgezogen.

Die DBA plant, ihre Flotte von gegenwärtig 15 Boeing 737-300 durch 24 neue Flugzeuge zu ersetzen. Infrage kommen nach Angaben der DBA Airbus 319 und Boeing 737-700. Mit beiden Herstellern werde verhandelt. Die Lieferungen sollen 2006 bis 2007 erfolgen.

23. September

Auch EAE einigt sich mit der BFG und wird zum Beginn des Winterflugplans von Tempelhof nach Tegel umziehen.

Im Bundestag ist nun der Antrag von 64 Abgeordneten eingebracht worden, mit dem eine Überprüfung der Flughafenpolitik in Berlin gefordert wird.

24. September

Der 1. Senat des Berliner Oberverwaltungsgerichts erklärt die vom Senat verfügte Befreiung der BFG von der Betriebspflicht in Tempelhof und deren sofortigen Vollzug zum 31. Oktober für rechtswidrig und hebt ihn auf. Das Gericht macht deutlich, dass es für eine Entlassung der BFG aus der Betriebspflicht keine Rechtsgrundlage gebe. Deshalb werde auch in der Hauptverhandlung kein anderes Urteil zu erwarten sein. Eine Stilllegung eines zugelassenen internationalen Airports sei rechtlich nicht möglich. Nötig sei ein ordentliches Entwidmungsverfahren, das von der BFG beantragt werden müsste. Solange der Airport nicht entwidmet sei, sei die BFG verpflichtet, Tempelhof für jedermann offen zu halten. Alle von der BFG vorgebrachten Argumente für eine Stilllegung Tempelhofs wurden vom Gericht detailliert zurück gewiesen. Die BFG erklärte in einer ersten Stellungnahme, das Urteil gelte nur für die klagenden Parteien und ignorierte damit die Feststellungen des Gerichts.

Der Regierende Bürgermeister Wowereit erklärte, ein Betrieb von Tempelhof sei ökonomisch und ökologisch nicht sinnvoll. Das Defizit belaste die BFG. Der Senat will an seinen Schließungsplänen festhalten und erklärt, er werde prüfen, wie weiter verfahren werden soll.

Der Amadeus Flugdienst, der zeitweise auch Tempelhof aus Hahn angesteuert hatte, hat Insolvenz angemeldet. Für die Airline waren die beiden Jungmanager Oliver Heinz und Torsten Mache tätig, die bereits vor anderthalb Jahren mit ihrer Berlin-Jet gescheitert waren.

25. September

Nach dem Urteil des Berliner Oberverwaltungsgerichts hat die IHK den Senat aufgefordert, einen Neustart in der Flughafenpolitik zu beginnen. Auch die Handwerkskammer begrüßte das Urteil.

27. September

Germania hat das Angebot an den Senat erneuert, den Flughafen Tempelhof in eigene Regie zu nehmen. Die Bundestagsdebatte über die Berliner Flughafenpolitik ist nun für den 21. Oktober angesetzt.

28. September

Die BFG erklärt abermals wahrheitswidrig, das Urteil des Oberverwaltungsgerichts gelte nur für die klagenden Parteien. Alle anderen Airlines könnten in Tempelhof nicht mehr fliegen. Die Fluggesellschaften wurden in Schreiben der BFG unterrichtet, dass Airlines, die nicht geklagt hätten, Tempelhof nicht nutzen dürften. Das AOC Tempelhof erklärte, man werde sich nun an die Luftfahrtbehörde wenden, damit sie die BFG zur Vernunft bringe. Nach dem Urteil sei der Airport für jedermann offen.

3. Oktober
Der Luftrechtexperte Prof. Elmar Giemulla erklärt in einem Interview mit der Berliner Morgenpost, der Konsensbeschluss von 1996 sei eine politische Entscheidung, die keine rechtliche Bedeutung für die Zukunft der Flughäfen habe. Daher könne damit gerechnet werden, dass Tempelhof frühestens 2008 geschlossen werden könne, wenn die BFG rechtzeitig einen Entwidmungsantrag stellt.

4. Oktober
Der Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Rzepka hat fraktionsübergreifend einen Antrag im Bundestag angekündigt, der sich mit der Berliner Flughafen-Politik und besonders mit der Zukunft Tempelhofs befassen soll.

5. Oktober
Germania teilt mit, sie werde mit dem Winterflugplan ihre München-Flüge von Tegel nach Tempelhof verlegen und neu von Baden Baden nach Tempelhof fliegen. Athen und Saloniki werden weiter von Tempelhof aus bedient. Weitere Auslandsverbindungen sollen von Tempelhof über das Drehkreuz München angesteuert werden., so Stockholm Rom und Lissabon. Germania erklärt, sie werde im Dezember auch von Tempelhof nach Brüssel und Saarbrücken fliegen, wenn Brüssel Airlines, bezw. Cirrus Air nach Tegel ziehen sollten.

Der Anwalt der Tempelhofer Airlines fordert die Landesluftfahrtbehörde auf, sie solle unverzüglich die BFG zur Ordnung rufen und sicherstellen, dass diese ihre gesetzlichen Betreiberpflichten in Tempelhof erfüllt.

6. Oktober
Die BFG lässt verlauten, sie prüfe, ob die große Abfertigungshalle in Tempelhof geschlossen werden könne, wenn der Betrieb Ende Oktober weiter geht. Germania kündigt rechtliche Schritte an, falls die BFG dies tatsächlich tun sollte.

In einer Podiumsdiskussion in Potsdam erklärt der Sprecher der FBS-Geschäftsführung, Johannsen-Roth, das Finanzierungskonzept für den BBI werde im Dezember vorliegen. Er bezifferte den Finanzbedarf für den Ausbau Schönefelds zum BBI mit 2,5 Milliarden Euro. Zahlen, wie hoch der Beitrag der Öffentlichen Hand sein werde, wurden nicht genannt.

8. Oktober
Im Beisein des Regierenden Bürgermeisters Wowereit teilt die US-Airline Delta Air Lines in Berlin mit, sie werde vom 3. Mai 2005 an nonstop von Tegel nach New York (Kennedy Airport) fliegen und die Linie täglich bedienen. Eingesetzt werde eine zweistrahlige Boeing 767 300 ER mit 204 Plätzen in einer Zwei-Klassen-Konfiguration. Die Forderung der FBS, den Flughafen Schönefeld anzusteuern, lehnt Delta Air Lines ab.

Germania droht der BFG mit einem Prozess, falls sie es nicht unterlasse, Airlines, die von Tempelhof nach Tegel ziehen wollen, Sonderkonditionen einzuräumen.

Die Fluggesellschaft V-Bird ist insolvent und stellt den Flugverkehr ein. In Berlin sind die Flüge zum Flughafen Weeze am Niederrhein betroffen.

9. Oktober
Das Bundesverwaltungsgericht hat in Erwartung der zahlreichen Klagen gegen den Ausbau Schönefelds acht neue Mitarbeiter eingestellt und zusätzliche Räumlichkeiten bereit gestellt.

11. Oktober
Auch die US-Fluggesellschaft Continental Airlines kündigt Nonstop-Flüge von Berlin-Tegel nach New York an. Sie will vom 2. Juli 2005 an täglich den Flughafen Newark ansteuern und eine zweistrahlige Boeing 757-200 einsetzen mit 172 Sitzen, davon 16 in der Business-First-Class. Auch sie lehnt einen Anflug Schönefelds ab.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Rzepka fordert den Rücktritt des FBS-Chefs Johannsen-Roth, der für die katastrophale Flughafenpolitik verantwortlich sei. Insbesondere die Behauptung, Tempelhof werde nur für die Unternehmen, die geklagt hätten, offen gehalten, sei rechtswidrig.

Die Gemeinden Blankenfelde-Mahlow, Eichwalde, Großbeeren und Schulzendorf haben beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau Schönefelds zum BBI eingereicht. Sie beantragten, den Planfeststellungsbeschluss aufzuheben, vor allem weil in der Standortfrage Alternativen nicht berücksichtigt worden seien.

13. Oktober
Cirrus Airlines teilt mit, sie werde nicht nach Tegel umziehen und in Tempelhof bleiben und von dort den vollen Betrieb auch im Winterflugplan durchführen. Cirrus fliegt von Tempelhof nach Mannheim und Saarbrücken.

14. Oktober
V-Bird, die ihren Flugbetrieb bereits eingestellt hatte, meldet nunmehr Konkurs an.

15. Oktober
Auch Volare web stellt ihren Flugbetrieb nach Deutschland ein. Betroffen sind die Flüge von Schönefeld nach Mailand, Rom und Venedig. Passagiere, die aus Italien nach Berlin fliegen wollten, sind gestrandet und säßen auf den italienischen Airports fest. Ihre Rückflüge mussten sie selbst und auf eigene Kosten organisieren.

18. Oktober
Vor dem Verein Berliner Kaufleute und Industrieller erklärt der FBS-Geschäftsführer Bobke von Carmen, die FBS sei nicht starrsinnig. Sie prüfe mehrere Wege, wie sie mit dem Urteil über Tempelhof umgehen solle, unter anderem auch, ob der Airport bis zur Inbetriebnahme des BBI offen bleiben könne. Der Sprecher der FBS-Geschäftsführung, Johannsen-Roth erklärt sofort, hier sei eine private Meinung verbreitet worden.

Die Anwälte der Flughafen-Gegner in Schönefeld haben beim Bundesverwaltungsgericht 3000 Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss von rund 6 000 Betroffenen eingereicht. Die Anträge wurden in zwei großen Sammelklagen zusammengefasst. Sie erklärten, bei der Planfeststellung habe es gravierende Fehler gegeben. Vor allem seien Alternativ-Standorte nicht berücksichtigt worden.

In der Berliner Verwaltung wird das Vorgehen der FBS kritisiert und verlangt, dass für den Bau des neuen Terminals für den BBI ein öffentlicher Architektenwettbewerb ausgeschrieben wird.

19. Oktober
Auch European Air Express (EAE) teilt mit, dass sie nicht von Tempelhof nach Tegel umziehen werde. Sie erfülle damit einen Wunsch ihrer Passagiere, die Tempelhof bevorzugten. EAE fliegt nach Münster-Osnabrück.

Nach dem Urteil des Berliner Oberverwaltungsgerichts zum Flughafen Tempelhof wird in der Berliner Wirtschaft wieder verstärkt der Vorschlag des Architekten Hans-Georg Brunnert diskutiert, Tempelhof als Abfertigungsbasis für Schönefeld auszubauen und die Passagiere mit einer U-Bahn zu den Flugzeugen nach Schönefeld zu befördern.

20. Oktober
Das Landgericht Potsdam stellt in seinem Urteil über die Klage der Air Berlin gegen die FBS fest, dass die Gebührenordnungen für Schönefeld „nicht der Billigkeit entsprechen“ und daher für die Fluggesellschaft nicht verbindlich sind. Die FBS wird verurteilt, es zu unterlassen, von Easyjet und Ryanair geringere als die in der Entgeldregelung festgelegten Gebühren zu verlangen oder Rückerstattungen zu leisten. Auch dann nicht, wenn die Vergünstigungen als Marketing- oder Werbekostenzuschüsse deklariert werden. Air Berlin ist mit dem Urteil zufrieden und erklärt, das Urteil werde Signalwirkung auch für andere Flughäfen haben.

Die Flughafen-Gesellschaft lenkt ein und erklärt, es werde keine Behinderungen der Airlines in Tempelhof oder die Schließung der Abfertigungshalle geben. „Aus partnerschaftlicher Rücksicht“ könnten auch die Airlines in Tempelhof fliegen, die sich nicht an der Klage beteiligt hätten. Der Senat erklärt, er halte an dem Ziel fest, Tempelhof so bald wie möglich zu schließen.

Die Anwälte der Gegner eines Ausbaus von Schönefeld zum BBI erklären, der Planfeststellungsbeschluss weise eklatante Verfahrensfehler auf. Sie seien optimistisch, mit ihrer Klage Erfolg zu haben. Die Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer fordert einen Architektenwettbewerb für den Terminalbau des BBI, das Bundesverkehrsministerium lehnt das mit der Begründung ab, dadurch werde sich die Fertigstellung des BBI verzögern.

21. Oktober
Nun teilt auch Brüssel Airlines mit, dass sie nicht nach Tegel umziehen und in Tempelhof bleiben werde.

Der parteiübergreifende Antrag auf Initiative des CDU-Bundestagsabgeordneten Rzepka, in dem eine Debatte über die Zukunft Tempelhofs verlangt wird, ist an die zuständigen Bundestagsausschüsse überwiesen worden. Die Grünen fordern eine schnelle Schließung des City-Airports.

Germania fordert eine Offenlegung der Verträge zwischen der FBS und Easyjet über die Gebühren und droht mit einer Klage.

22. Oktober
Die BFG erklärt, für sie gelte der Konsensbeschluss für Tempelhof und behauptet, die Landesluftfahrtbehörde werde den Widerruf der Betriebsgenehmigung verfügen, wenn die Planfeststellung für den BBI rechtskräftig sei. Das Oberverwaltungsgericht hatte jedoch erklärt, der Konsensbeschluss sei eine politische Entscheidung. Eine Entwidmung Tempelhofs müsse in einem ordentlichen Verfahren beantragt werden.

24. Oktober
Nach einem Bericht von Focus soll sich angeblich ein Bankenkonsortium bereit erklärt haben, 1,7 Milliarden Euro für den Ausbau Schönefelds zum BBI zur Verfügung zu stellen. Das Bundesverkehrsministerium widerspricht dem Bericht.

26. Oktober
GermanWings teilt mit, das Unternehmen habe von Januar bis Oktober 2,8 Millionen Passagiere befördert, was eine Zunahme von 44 Prozent bedeute.

27. Oktober
Im Haushaltsausschuss des Bundestages erklären die Grünen, sie seien nicht bereit, vor dem Vorliegen des Finanzierungskonzepts für den BBI Mittel im Bundeshaushalt einzustellen, Wie bekannt wird, hat das Bundesverkehrsministerium überraschend dem Ausschuss mitgeteilt, für den Ausbau Schönefelds zum BBI würden 2,4 Milliarden Euro benötigt. Die FBS werde einen Eigenanteil von 217 Millionen beisteuern, die drei Gesellschafter müssten 383 Millionen bereitstellen, und der Rest von 1,8 Millionen solle fremdfinanziert werden.

Nach einem Bericht des Tagesspiegels hat die Bahn in ihrem Bahnhofsneubau am Hauptbahnhof keine Vorkehrungen getroffen, damit möglicherweise Fluggäste bereits dort eingecheckt werden können. Bahn und FBS erklären, es gebe Verhandlungen.

28. Oktober
Am 1. Januar 2005 wollen die Betreiber des amerikanischen Flugplatzes Erie im Bundesstaat Pennsylvania den Flugplatz Drewitz übernehmen und ihn zu einem Frachtflughafen ausbauen. Die Amerikaner haben zugesagt, zunächst 1,2 Millionen Euro zu investieren

31. Oktober
Der Winterflugplan in Kraft. Erstmals wieder mehr Flüge – als im Sommer – in Tegel, weniger in Schönefeld. Insgesamt im klassischen Linienverkehr 1 730 Flugpaare pro Woche, ein Prozent mehr als im Sommer 2004. In Tegel operieren 31 Airlines im Linienverkehr mit wöchentlich bis zu 1288 Flugpaaren pro Woche auf 45 Strecken. Rund zehn Prozent mehr als im Sommer. Zurückzuführen auf verstärkte Aktivitäten von Air Berlin und Hapag-Lloyd-Express, sowie den Umzug von vier Airlines von Tempelhof nach Tegel. In Schönefeld streichen gegenüber dem Sommer acht Airlines die Segel, aufgegeben werden 12 Strecken. Insgesamt im Flugplan 22 Airlines mit 301 Flugpaaren pro Woche auf 40 Strecken gegen 345 Flugpaare im Sommer. Neu in Schönefeld Blue Air, Jet X und Macedonian. Easyjet eröffnet weitere sieben Strecken. In Tempelhof infolge der Schließungskampagne nur noch sechs Airlines vertreten mit wöchentlich 141 Flugpaaren auf elf Strecken gegen elf Airlines im Sommer mit 201 Flugpaaren auf 18 Strecken. Germania engagiert sich verstärkt in Tempelhof und fliegt nun auch noch nach München und Karlsruhe.

Bilanz Oktober: Insgesamt 1 491 892 Passagiere (+ 11,2) und 20 098 Bewegungen (+ 1,1)
Tegel: 1 080 534 Passagiere ( – 1,4) und 12 593 Bewegungen (- 4,5)
Tempelhof: 38 792 Passagiere (- 4,6) und 3 042 Bewegungen (- 9,8)
Schönefeld: 372 629 (+ 82) und 4 463 Bewegungen (+ 34,4)
Passagiere im Inland-Linienverkehr: Tegel mit 525 451 Passagieren (- 4,1)
Schönefeld mit 32 820 Passagieren (+ 339,3)

Passagiere im Inland-Linienverkehr vom 1.1. bis zum 30.10 2004:
Tegel: 4 765 559 (-8,4) im selben Zeitraum 2003: 5 200 554 (+ 14,9)
Schönefeld: 422 001 (+ 938,1) im selben Zeitraum 2003: 40 653 (0,0)

4. November
Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit kritisiert den Bundesverkehrsminister und erklärt, sein Ministerium solle das Ausbauprojekt BBI mit dem nötigen Druck vorantreiben, statt es zu bremsen. Offensichtlich geht es um den Anteil des Bundes an der Finanzierung des Projektes.

Air Berlin bestellt bei Airbus 70 A 320, von denen zehn an Nikki Air gehen sollen, und nimmt Optionen auf weitere 40 Flugzeuge. Die Auslieferung soll zwischen Herbst 2005 und 2011 erfolgen. Wert des Auftrags für die Festbestellungen rund vier Milliarden Euro.

9. November
Der Staatssekretär im Wirtschaftssenat, Volkmar Strauch (SPD), deutet Kehrtwende in der Flughafenpolitik an und erklärt in einer Podiumsdiskussion der FDP, die Schließung Tempelhofs sei nicht der Weisheit letzter Schluss. Bis zur Eröffnung des BBI könne es um 2007 / 2008 zu Engpässen in Berlin kommen, wenn Tempelhof geschlossen werde. Mehrere Optionen, unter anderem auch eine Verpachtung des Airports solle geprüft werden.

9. November
Die Post-Tochter DHL entscheidet sich für Leipzig als neuen Standort ihres europäischen Luftfrachtzentrums. Investiert sollen 300 Millionen Euro. Leipzig wird eine neue Startbahn errichten, für die inzwischen die Planfeststellung bereits erfolgt ist.

10. November
Der Verkehrsausschuss des Bundestages erörtert den Antrag der 100 Abgeordneten über die Zukunft Tempelhofs und erklärt, der City-Airport solle bis zur Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts über den Ausbau des BBI offen bleiben. Eine längere Öffnung bis zur Inbetriebnahme des BBI wird jedoch von der SPD und den Grünen abgelehnt.

Nach Informationen des Tagesspiegels will sich der Bund mit 101 Millionen Euro an einer Kapitalerhöhung der FBS beteiligen zur Finanzierung des BBI-Ausbaus. Der Haushaltsausschuss will diesen Passus im Etat 2005 des Bundes allerdings mit einem Sperrvermerk belegen, bis die FBS ihr Finanzierungskonzept vorgelegt hat.

11. November
Die Anwälte und das Brandenburger Verkehrsministerium haben sich geeinigt, die 3 600 Einzelklagen gegen den Ausbau Schönefelds zum BBI auf 50 Musterklagen zu beschränken. Zusätzlich gibt es aber noch 70 Einzelklagen unter anderem von Kommunen.

12. November
Die Geschäftsführer und Vorstände der deutschen Verkehrsflughäfen haben auf der ADV-Jahrestagung ihre Besorgnis über den Entwurf des Fluglärmgesetzes geäußert und vor zusätzlichen Kosten gewarnt. Auf dem Luftfahrtkongress in Berlin hatte Bundeskanzler Schröder versprochen, dass das neue Gesetz die weitere Entwicklung der Flughäfen und des Flugverkehrs nicht gefährden werde.

14. November
Rudolf Wöhrl, der Eigentümer der DBA, hat in einem Interview erklärt, er könne sich eine Fusion mit Germania vorstellen. Erste Unterredungen habe es bereits gegeben. Es sei möglich, dass die DBA den Flugbetrieb manage und die Germania die Flugzeuge stelle.

16. November
Der FBS-Geschäftsführer Thomas Weyer erklärt in einer Veranstaltung der Initiative Hauptstadt Berlin, noch dieses Jahr werde die Generalplanung des BBI-Terminals vergeben. 2006 solle mit dem Bau des unterirdischen Bahnhofs und der neuen Startbahn begonnen werden, 2007 mit dem Terminal und der Autobahnanbindung.

17. November
In Schönefeld wird erstmals in der Geschichte dieses Flughafens der drei-millionste Fluggast in einem Jahr begrüßt. Es war eine Passagierin der Germanwings. Das AOC in Tempelhof weist darauf hin, dass durch die von der Flughafen-Gesellschaft betriebene und begünstigte Verlagerung des Flugverkehrs von Germanwings von Tegel nach Schönefeld zum Herbst 2003 in Tegel ein deutlicher Rückgang an Passagieren im Inlandverkehr eingetreten ist, so dass die Flughafen-Gesellschaft durch den Verzicht auf die höheren Einnahmen in Tegel sich selbst einen saftigen Verlust an Gebühren beschert hat.

Intersky will zum 10.1.2005 die Flüge von Tempelhof nach Bern einstellen und die Zahl der Flüge nach Friedrichshafen um ein tägliches Flugpaar erhöhen. Cirrus Air will die Bern-Flüge übernehmen und zweimal täglich verkehren.

22. November

Das Brandenburger Oberverwaltungsgericht in Frankfurt / Oder kündigt überraschend an, es werde am 10. Februar über eine Normenkontrollklage von Gemeinden in der Umgebung Schönefelds gegen den „Gemeinsamen Landesentwicklungsplan Standortsicherung Flughafen (LEP FS)“ verhandeln. Der Plan war bereits im März 2002 vom Gericht als möglicherweise nicht verfassungsgemäß bezeichnet worden. Die Klage richtet sich nun gegen den von den Behörden überarbeiteten Plan. Das Urteil wird als Vorentscheidung für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht bezeichnet. Sollte der Plan abermals verworfen werden, hätten die Klagen vor dem Bundesverwaltungsgericht gegen die Planfeststellung für den BBI möglicherweise Erfolg.

Der Präsident der Architektenkammer Berlin, Jörn-Peter Schmidt-Thomsen, kritisiert die Bauplanung für das BBI-Terminal und erklärt, die FBS müsse für mehr Transparenz sorgen, es müsse Einfluss auf die Qualitätsbestimmungen ausgeübt werden können.

25. November

Die DBA teilt mit, sie sei erstmals in ihrer Geschichte in den letzten zwei Monaten profitabel geflogen. Die Auslastung habe mehr als 70 Prozent betragen, der Durchschnittsertrag pro Passagier 80 Euro. Das Unternehmen erklärt, es strebe eine strategische Partnerschaft mit einer anderen Airline an.

26. November

Das Berliner Oberverwaltungsgericht gibt auch der Eilklage der InterSky recht und hebt die verfügte sofortige Entlassung der BFG aus der Betriebpflicht in Tempelhof auf. Erstmals wird einer Fluggesellschaft bescheinigt, dass sie Rechte auf einem Flughafen hat, den sie in ihrem Flugplan hat. Ebenso wie in dem Vorurteil vom 24. September deutet das Gericht an, dass es für die BFG und den Senat kaum Chancen sehe, in der Hauptverhandlung Erfolg zu haben. Eine Entlassung aus der Betriebspflicht zum Zwecke einer späteren Schließung eines Airports sei rechtswidrig.

29. November

Die Anwälte der Gegner des BBI haben dem Leipziger Bundesverwaltungsgericht rund 4 000 Klagen in rund 800 Aktenordnern mit 400 000 Seiten Begründung übergeben. Das Gericht muss sich nun durch diese Ordner, sowie durch 1 500 Ordner der Planungsbehörde arbeiten.

30. November

Die Bilanz: 1 201 908 Passagiere (+12,8) und 18 283 Bewegungen (+ 5,5)

Tegel: 881 065 Passagiere (+ 0,4) und 11 895 Bewegungen (+ 3,2)

Tempelhof: 37 217 Passagiere (+ 5,6) und 2 574 Bewegungen (- 10,6)

Schönefeld: 283 626 Passagiere (+ 85,5 und 3 814 Bewegungen (+ 30,3)

1. Dezember

Die FBS erhöht die Parkplatzgebühren in Tegel und Schönefeld um, wie es heißt, die Kosten für das neue Parkhaus in Tegel einzutreiben.

Die Cirrus-Gruppe hat die Fluggesellschaft Augsburg Airways übernommen. Im Flugbetrieb sollen beide Airlines getrennt bleiben. Beide betreiben zusammen 45 Flugzeuge und beschäftigen 1 000 Mitarbeiter bei einem Umsatz von 150 Millionen Euro pro Jahr.

3. Dezember

Der Gebührenstreit auf den Berliner Flughäfen eskaliert. Air Berlin bestätigte, dass sie nach dem Urteil des Potsdamer Landgerichts gegen die FBS nunmehr einseitig die Gebühren in Schönefeld pro Passagier von 17 Euro auf 61 Cent gesenkt habe. Air Berlin und andre Airlines nehmen an, dass Easyjet in Schönefeld weniger als einen Euro Gebühren zahlen muss. Mit ihrem Schritt will Air Berlin die FBS zwingen, Klage einzureichen. In diesem Fall müßte die FBS die Verträge mit Easyjet und Ryanair vorlegen, was sie bisher verweigert hat mit der Begründung, der Inhalt der Verträge sei vertraulich. – Unterdessen hat auch Germania mitgeteilt, sie habe die Gebühren in Tegel und Tempelhof deutlich gekürzt, weil sie sich durch die FBS mit ihren Sondervergünstigungen für Easyjet in Schönefeld diskriminiert fühle. – Und auch die DBA hat mitgeteilt, sie erwäge ebenfalls, die Gebühren in Tegel nicht mehr in voller Höhe zu zahlen, weil sie mit den von ihr verlangten hohen Gebühren nicht Easyjet in Schönefeld subventionieren wolle. Die FBS erklärte, eine neue Gebührenordnung für Tegel und Tempelhof werde nach dem Vorbild der Ordnung in Schönefeld erarbeitet. Sie sollte allerdings bereits zum 1. Oktober wirksam werden, ist aber noch immer nicht vom FBS-Aufsichtsrat abgesegnet und daher auch noch nicht bei der Landesluftfahrtbehörde zur Genehmigung vorgelegt worden. Im FBS-Aufsichtsrat soll es zu Auseinandersetzungen gekommen sein, weil einige Mitglieder befürchten, die neue Ordnung werde zu weiteren Einnahmenausfällen führen. Die Einnahmen in Tegel sind ohnehin stark gefallen, weil die FBS innerdeutsche Flüge nach Schönefeld abgeworben hatte, was zu einem Passagierverlust in Tegel von 435 000 in den ersten zehn Monaten dieses Jahres geführt hat.

Hapag-LLoyd-Express hat neue Flugverbindungen von Tegel nach Salzburg und Venedig eröffnet. Am 5. Dezember wird eine weitere Linie nach Olbia eröffnet, die allerdings nur einmal pro Woche bedient wird.

4. Dezember

Die DBA hat mit der Lufthansa einen neuen Wartungsvertrag geschlossen, nach dem die DBA-Flugzeuge bis 2007 weiter in der Schönefelder Werft betreut werden. Die DBA kündigte zugleich an, sie wolle in den kommenden Monaten 24 neue Flugzeuge bestellen

7. Dezember

Sprecher der FBS dementieren Behauptungen des Flughafenarchitekten Brunnert, auf dem künftigen BBI werde es bei einem Mischverkehr von kleinen und großen Flugzeugen sehr bald zu Engpässen auf den beiden Startbahnen kommen. Die FBS erklärte, entscheidend sei die mögliche Zahl von 360 000 Flugbewegungen

8. Dezember

Der Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses stimmt dem Finanzrahmen für die Messe Berlin zu. Unter anderem heißt es, die ILA solle 2006 letztmalig bezuschusst werden.

12. Dezember

Der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck teilen mit, der FBS-Aufsichtsrat hab den Finanzplan für den Ausbau Schönefeld zum BBI genehmigt. Es wurde erklärt, der Finanzbedarf für den BBI belaufe sich auf 1,983 Milliarden Euro. Die Gesellschafter würden 430 Millionen beisteuern und zwar je 159 Millionen Berlin und Brandenburg und 112 Millionen der Bund. Der Hauptbetrag soll durch Eigenmittel der FBS, vor allem aber durch Bankkredite aufgebracht werden. Nähere Angaben zur Höhe dieser Beträge werden mit dem Hinweis abgelehnt, die laufenden Verhandlungen mit zahlreichen nicht genannten Banken dürften nicht gestört werden. Unabhängig davon ist die Finanzierung des Bahn- und Straßenanschlusses nahezu gesichert: Der Bund zahlt 300 Millionen, die Länder je 30 Millionen für den Bau des Terminal-Bahnhofs und den Gleisanschluss. Der Rest der insgesamt benötigten 496 Millionen Euro soll durch EU-Mittel begleichen werde. Die Kosten des Straßenanschlusses in Höhe von 74 Millionen übernimmt der Bund vollständig. Ungeklärt ist weiter Ausbau und Finanzierung der zum BBI durch Berlin führenden Dresdner Bahn

17. Dezember

Die libanesische MenaJet, eine junge Chartergesellschaft, startet in Schönefeld nach Beirut. Der Flugplan sieht ein wöchentliches Flugpaar vor.

18. Dezember

Nach einem „Spiegel“-Bericht plant die Bahn umfangreiche Sparmaßnahmen, denen auch die Anbindung an den BBI zum Opfer fallen soll, sowie ein Verzicht auf die Dresdner Bahn.

Air Berlin eröffnet ihre Verbindung von Tegel nach Madrid.

20. Dezember

In der Tempelhofer Bezirksverordnetenversammlung scheitert ein Antrag der FDP, in dem verlangt wurde, dass der seit langem zugemauerte, unterirdische Zugang vom U-Bahnhof Platz der Luftbrücke zum Flughafen-Terminal wieder freigemacht werden solle. Die FDP kritisierte ferner, dass die BVG mit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember zwei Buslinien direkt zum Flughafen-Terminal gestrichen hat.

Easyjet feierte den Ein-Millionsten Passagier seit Aufnahme des Flugbetriebs in Schönefeld im Mai dieses Jahres. Für das Frühjahr 2005 wird die Stationierung von zwei weiteren A 319 angekündigt und die Aufnahme von Flügen nach Olbia, Pisa und Valencia. Gegenwärtig sind sieben Flugzeuge in Schönefeld stationiert. T„glich werden bis zu 24 Flugpaare angeboten.

Im Bereich des künftigen Terminalbahnhofs für den BBI in Schönefeld ist mit Probebohrungen begonnen worden mit dem Ziel, die Beschaffenheit des Bodens und des Grundwassers zu klären.

27. Dezember

Die FBS vergibt drei große Planungsaufträge für den Ausbau Schönefelds zum BBI, wie es offiziell heißt, als Ergebnis europaweiter Ausschreibungen gemäß EU-Richtlinien. Vergeben wurden:

  • Generalplanerleistungen für das Teilprojekt Fluggastterminal vergeben an die Planungsgemeinschaft Flughafen Berlin Brandenburg International (pg bbi) bestehend aus J.S. K. International Architekten und Ingenieure GmbH, Generalplanungsgesellschaft mbH und IKG-IGR Ingenieurgesellschaft Kruck mbH, alle aus Berlin.
  • Generalplanerleistungen für das Teilprojekt Landseitige Flächenbauwerke vergeben an Bietergemeinschaft Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft für Verkehrswegeplanung mbH und den Bund Ingenieure AG, ebenfalls beide aus Berlin.
  • Planung der Baulogistik für das Gesamtprojekt Flughafenausbau Schönefeld vergeben an Rhenus AG und Horn & Müller Ingenieurgesellschaft mbH, ebenfalls beide aus Berlin.

28. Dezember

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Luftfahrtunternehmen (ADL) beklagt, dass die von der FBS angekündigte neue Gebührenordnung für Tegel und Tempelhof noch immer nicht beschlossen ist. Sie vermutet, dass der FBS-Aufsichtsrat die neue Gebührenordnung ablehnt, weil sie der FBS nicht genügend Einnahmen verspricht. Die ADL droht, wenn es keine Einigung gebe, würden weitere Airlines ihre Gebühren einseitig kürzen. – Wie bekannt wird, hat inzwischen Germania ihre Gebührenzahlungen in Tegel und Tempelhof auf nur noch 5.61 Euro gekürzt.

Weiter wird bekannt, dass sich der FBS Aufsichtsrat zweimal mit den von der FBS-Geschäftsführung erarbeiteten Vorschlägen für die neue Gebührenordnung beschäftigt hat, und zwar am 13. September und am 10. Oktober. Jedes mal seien die Vorschläge der Geschäftsführung abgelehnt worden.

30. Dezember

Die FBS teilt den Airlines in Tegel und Tempelhof mit, sie habe die Gespräche über eine neue Gebührenordnung abgebrochen, weil sich nicht alle Airlines zu einem Konsens bereit erklärt hätten. Abgelehnt wird die Forderung, die Zahlen für Schönefeld offen zu legen. Die FBS erklärt, sie habe seinerzeit die Mahnverfahren gegen die Airlines ausgesetzt, die sich weigern, die zum 1. August 2003 genehmigte Gebührenerhöhung um einen Euro pro Passagier zu zahlen. Diese werden nun aufgefordert, die Gebühren nachträglich zu entrichten. Anderenfalls werde man gegen die Airlines eine Klage erwägen. Wie zuverlässig bekannt wurde, hatte der FBS-Aufsichtsrat am 10. Dezember die von der Geschäftsführung vorgelegte neue Gebührenordnung abgelehnt, weil sie zu hohen Einnahmeverlusten führen werde. Die Geschäftsführung wurde beauftragt, gerichtlich die ausstehenden Gebühren von den Airlines einzutreiben. Die Fluggesellschaften reagieren mit Unverständnis, dass sie jetzt für das Scheitern verantwortlich gemacht werden, obwohl sie bereits am 26. August der neuen Gebührenordnung zugestimmt hatten und die Landesluftfahrtbehörde ebenfalls Zustimmung avisiert hatte.

31. Dezember

Bilanz Dezember: 1 116 605 Passagiere (+ 16) und 16 557 Bewegungen (+ 5,3)

Tegel: 795 712 Passagiere (+ 0,9) und 10 688 Bewegungen (+ 0,6)

Tempelhof: 32 035 Passagiere (+ 7,8) und 1 951 Bewegungen (- 19,5)

Schönefeld: 288 858 Passagiere (+ 100,3) und 3 918 Bewegungen (+ 46,5)

Bilanz 2004: 14 871 Passagiere (+ 11,8) und 222 926 Bewegungen (+ 3,8)

Tegel: 11 047 954 Passagiere (- 0,5) und 137 931 Bewegungen

Tempelhof: 441 580 Passagiere (- 2,1) und 36 422 Bewegungen

Schönefeld: 3 382 166 Passagiere (+ 93,2) und 48 573 Bewegungen.

Auf den Low-Cost-Markt entfielen in Tegel und Tempelhof insgesamt 4,9 Millionen Passagiere, 34 Prozent des Gesamtanteils.

Der Flughafen Dresden meldet für 2004 insgesamt 1,63 Millionen Fluggäste, 4,3 Prozent mehr als 2003. Der Anteil des Linienverkehrs betrug 976 000, plus 4,9 Prozent. Die Zahl der Starts und Landungen erhöhte sich um 5,5 Prozent.

Air Berlin meldet für 2004 insgesamt 12 037 790 Passagiere, plus 25,4 Prozent. Der Umsatz stieg um 18,9 Prozent auf 1,051 Milliarden Euro. 57 Prozent der Sitze wurden im Einzelplatzverkauf besetzt. Auf den Verbindungen von Deutschland nach Palma wurden 3,45 Millionen Passagiere befördert, plus 21,5 Prozent.

Hapag-Lloyd-Express beförderte auf ihren Berlin-Strecken 500 000 Passagiere. Im Gesamtnetz wurden 2004 insgesamt 2,7 Millionen Passagiere registriert. Ein Zuwachs von 38 Prozent. Mit elf Boeing 737 wurden 60 Routen zu 30 Zielen beflogen. Für 2005 wurde die Indienststellung weiterer vier Flugzeuge angekündigt.

Advertisements

Diskussionen

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: