Aero Chronik

2003

2003

1. Januar
Dieter Johannsen-Roth übernimmt das Amt des kaufmännischen Geschäftsführers und Sprechers der Geschäftsleitung der BBF.

Auf Anordnung des Senats sollen die Schließungsanträge für Tegel und Tempelhof reaktiviert werden. Wie es heißt, müßte die Entwidmung beider Airports verbindlich verfügt sein, damit im Planfeststellungsverfahren für deines einen langfristigen Vertrag mit gleitenden Erhöhungen anzubieten.

16. Januar
Nach neunjährigen Bemühungen ist es gelungen, den Flugplatz Finow zu privatisieren. Für einen Betrag von einem Euro wurde das Areal von der Brandenburgischen Bodengesellschaft an die Wirtschafts- und Verkehrszentrum GmbH, einen Zusammenschluß Eberswaldener Firmen der Privatindustrie, verkauft. Die neuen Besitzer wollen in Finow einen anfliegbaren Gewerbe- und Industriestandort entwickeln.

17. Januar
Die Germania hat angekündigt, dass sie von Juni an zahlreiche Linienverbindungen im In- und Ausland eröffnen wolle. Sie habe 17 Fokker 100 von der US-Airlines zu einem günstigen Preis erworben.

19. Januar
Der neue BBF-Chef Johannsen-Roth erklärt in einem Bericht der „Welt“, er wolle die Schließung Tempelhofs forcieren. Zum Winterflugplan 2005 soll der Airport geschlossen sein.

20. Januar
Auf dem Flughafen Tegel kommt es zu Engpässen, weil die Gepäckanlagen im neuen Abfertigungsbereich nicht voll funktionieren. Zudem sind die Sicherheitskontrollen personell nicht den Erfordernissen angepaßt.

Die Fluggesellschaft Portugalia stellt ihre Flüge von Tegel nach Lissabon ein. Zuletzt standen wöchentlich vier Flugpaare im Programm.

21. Januar
Rolls-Royce-Deutschland in Dahlewitz entläßt 160 der insgesamt 1 000 Mitarbeiter, da die Auslastung um 40 Prozent gesunken ist. Grund sind Verschiebungen von Lieferterminen für die Triebwerke.

23. Januar
Eurowings teilt mit, das Unternehmen habe im letzten Jahr 3,7 Millionen Passagiere befördert, 6,9 Prozent mehr als 2001. Knapp drei Millionen davon entfielen auf den Linienverkehr, der um 646 000 Fluggäste zunahm.

Der neue Hauptgeschäftsführer des BDLI, Hans-Joachim Gante, erklärt, die Luft- und Raumfahrtindustrie befinde sich in einer „höllischen Situation“, und es werde zu Entlassungen kommen. Neben Schwierigkeiten in der Raumfahrt müsse befürchtet werden, dass die Airbus-Industrie ihre gesteckten Ziele hinsichtlich der Produktion und Auslieferung neuer Flugzeuge für dieses Jahr nicht erreichen werde.

24. Januar
Nach einem Rundfunkbericht haben die Gesellschafter der BBF 160 Millionen Euro für die Kredite für das Baufeld-Ost an die Banken zurückgezahlt. Neben den Gesellschaftern beteiligte sich auch die BBF an der Zahlung. Auf Berlin entfielen 40 Millionen Euro, die jedoch noch nicht im Haushalt eingestellt waren. Sie waren auch Anfang Februar noch nicht bezahlt.

26. Januar
Die Gesellschafter der BBF, der Regierende Berliner Bürgermeister Wowereit, Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck und Bundesverkehrsminister Stolpe, beraten über das Kaufangebot des Hochtief / IVG-Konsortiums für die BBF. Wowereit drängt auf eine Entscheidung. Ein Beschluß wird nicht gefaßt.

28. Januar
Die BBF teilt mit, dass auf dem Flughafen Tegel seit Jahresbeginn eine Testanlage zur biometrischen Gesichtserkennung in Betrieb ist. Sie dient zur Überwachung des Flughafenpersonals.

30. Januar
Die Potsdamer Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Konkursverschleppung gegen Manager von Cargolifter.

31. Januar
Die erwartete Entscheidung der BBF-Gesellschafter über Fortsetzung oder Abbruch der Privatisierungsverhandlungen wird auf den 7. Februar vertagt. Dem Konsortium wurde eine Frist bis zum 6. Februar gestellt. Bis dahin sollte die Risikoverteilung zwischen Altgesellschaftern und Investoren verändert werden. Erreicht werden sollte eine Verminderung des Risikos der Öffentlichen Hand.

Angesichts der für die Gewerkschaft unbefriedigten Verhandlungsergebnisse über eine Tariferhöhung für das BBF-Personal treten die Mitarbeiter auf den drei Berliner Airports in einen mehrstündigen Streik. Da sich auch die Feuerwehren beteiligen, müssen alle drei Flughäfen vorübergehend geschlossen werden. 102 Flüge wurden gestrichen, viele andere verspätet.

Die britische Billig-Airline Ryanair gibt den Kauf der niederländsichen Billig-Airline Buzz bekannt.

Bilanz Januar:

Passagiere % Bewegungen %
Tegel 760 811 + 28,3 10 952 + 16,5
Tempelhof 38 841 – 18,1 2 938 – 17,3
Schönefeld 85 273 + 5,8 2 128 – 1,7
Gesamt 884 925 + 22,7 16 018 + 5,9

Der starke Zuwachs in Tegel geht auf das Konto der neuen Billig-Airlines im In- und Auslandsverkehr.

1. Februar
Air Berlin eröffnet im City-Shuttle-Programm neue Linien von Tegel nach Rom. Wien und Zürich. Alle Verbindungen werden täglich einmal bedient. Die Flugpreise für den einfachen Flug incl. Gebühren schwanken zwischen 29 und 150 Euro.

3. Februar
Erstmals wird bestätigt, dass es zwischen dem Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning für den Cargolifter und der Zeppelin-Luftfahrtechnik Gespräche über eine Auffang-Gesellschaft gibt.

4. Februar
Wie bekannt wird, beharrt das Hochtief / IVG-Konsortium auf ein Rücktrittsrecht beim Kauf der BBF, falls die eigene Finanzierungsrechnung nicht aufgehe. Tempelhof solle, wenn der Airport bis dahin nicht geschlossen sei, 2005 an die Altgesellschafter zurückfallen.

6. Februar
Die Luxemburger Untersuchungskommission legt einen Zwischenbericht über den Absturz der aus Berlin gekommenen Luxair-Maschine am 6.November 2002 vor. Endgültige Aussagen über die Ursache gibt es nicht. Festgestellt wird, dass die Propeller beim Landeanflug plötzlich in eine Fehlstellung gerieten, entweder durch menschliches Versagen oder einen technischen Defekt.

7. Februar
Die Gesellschafter der BBI brechen die Privatisierungsverhandlungen mit dem Hochtief / IVG-Konsortium ab. Wie erklärt wird, war die Antwort auf die Risiko-Verteilung unbefriedigend. Die Gesellschafter sehen die Risiken ungerecht verteilt und keine Möglichkeit mehr, über den Verkauf der BBF zu verhandeln. Aus vergaberechtlichen Gründen dürfe aber die endgültige Entscheidung über das Scheitern der Privatisierung erst nach einer vergaberechtlichen Bewertung des Kaufangebots durch die PPS erfolgen. Diese Bewertung soll am 21. Februar abgeschlossen sein. Die Gesellschafter erklären, sie würden nun einen Bau des BBI in eigener Regie prüfen.

10. Februar
Das Unternehmen BerlinJet macht den zweiten Startversuch. Eröffnet werden Linien von Schönefeld nach Paris, Mailand und München. Geflogen wird zweimal täglich nach München, auf den anderen Linien einmal täglich. Allerdings nur mit einer einzigen MD83 der isländischen MD Airlines.

Cirrus Airlines stellt den Betrieb zwischen Karlsruhe Baden-Baden ein, nachdem eine DHC 8 bei der Wartung beschädigt worden war. Die Linie bleibt eingestellt.

11. Februar
Politiker der Regierung wie der Opposition plädieren dafür, den BBI in eigener Regie zu bauen. Ein Verzicht auf den Ausbau Schönefelds zum BBI komme nicht infrage.

BBF und Gewerkschaften einigen sich über einen neuen Tarifvertrag. Die Beschäftigten erhalten eine Erhöhung von 2,1 Prozent und zum 1.4.2004 von weiteren 1,3 Prozent, sowie eine Einmalzahlung von 200 Euro. Der Vertrag läuft bis zum 31.4.2004.

12. Februar
Die Berliner CDU fordert den Senat auf, schnellstens Rechenmodelle für den Bau des BBI vorzulegen.

13. Februar
Der Ryanair-Chef David O’Brien teilt mit, dass nach der Übernahme der Buzz deren Deutschland-Dienste, also auch die Flüge von Schönefeld nach London eingestellt würden.

Cirrus Air teilt mit, dass vom 18.April an zweimal wöchentlich von Tempelhof nach Sylt gestartet wird und vom 24.Mai an auch nach Usedom.

16. Februar
Berlins Finanzsentaor Sarrazin spricht sich für eine staatliche Finanzierung des BBI-Baus aus und vertritt die Ansicht, eine neue Ausschreibung für eine Privatisierung der BBF sei unwahrscheinlich.

Demgegenüber sagt Bundesverkehrsminister Stolpe, private Investoren sollten sich in jedem Fall an der Realisierung des BBI beteiligen. Die Arbeiten für die Bahn- und Straßenanbindung, sowie die Umsiedlung Diepensees würden planmäßig beginnen.

18. Februar
Das US-Logistikunternehmen Universal Express verhandelt mit dem Insolvenzverwalter von Cargolifter über die Übernahme von Kernbereichen. Das Unternehmen will auf dem Gelände in Brand ein Frachtlogistikzentrum errichten.Über Fördermittel wird zur Zeit verhandelt. Ferner heißt es, der Friedrichshafener Zeppelin-Konzern wolle in Brand Luftschiffe bauen.

GlobeGround Berlin teilt mit, das Unternehmen werde die Abfertigung der Flugzeuge auf dem Flugplatz Niederrhein übernehmen, der am 1. Mai eröffnet wird. Es handelt sich um den ehemaligen britischen Luftstützpunkt Laarbruch. Ryanair wird als erster Kunde im Linienflug eine Linie nach London-Stansted ebenfalls am 1. Mai eröffnen.

BerlinJet hat bereits erste Schwierigkeiten. Der Flug von Schönefeld nach Paris-Beauvais mußte gestrichen werden, weil der Airport wegen ausstehender Zahlungen ein Landeverbot verhängt hatte.

19. Februar
BerlinJet steuert jetzt den Fluglatz Chalons Vatry bei Paris an. Der Mailand -Flug wurde gestrichen, weil sich der Paris-Flug verzögert hatte. BerlinJet teilt mit, vom 20. Februar an werde wieder Paris Beauvais angeflogen.

Das Direktorium der ADV fordert von der Bundesregierung, sie solle zeitgerechte Normen zur Zumutbarkeit von Fluglärm in der Nachbarschaft von Flughäfen schaffen. Das veraltete Fluglärmgesetz müsse novelliert wn BBI der notwendige Bedarf für den Ausbau Schönefelds zum BBI nachgewiesen werden kann.

5.Januar
Nach einem Focus-Bericht, der von der BBF bestätigt wird, ist das Baufeld-Ost in Schönefeld mit insgesamt 281 Millionen Euro Kreditschulden auf einen Buchwert von nur noch 48,1 Millionen Euro abgeschrieben worden. Für den Kredit fallen jährlich rund zehn Millionen Euro Zinsen an.

7. Januar
Das AOC Tempelhof wendet sich an den Regierenden Bürgermeister Wowereit und fordert ein Ende der Diskussion über eine vorzeitige Schließung Tempelhofs. Behauptungen der BBF, die Fluggesellschaften wendeten sich vom City Airport ab, werden scharf zurückgewiesen. Das AOC verweist auf zwei Rechtsgutachten, in denen übereinstimmend festgestellt wird, dass eine vorzeitige Schließung Tempelhofs nicht rechtens wäre.

8. Januar
Im Verkehrsausschuß des Abgeordnetenhauses fordert die CDU faire Rahmenbedingungen für den Bau des BBI und die Berücksichtigung der Baufirmen der Region. Die CDU will ferner wissen, was der Flughafenbau kosten würde, wenn die Öffentliche Hand ihn übernehmen würde. Verkehrssenator Strieder soll im Auftrag des Senats bei Verkehrsminister Stolpe intervenieren, damit „die Charterairlines von Tegel nach Schönefeld verlegt werden“.

Teamline stellt ihre Flüge zwischen Tempelhof und Augsburg ein. Damit gibt es nur noch ein tägliches Flugpaar von Lufthansa auf dieser Linie.

9. Januar
Die Billig-Fluggesellschaft Buzz hat seit ihrem Start in Deutschland vor drei Jahren
1.4 Millionen Passagiere nach und von London-Stansted befördert, davon im Jahr 2002 allein 459 000. Die Auslastung lag bei 74 Prozent, im Berlin-Verkehr sogar bei 77 Prozent.

Die Deutsche BA kündigt an, sie werde am 30. März eine Auslandsverbindung von Berlin-Tegel nach Nizza eröffnen und die Linie t„glich einmal befliegen.

12. Januar
Nach einem Bericht des Tagesspiegels will der neue BBF-Chef Johannsen-Roth eine schnelle Schließung Tempelhofs betreiben und den Verkehr der Billig-Airlines in Schönefeld konzentrieren. Begründet wurde eine vorzeitige Schließung des City Airports mit wirtschaftlichen Gründen, weil der Airport jährlich zehn Millionen Euro Verlust mache (Der jährliche Verlust von Schönefeld beträgt 24 Millionen Euro)

14. Januar
Germanwings gibt bekannt, dass mit Beginn des Sommerflugplans neue Verbindungen von Köln/Bonn nach Dresden und im Ausland nach Prag, Lissabon, Thessaloniki, Bologna, Venedig, Izmir und Edinburgh eröffnet werden.

Das Berliner Kammergericht hat im Streit zwischen den Taxifahreren und der BBF einen Vergleich vorgeschlagen dass bis zur endgültigen Entscheidung die Standgebühren auf dem Flughafen Tegel entrichtet, aber auf ein Sperrkonto überwiesen werden.

15. Januar
Auf einem Empfang für scheidenden und den neuen BBF-Geschäftsführer erklärt Dieter Johannsen-Roth, er wolle sich bemühen, den Flughafen Schönefeld attraktiver für die Airlines zu machen. Hinsichtlich der Auseinandersetzungen über die Gebührenerhöhungen kündigte er an,, sich so bald wie möglich mit den Airlines an einen Tisch zu setzen. Dem Vernehmen nach ist die BBF nun bereit, die Anträge auf Erhöhungen zurückzuziehen und den Airlerden. Die Flughäfen benötigten für ihre Weiterentwicklung Planungssicherheit.

20. Februar
Die BBF-Gesellschafter teilen überraschend mit, die geplante Sitzung am 21. Februar, auf der die Entscheidung über Ende oder Fortsetzung der Privatisierung verkündet werden sollte, werde verschoben, weil „noch Klärungsbedarf“ vorhanden sei. Wie gemeldet wurde, kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den Gesellschaftern und dem Geschäftsführer der PPS, Michael Pieper, der mit sofortiger Wirkung sein Amt niederlegte. Ebenfalls wurde bekannt, dass das Konsortium inzwischen eine Verfahrensrüge eingelegt hat mit der Begründung, es sei vorher nicht informiert worden, dass am 7. Februar die Gesellschafter das Ende der Verhandlungen über die Privatisierung öffentlich erklären würden. Am selben Tag wird ein Interview mit Finanzsenator Sarrazin veröffentlicht, in dem sich der Senator für einen Bau des BBI durch die Öffentliche Hand einsetzt und Vorschläge zur Finanzierung macht. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Meldungen über die abermalige Vertagung einer Entscheidung, melden sich Sachsen-Anhalt und die privaten Investoren von Airail zu Wort und schlagen als Lösung abermals den Bau des Airports in Stendal vor.

BerlinJet stellt überraschend den gesamten Flugbetrieb ein. Wie bekannt wurde, hatte die Fluggesellschaft MD-Airlines zuvor die Zusammenarbeit – wegen fehlender Zahlungen von BerlinJet – gekündigt. Wie es heißt, sollen 45 000 Buchungen vorlegen. An allen Destinationen stranden zahlreiche Passagiere, die jetzt auf eigene Faust versuchen müssen, ihre Ziele zu erreichen.

Die ADV warnt vor der von der Regierung beschlossenen Einführung einer Umsatzsteuer im grenzüberschreitenden Flugverkehr. Da dies nur in Deutschland geschehe, verzerre sich die Wettbewerbslage für die deutschen Flughäfen und Airlines.

21. Februar
Führende Vertreter der BBF-Altgesellschafter spekulieren über den Fortgang der Entwicklung im Privatisierungsverfahren mit zum Teil sich widersprechenden Äußerungen.

22. Februar
Das Hochtief / IVG-Konsortium wirft den Altgesellschaftern vor, sie hätten das Ende der Verkaufsverhandlungen bekanntgegeben, bevor sie das Konsortium informiert h„tten. Daraus werden Schadensersatzforderungen abgeleitet. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck erklärt, Schadensersatzforderungen seien nicht angebracht, weil sie erfolglos bleiben würden.

Der Brandenburger Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns teilt mit, dass der Buchwert des Baufeldes-Ost nur noch49,6 Millionen Euro betrage. Den größten Teil der Kredite hätten die Altgesellschafter inzwischen getilgt

25. Februar
Reinhard Kalenda, Sprecher von Hochtief Airport, erklärt, der angebotenen Kaufpreis für die BBF in Höhe von 290 Millionen Euro sei nicht mehr angemessen. Nur wenn die Gebühren erhöht würden, könne sich der Bau des BBI noch rechnen. Gefordert werde nun eine Flexibilisierung der Bauverpflichtungen für den Fall, dass die Gebühren ausbleiben. Dann müßte das Projekt BBI gestreckt oder verkleinert werden.

26. Februar
Bundesverkehrsminister Stolpe hofft auf eine Entscheidung über die Privatisierung der BBF bis zum 7. März. Die Privatisierung werde abgebrochen, wenn sich herausstelle, dass sie für die Öffentliche Hand zu risikovoll sei.

Eine Erhebung hat ergeben, dass im Jahr 2002 auf den drei Berliner Flughäfen 12 935 Beschäftigte gearbeitet haben gegen 12 964 ein Jahr zuvor. Bei dem Lufthansa-Konzern in der Region erhöhte sich die Zahl der Mitarbeiter von 2 100 im Jahr 2001 auf nunmehr 2 664. Größter Arbeitgeber ist nach wie vor der Flughafen Tegel mit 6 472 Beschäftigten.

Die Germania will sich im Sommer fast vollständig aus dem Chartergeschäft zurückziehen und mit ihrer neuen Flotte von 17 Fokker 100 in- und ausländische Linienflüge ausführen.

28. Februar
Die Fluggesellschaft Buzz, die von Ryanair übernommen wird, wird ihre Linienflüge von Berlin-Schönefeld nach London-Stansted zum 1. April einstellen. Vom 1. Mai an sollen die Flüge dann von Ryanair wieder aufgenommen werden.

Bilanz Februar:

Passagiere % Bewegungen %
Tegel 778 605 + 19,8 10 413 + 15,4
Tempelhof 37 861 – 25,6 2 880 – 24,6
Schönefeld 97 608 – 6,1 2 411 – 6,7
Gesamt 914 074 + 13,6 15 704 + 1,8

Tegel:  Operationen der Billig-Airlines nahm der Inlandverkehr um 29,1 Prozent zu.
Tempelhof: Passagier Auslandslinienverkehr stieg um 70,5 Prozent, der Inlandverkehr verlor 60%
Schönefeld: Auf den Linienverkehr entfielen nur 741 Bewegungen, auf den Pauschalverkehr nur 200.

4. März
Die PDS-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus stimmt dem Bau des BBI zu und erklärt, wenn private Investoren nicht gefunden würden, müsse eine öffentliche Finanzierung geprüft werden.

6. März
Die für den 7. März anvisierte Entscheidung über die Privatisierung der BBF ist auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Wie es hieß, müsse zunächst die Bewertung der bisherigen Privatisierungsverhandlungen durch die PPS weiter geprüft werden.

7. März
Der PPS-Aufsichtsrat ernennt Gerd Kronmüller, bisher Flughafenreferent in der Berliner Senatskanzlei, und Torsten Fritz, bisher im Brandenburger Wirtschaftsminister zuständig für die Privatisierung, zu neuen Geschäftsführern der PPS. Sie ersetzen Michael Pieper, der von den Altgesellschaftern abgelöst worden war, weil er für die Fortsetzung der Privatisierungsverhandlungen plädiert hatte.

Air Berlin teilt auf der ITB mit, für das Jahr 2003 werde eine Erhöhung des Umsatzes um 30 Prozent auf 898 Millionen Euro und eine 25prozentige Steigerung der Passagierzahlen auf 8,3 Millionen anvisiert. Die Flotte wird auf 43 Flugzeuge erhöht, im Wet-Lease-Verfahren sind darin zwei Boeing 737-300 von Hamburg International und drei BAe 146 von WDL enthalten.

Germanwings teilt auf der ITB mit, die millionste Buchung sei eingegangen. Die Flotte werde zum Sommer um drei Airbusse auf nunmehr neun Maschinen verstärkt. Ein zweiter Hub werde gesucht, der noch im Spätsommer in Betrieb gehen solle.

Die Umsatzbesteuerung grenzüberschreitender Flüge ist Thema der zweiten und dritten Lesung des Gesetzes zum Abbau von Steuervergünstigunge im Bundestag. Die Opposition verlangt weitere Klarstellungen über die Folgen eines solchen Schrittes für die deutsche Zivilluftfahrt und die Reiseveranstalter.

12. März
In Berlin wird bekannt, dass Ryanair erwägt, den Flugplatz Neuhardenberg zwischen Berlin und Küstrin anzusteuern. Entsprechende Verhandlungen, auch über die Fragen der Flugsicherung, werden bereits geführt.

15. März
In Potsdam wird diskutiert, ob die große Halle von Cargolifter in Brand von neuen Investoren möglicherweise abgerissen werden soll. Der Bau der Halle war von Brandenburg mit 40 Millionen Euro gefördert worden.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Brandenburger CDU-Fraktion, Dierk Homeyer spricht sich für eine Unterstützung der Pläne von Ryanair aus, den Flugplatz Neuhardenberg zu nutzen.

16. März
Berlins Verkehrssenator Peter Strieder hat sich strikt gegen eine Nutzung Neuhardenbergs durch die Ryanair ausgesprochen. Von verschiedenen Seiten heißt es, Ryanair müsse an Schönefeld gebunden werden. Daher sei es nötig, auch die Gebührenpolitik entsprechend auszurichten.

17. März
Ryanair teilt jetzt offiziell mit, dass die bisherigen Buzz-Flüge von Schönefeld nach London-Stansted zum 1. Mai wieder aufgenommen werden. Die neuen Tarife für den Einfach-Flug beginnen bei 29,99 Euro. Zu den Plänen für Neuhardenberg wird kein Kommentar abgegeben.

18. März
Der Aufsichtsrat der FPS bestellt Hans Döhring zum neuen Geschäftsführer. Er ersetzt Michael Pieper, der auch von diesem Posten abgelöst worden war. Die FPS ist für Umsiedlungen und den Landerwerb für den BBI zuständig. Sein bisheriges Amt als Geschäftsführer der BFG und der FBS behält Döhring bei.

Die Deutsche BA teilt mit, dass EasyJet die Option auf Übernahme nicht ausüben werde. EasyJet hatte für die Option 8,9 Millionen Euro gezahlt. British Airways erklärte, man sei nun offen für die Aufnahme von Gesprächen mit anderen Partnern.
18. März
Der Bundesrat hat am 14.März dem Gesetz zum Abbau von Steuervergünstigungen und Ausnahmeregelungen die Zustimmung verweigert. Damit ist die Absicht der Bundesregierung, grenzüberschreitende Flüge zu besteuern, gescheitert. Der Bundesrat bezeichnete diese Absicht als nicht hinnehmbaren Wettbewerbsnachteil für deutsche Fluggesellschaften.

19.März
Die Brandenburger Koalition und das Brandenburger Verkehrsministerium sehen in einem möglichen Betrieb der Ryanair auf dem Flughafen Neuhardenberg keine Konkurrenz zu Schönefeld und wollen den Plan unterstützen.

Das Unternehmen Berlinjet, das mit mehreren Versuchen, einen Flugverkehr von Berlin aus zu veranstalten, Schiffbruch erlitten hatte, hat Insolvenz angemeldet.

Die Geschäftsführung von Windrose Air hat auf die wachsende Bedeutung Tempelhofs für den Business-Charter-Verkehr hingewiesen und sich strikt gegen eine vorzeitige Schließung des City-Airports ausgesprochen.

27.März
Für das Projekt der Diepensee-Umsiedlung ist jetzt der erste Spatenstich für die neuen Gebäude in der Nähe von Königs Wusterhausen erfolgt .Bereits vor Weihnachten 2003 sollen die ersten Mieter einziehen können.

30. März
Der Sommerflugplan tritt in Kraft. Ausgewiesen werden wöchentlich rund 1 550 Flugpaare im Linienverkehr, allerdings werden nicht alle Flüge sofort ausgeführt, weitere Flugverbindungen werden später eröffnet. Zunächst gibt es in Tegel wöchentlich 1 245 Flugpaare, im Laufe des Sommers dann bis zu 1 285, in Tempelhof 193 und in Schönefeld 71 im klassischen Linienverkehr. In Tegel operieren nicht mehr Portugalia nach Lissabon, Air France nach Lyon und Iberia nach Barcelona. In Tempelhof eingestellt werden Flüge von Swiss nach Basel, von Cirrus nach Karlsruhe und von Hahn Air nach Siegen. Flüge nach Piestany von Eurowings sind nach Tegel verlegt worden. In Schönefeld stellt zunächst Buzz die Flüge nach London ein, die vom 1. Mai an von Ryanair übernommen werden.

Die Landesluftfahrtbehörden in Berlin und Brandenburg haben über die zum 1.April beantragte Gebührenerhöhung noch nicht entschieden und von der BBF weitere Informationen angefordert, wie die Erhöhung begründet wird.

31. März
Cityair eröffnet eine Linie von Tempelhof nach Salzburg mit sechs Flugpaaren pro Woche.

Bilanz März:

Passagiere % Bewegungen %
Tegel 888 365 + 12,3 11 516 + 14,2
Tempelhof 44 441 – 21,2 3 171 – 22,2
Schönefeld 92 129 – 26,1 2 644 – 11
Gesamt 1 024 935 + 5,4 17 331 + 1,2

Im ersten Quartal stieg auf allen drei Airports die Zahl der Passagiere um 13 Prozent auf
2 823 159. Der Zuwachs wurde allein in Tegel erzielt und dort vornehmlich durch die Flüge der Billig-Airlines.

4. April
Der Aufsichtsrat der BBF tagt und verabschiedet das Betriebsergebnis für das Jahr 2002.

7. April
Die BBF legt ihr Betriebsergebnis 2002 vor. Es wird ein Ergebnis von 16,6 Millionen Euro bilanziert, das höchste in der Geschichte der BBF. Die Umsätze erhöhten sich um 2,5 Prozent auf 174 Millionen Euro. Das Gesamtergebnis weist allerdings einen Verlust in Höhe von 11,5 Millionen Euro aus. Zusammen mit dem Verlustvortrag erhöht sich der Konzerbilanzverlust auf 356,4 Millionen Euro. Haupteinnahmequelle war wiederum Tegel mit einem Betriebsgewinn von 52,6 Millionen Euro. Tempelhof machte ein Minus von 11,2 Millionen, Schönefeld von 20,2 Millionen Euro.

In der Bilanzpressekonferenz bestätigt der BBF- Vorstandssprecher Dieter Johannsen-Roth, dass die BFG die Schließung Tempelhofs betreiben werde und bei der Landesluftfahrtbehörde einen Antrag auf Entlassung der BFG aus der Betriebspflicht in Tempelhof gestellt habe. Der City-Airport solle Ende 2004 stillgelegt werden.

9. April
Der Ryan-Chef O Leary erklärt in Schönefeld, seine Airline werde zum 1. Mai in Schönefeld nach London-Stansted starten. Eine Erweiterung des Angebots sei möglich. Mit der BFG werde über einen neuen Vertrag verhandelt. Entscheidend sei, dass die Gebühren niedrig gehalten werden. Der Flughafen Neuhardenberg sei interessant. Ein Anflug werde geprüft.

10. April
In Falle eines Scheiterns der BBF-Privatisierung wollen IVG und Hochtief rund 60 Millionen Euro für ihre Auslagen fordern. Der Hochtief-Chef Hans-Peter Seidel erklärt, wenn es zum Abbruch komme, erwarte man einen fairen Ausgleich.

11. April
Der Air-Berlin-Geschäftsführer Joachim Hunold erklärt, in den ersten drei Monaten dieses Jahres seien 1,5 Millionen Passagiere befördert worden, 40 Prozent mehr als im letzten Jahr. Der Anteil an dem Verkauf ohne Pauschalurlaub sei auf 50 Prozent gestiegen.

15. April
Die Deutsche BA kündigt an, dass vom 1. Juli an der Flughafen von Venedig von Berlin-Tegel und von Hamburg aus angeflogen werde. Geplant sind wöchentlich sieben Flugpaare.

17. April
Eurowings wird für die Post bis zu 51 Tonnen Luftpost pro Nacht befördern. Von Berlin aus gibt es eine Postbeförderung auf der Linie Tegel- Köln/Bonn.

18.April
Der Cargolifter-Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning erklärt, es liege ein konkretes Kaufangebot eines amerikanisch-neuseeländischen Konsortiums Lion Monaco vor. Die Verhandlungen gestalteten sich allerdings sehr schwierig.

28. April
Die Tempelhof anfliegenden Airlines haben in einer gemeinsamen Erklärung die BFG aufgefordert, bis zur rechtsgültigen Entscheidung über einen Schließungstermin für den City-Airport jede weitere Äußerung über Schließungstermine zu unterlassen. Anderenfalls werde man Abmahnungen unter Androhung eines Zwangsgeldes verschicken. Der vom Entwidmungsantrag umgewandelte BFG-Antrag auf Entlassung aus der Betriebspflicht in Tempelhof wird von der Landesluftfahrtbehörde noch nicht verhandelt, weil der Nachweis fehlt, wie die BFG ihre Betriebspflicht gegenüber den Tempelhofer Airlines in Tegel nachkommen werde.

29. April
Die Germania bestätigt, dass sie vom 1. Juni an zusätzlich zu den Tagesrandverbindungen von Berlin-Tegel nach Frankfurt und München zahlreiche neue Linien befliegen wird.

Die BBF kündigt an, von Juni an würden in 30 Gemeinden in der Umgebung des Flughafens Schönefeld neue Unterlagen ausgelegt, mit denen die Standortwahl in Schönefeld begründet wird. Damit sind neue Einsprüche möglich. Die Aktion ist eine Vorsichtsmaßnahme, da bei der Ablehnung von zwei Landesentwicklungplänen für das Planfeststellungsverfahren durch Gerichte bemängelt worden war, die Bevölkerung sei nicht hinreichend über Alternativen zum Standort informiert worden.

30. April
Eurowings stellt die gemeinsam mit Lufthansa betriebenen Flüge von Tempelhof zum London-City-Airport ein. Damit entfallen In Tempelhof wöchentlich 17 Flugpaare. -Cimber Air stellt die für Lufthansa betriebenen Flüge von Tegel nach Kiel ein. Damit entfallen wöchentlich sechs Flugpaare.

Der Berliner Flug Ring stellt alle touristischen Aktivitäten ein und fungiert nur noch für die Germania-Marke Germania Express, die das neue Linienflugprogramm der Germania ab 1. 6. vermarkten soll.

Die Bilanz April:

Passagiere % Bewegungen %
Tegel 889 369 + 11,2 11 242 + 9,8
Tempelhof 41 411 -15,9 2 890 – 38
Schönefeld 95 561 – 16,2 2 648 – 5,8
Gesamt 1 026 341 + 6,6 16 780 – 3,9

1. Mai
Air Berlin eröffnet eine weitere Auslandslinie von Tegel nach Mailand mit wöchentlich acht Flugpaaren.

Ryanair startet in Schönefeld nach London-Stansted und übernimmt damit die am 31.3. eingestellten Flüge der inzwischen gekauften Buzz. 19 Flugpaare pro Woche.

FLN Aviation fliegt täglich einmal in beiden Richtungen zwischen Tempelhof und Kiel und übernimmt damit die eingestellte Linie der Cimber Air von Tegel nach Kiel

Cityair setzt auf der Linie von Tempelhof nach Salzburg anstelle der Metro die Saab 340 ein. Sie vermeldet steigende Nachfrage und kündigt bei einem Erfolg der Strecke die Erhöhung auf eine Tagesrandverbindung an.

Die Parkgebühren in Tegel werden abermals erhöht, außerdem entfällt das kostenlose Parken für Abholer von 20 Minuten Dauer auf dem Kurzzeitparkplatz.

7. Mai
In einem Brief an den Berliner Regierenden Bürgermeister Wowereit schlägt die IVG einen Zwischenausbau Schönefelds vor, der zur Fußballweltmeisterschaft 2006 fertiggestellt sein werde. Bei laufendem Betrieb solle um das bestehende Terminal ein neues gebaut werden mit einer Kapazität von jährlich 15 Millionen Passagieren. Später soll dann ein neues Terminal an der bisher geplanten Stelle gebaut werden, ebenfalls dann erst eine neue Startbahn. Der Vorstoß ist nicht mit dem Konsortialpartner Hochtief abgesprochen. Der Vorschlag trifft teilweise auf Interesse, teilweise auch auf strikte Ablehnung.

8. Mai
Die Lufthansa eröffnet in Tegel ein auf eigene Kosten umgestaltetes Doppelgate 8/9 für die Frankfurt-Flüge. Investiert wurden mehr als eine Million Euro.

9.Mai
BBF und BVG schließen eine Kooperationsvereinbarung für den Zubringerdienst zu den Airports. Vom 17.Mai an soll eine Extra-Buslinie vom Potsdamer Platz nach Schönefeld fahren.

Mehrere Fluggesellschaften, darunter Air Berlin und Lufthansa, fordern von den Landesluftfahrtbehörden in Berlin und Brandenburg eine Untersuchung, ob die BBF für Ryanair Sonderkonditionen gewährt hat. Es wird der Verdacht geäußert, Ryanair zahle in Schönefeld keine oder nur geringere Gebühren als die anderen Airlines. Die BBF bestreitet dies und erklärt, man habe Ryanair nur die üblichen Marketinghilfen gegeben.

Das Berliner Oberverwaltungsgericht weist Klagen gegen den Betrieb in Tegel wegen Fristversäumnis ab. Die Kläger wollten einmal Starts bei bestimmten Wetterverhältnissen untersagt wissen und zum anderen eine Ausdehnung des Nachtflugverbots.

Der Alleinvorstand von Cargolifter schlägt die Gründung einer Auffanggesellschaft vor, die den Standort in Brand erhalten soll. Dafür würden sechs bis acht Millionen Euro benötigt.

10. Mai
Verkehrsexperten der PDS und SPD finden an dem jüngsten Vorschlag der IVG über einen veränderten Ausbau Schönefelds Gefallen. Experten bezweifeln jedoch sowohl den Zeitplan der IVG als auch die Möglichkeit, die Pläne ohne neues Planfeststellungsverfahren zu verwirklichen.

12. Mai
Regierungskreise in Brandenburg lehnen den IVG-Vorschlag als unseriös ab. – Die IVG legt Gutachten vor, dass eine Verwirklichung der Pläne ohne neues Planfeststellungsverfahren möglich sei. Von Experten wird das abermals bestritten.

Die Ryanair erklärt, sie erwarte für das Geschäftsjahr 2004 / 2005 in Deutschland eine Passagierzunahme von 25 bis 30 Prozent Im laufenden Geschäftsjahr würden von und nach Deutschland 3,6 Millionen Passagiere befördert.

13. Mai
Sprecher der BBF weisen abermals darauf hin, dass die Vorschläge der IVG ohne neues Planfeststellungsverfahren nicht verwirklicht werden könnten.

Die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg ändern den Staatsvertrag vom Jahr 1997,
in dem Schönefeld als Standort für den BBI festgeschrieben worden war. Man reagiert damit auf die Gerichtsbedenken, dass Schönefeld ohne Alternativ-Vorschläge zum alleinigen Standort deklariert worden war.

14. Mai
Germanwings kündigt an, vom 18. Juni an werde eine vierte tägliche Frequenz zwischen Berlin-Tegel und Köln/Bonn aufgelegt.

21.Mai
In Brandenburg legt der Untersuchungsausschuß des Landtags, der die Umstände des Scheiterns des ersten Privatisierungsversuchs der BBF klären sollte, seinen Abschlußbericht vor. SPD und CDU erklärten, Brandenburger Politiker seien nicht für das Scheitern verantwortlich zu machen. PDS und DVU sehen jedoch eine Mitschuld.

21. Mai
Der Aufsichtsrat der PPS beschließt das endgültige Ende der Privatisierungsbemühungen. Offizielle Mitteilungen sollen jedoch am folgenden 22. Mai von den Gesellschaftern mitgeteilt werden.

22. Mai
Die Altgesellschafter und das Konsortium Hochtief / IVG haben sich gütlich geeinigt, das Privatisierungsverfahren für die BBF zu beenden. Es wurde eine „Abwicklungsvereinbarung“ unterzeichnet, deren Inhalt vertraulich ist, von der jedoch bekannt wird, dass die Altgesellschafter dem Konsortium 40 Millionen Euro als Entschädigung und für die Überlassung der Baupläne für das Terminal zahlen. Beide Seiten versichern, dass keine irgendwelche Ansprüche stellen wird. Die Altgesellschafter erklären, das Planfeststellungsverfahren werde planmäßig fortgesetzt, mit dem Bau des BBI solle sofort begonnen werden, wenn das Verfahren rechtsgültig abgeschlossen ist. Der Konsensbeschluß behalte Gültigkeit. Alle Parteien in Berlin stimmen dem Ende der Privatisierung zu. Der Airport soll von einer noch zu reorganisierenden BBF errichtet werden.

Im Luftraum über dem Flughafen Tegel nähert sich ein Sportflugzeug einer Boeing 737 der Olympic Airways. Die Fluglotsen warnen den Boeing-Piloten, der einen Ausweichkurs fliegt. Eine Gefährdung hat nicht bestanden.

28. Mai
Die Deutsche Zeppelin-Reederei stationiert wieder für ein Zahl von Rundflügen ihren Zeppelin auf dem Flughafen Tempelhof. Die Reederei teilt mit, seit der Zulassung des Zeppelins für den Passagierverkehr im August 2001 seien 15 000 Passagiere befördert worden.

31. Mai
Augsburg Airways stellt die im Auftrag der Lufthansa beflogene Strecke von Tempelhof nach Augsburg ein.

Die Bilanz für Mai:

Passagiere % Bewegungen %
Tegel 971 314 + 16,4 12 050 + 11,5
Tempelhof 38 262 – 31,3 3 305 – 41
Schönefeld 121 353 – 1,0 3 821 – 13
Gesamt 1 130 929 + 11,6 19 176 + 7,8

2.Juni
Unter dem Markennamen Germania Express geht das Unternehmen mit den neu erworbenen Fokker 100 an den Start. Zusätzlich zu den Tagesrandverbindungen von Tegel nach Frankfurt (10 Flugpaare wöchentlich), München (10 Flugpaare) und Palma (8) gibt es Tagesrandverbindungen von Tegel nach Wien (11 Flugpaare), Zürich (11), Rom ( 5), Saloniki (5), Istanbul (5), sowie wöchentlich ein Flugpaar nach Ibiza, Bastia und Tiflis.

British Airways gibt überraschend bekannt, die Deutsche BA sei für einen Euro an die Intro Verwaltungsgesellschaft mbH verkauft worden. Die Intro ist eine in Nürnberg ansässige Luftfahrtberatungs- und Investmentgesellschaft, die von Hans Rudolf Wöhrl geleitet wird, einstmals Gründer des Nürnberger Flugdienstes. British Airways zahlt dem neuen Besitzer 35 Millionen Euro und übernimmt für ein Jahr die Leasingkosten für die 16 Flugzeuge (36 Millionen Euro). Im Gegenzug soll British Airways bis zum Jahr 2006 im Falle eines Gewinnes 25 Prozent davon erhalten oder 25 Prozent des Erlöses, falls die Airline verkauft werden sollte. Der Eigentümerwechsel, so wird versichert, soll keinen Einfluß auf den Flugbetrieb der DBA haben.

5. Juni
Der BDLI gibt den Startschuß für ein umfassendes Internetportal zur Luft- und Raumfahrtgeschichte. Die Bekanntgabe erfolgt durch den BDLI-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Gante an Bord des Zeppelins über Tempelhof.

Aus einem Schreiben des City-Air-Vorstands Ernst Brokbals an den Hauptgeschäftsführer der BBF, Johannsen-Roth, geht hervor, dass die BBF in Einzelgesprächen mit den in Tempelhof engagierten Airlines einen Umzug nach Schönefeld und dort einen für ein Jahr kostenlosen Betrieb angeboten, einen Umzug nach Tegel aber als nicht möglich bezeichnet hat. Zugleich wurde behauptet, der City-Airport werde definitiv zum 31.10.2004 geschlossen. Alle Airlines lehnen einen Abzug aus Tempelhof ab und drohen mit rechtlichen Schritten gegen eine vorzeitige Schließung.

14. Juni
Der Bürgerverein Brandenburg-Berlin, Gegner des BBI, erklärt, die von den Brandenburger Behörden nachgelieferten, korrigierten und ergänzten Pläne für die Standortsicherung im Zuge des Planfeststellungsverfahrens seien juristisch unbrauchbar.

18. Juni
Germanwings eröffnet ihre vierte tägliche Verbindung von Tegel nach Köln / Bonn.

19. Juni
Der Verkehrsausschuß des Berliner Abgeordnetenhauses spricht sich mit Ausnahme der FDP für den Ausbau Schönefelds in der Regie der Öffentlichen Hand aus.

20. Juni
Die Altgesellschafter der BBF haben dem Bieterkonsortium Hochtief / IVG einen Betrag von 41 Millionen Euro überwiesen. Davon sind 25 Millionen für die Aufwendungen für die Bewerbung zum Kauf der BBF und 16 Millionen für die Überlassung der Planungsunterlagen und des Businessplans für den geplanten BBI.

Die ADV fordert von der Bundesregierung angesichts der weltweiten Krise der Luftfahrt ein Bekenntnis zum Luftverkehrswachstum und zum Ausbau der Infrastruktur, sowie den Verzicht auf fiskalische Belastungen des Flugverkehrs.

21. Juni
Die MTU wird nach der Entscheidung zum Bau des Militär-Airbus am Standort Ludwigsfelde zwölf Millionen Euro investieren. In Ludwigsfelde sollen die Triebwerke für den Transporter montiert und getestet werden.

29. Juni
In München wird das neue Terminal in Betrieb genommen, das mit finanzieller Beteiligung der Lufthansa errichtet worden ist – Einen Tag später eröffnet in Leipzig das mit der Bahn integrierte Terminal. Bei beiden Ereignissen wird auf die unverständliche Flughafenpolitik in Berlin hingewiesen. In Leipzig wird wiederholt, dass ein Verbund von Schönefeld und Leipzig hergestellt werden sollte.

30. Juni
Das Amtsgericht Offenbach hat das Insolvenzverfahren gegen das Unternehmen BerlinJet mangels Masse abgelehnt. Alle Kunden, die Flugkarten im Vorverkauf erworben hatten, gehen leer aus.

Die Bilanz für Juni:

Passagiere % Bewegungen %
Tegel 889 369 + 11,2 11 242 + 9,3
Tempelhof 40 181 – 15,9 2 890 – 38
Schönefeld 95 561 – 16,2 2 684 + 5,8
Gesamt 1 160 688 + 6,2 19 122 – 0,7

1. Juli

Der Senat stellt für eine Finanzierung des BBI 66 Millionen Euro im Doppelhaushalt 2004/5 bereit. Im laufenden Etat sind es 30 Millionen Euro. Für den Haushalt 2006/7 sollen es 75 Millionen sein. Der Gesamtanteil Berlins wird mit 240 Millionen Euro beziffert.

Germanwings erklärt, eine Entscheidung über ein zweites Drehkreuz werde in Kürze fallen. In der engeren Wahl seien nun nur noch Berlin, Nürnberg, Stuttgart oder Zürich.

Die DBA eröffnet ihre Verbindung von Berlin-Tegel nach Venedig mit einem Flugpaar täglich.

2. Juli

Der Aufsichtsrat der BBF beschließt, die Holding zum 31. August 2003 aufzulösen. Die Projektplanungsgesellschaft Schönefeld (PPS) und die Flughafenprojektgesellschaft Schönefeld (FPS) werden in die Flughafen Berlin Schönefeld GmbH (FBS) eingegliedert. Dann bestehen nur noch parallel die FBS und die Berliner Flughafen-Gesellschaft (BFG), die aber unter einer einheitlichen Geschäftsführung stehen sollen. Späterhin soll auch die BFG in der FBS aufgehen, allerdings sind zuvor noch arbeitsrechtliche Fragen zu klären wegen der Altersversorgung der BFG-Mitarbeiter. Über die künftigen Geschäftsführer wurde noch nicht entschieden. Der Aufsichtsrat erklärte ferner, der Flughafen Tempelhof solle zum 31. Oktober 2004 geschlossen werden.

5. Juli

Die geplanten Flüge von Berlin-Tegel nach Bornholm der Cimber Air sind abgesagt worden, weil die Nachfrage zu gering sei.

8.Juli

Erst jetzt wird bekannt, dass die Berliner FDP-Fraktion bereits am 17.Juni einen Parlamentsbeschluß beantragt hat, mit dem der Senat aufgefordert werden soll, bis zum 31. Dezember 2003 einen Bericht über Kosten und Risiken einer eventuellen Schließung Tempelhofs vorlegen. In dem Antrag wird erwähnt, dass die Bundesvermögensverwaltung unter Berufung auf alte Pachtverträge mit der BFG von der BFG verlangt, dass bei einem Ende der Pacht das Gelände in den Zustand vor Pachtbeginn zurückversetzt werden müsse. Sollte diese Forderung auf dem Tisch bleiben, müßte die BFG einen dreistelligen Millionenbetrag zahlen. Ein Sprecher der Bundesvermögensverwaltung bestätigte die Verhandlungen mit der BFG, nannte aber keine Einzelheiten über den Stand und die Forderungen.

9.Juli

Die DBA gibt ein neues Preissystem bekannt, das neben Billig-Angeboten in der Hauptsache einen neuen Businesstarif beinhaltet, der einheitlich für alle Strecken 175 Euro für den einfachen Flug zuzüglich der Steuern und Abgaben beträgt und voll flexibel ist.

Für den Bau von 78 Mietwohnungen in 35 Häusern in dem neuen Dorf Diepensee bei Königs Wusterhausen wird das Richtfest gefeiert. Bis zum 1. Dezember sollen die Wohnungen bezugsfertig sein für die Umsiedler, die wegen des Baus des BBI ihr altes Dorf verlassen müssen.

10. Juli

Die Ground Service International GmbH (GSI), eine hundertprozentige Tochter von Globeground Berlin, hat den Betrieb aufgenommen. Sie wurde eigens für die Betreuung von Billig-Airlines gegründet. Zunächst übernahm sie in Tegel die Abfertigung von Germanwings und Hapag-Lloyd Express und in Schönefeld von Ryanair. Aktiv ist das Unternehmen auch auf dem Flughafen Altenrhein für die Ryanair.

11. Juli

Die Landesluftfahrtbehörden lehnen den Antrag der BBF auf Gebührenerhöhungen zum 1. April 2003 um jeweils 3 Euro ab und genehmigen nur einen Euro pro Passagier vom 1. August an. Die Anwälte der BBF drohen mit Klage, aber die BBF akzeptiert den Beschluß und informiert die Airlines entsprechend.

Der britisch-malaysische Lotterie- und Energiekonzern Tanjong erwirbt vom Insolvenzverwalter der Cargolifter AG die große Halle in Brand für 17,5 Millionen Euro. Er kündigt an, mit dem malaysischen Investor Colin Au eine Gesellschaft zu gründen, die mit Investitionen von zunächst 70 Millionen Euro die Halle in einen Regenwalt mit Badelandschaft und Hotels umbauen will. – Die Aktionäre der Cargolifter AG legen Protest ein und wollen mit Hilfe von Anwälten die Umnutzung der Halle verhindern.

15. Juli

FLN Aviation aus Kiel stellt die Linie von Kiel nach Tempelhof wieder ein.

Die Germania-Tochter Germania Express nimmt ihren Firmensitz in Hannover. Im Stadtteil List sind Vertrieb und Marketing angesiedelt, ein Call-Centrum soll eröffnet werden. Die Germania und die Flotte bleiben in Berlin-Tegel und werden auch dort weiter gewartet.

18. Juli

Der Beamten-Shuttle wird der DBA und Hapag-Lloyd Express übertragen für die Linie Berlin-Tegel – Köln/Bonn. Die Vereinbarung umfaßt rund 12 000 Flugtickets pro Monat.

21. Juli

Die Flughafengegner in Schönefeld kritisieren erneut die überabeiteten Entwicklungspläne für den BBI und erklären zudem, der Boden des künftigen BBI-Areals sei hochgradig mit Kriegslasten verseucht. Die Holding erklärt, diese Berichte entbehrten jeder Grundlage.

24 Juli

Die DBA zieht auf ihrem Heimathafen München in den Bereich A des Terminals 1 um. Die Positionen waren nach dem Umzug der Lufthansa und ihrer Partner zum Teminal 2 frei geworden.

Das Verwaltungsgericht Straßburg urteilt, dass die vom Straßburger Flughafen gezahlten Zuschüsse in Höhe von jährlich 560 000 Euro unzulässig seien. Ryanair kündig Berufung an.

31. Juli

Das Landgericht Berlin weist eine Klage der BFG gegen die Fluggesellschaft Germania ab, die sich weigert, die zum 1. April 2002 erhöhten Gebühren zu zahlen. In dem Urteil heißt es, die Erhöhung stelle eine unzulässige Querfinanzierung im Flughafen-System dar.

Bilanz Juli:

Passagiere % Bewegungen %
Tegel 1 031 158 + 12,4 12 428 + 8,9
Tempelhof 35 057 – 30,6 3 065 – 21,1
Schönefeld 227 118 – 2,8 3 820 – 4,7
Gesamt 1 293 333 + 7,6 19 313 + 0,1

5. August

Der Berliner Senat lehnt einen Vorschlag des Leipziger Oberbürgermeisters Wolfgang Tiefensee ab, einen Doppelflughafen Tegel / Leipzig zu bilden unter einer gemeinsamen Flughafen-Holding der Länder Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Berlin erklärt, man halte am Ausbau Schönefelds zum Single-Aiport fest.

19. August

Die Interessengemeinschaft zur Erhaltung des Flughafens Tempelhof (ICAT) teilt in einer Pressekonferenz mit, dass sich die in Tempelhof operierenden Fluggesellschaften mit allen rechtlichen Mitteln – bis zu einem Gang zum Europäischen Gerichtshof – gegen eine Schließung des City-Airports wehren werden.

Die estnische Fluggesellschaft Estonian Air eröffnet eine Verbindung von Tallin nach Tegel mit wöchentlich drei Flugpaaren. Eingesetzt wird eine Boeing 737-500. Berlin ist nach Frankfurt und Hamburg die dritte deutsche Stadt, die von Estonian angeflogen wird.

21. August

Der Berliner Verkehrssenat spricht sich gegen den Ausbau des Flugplatzes Neuhardenberg für den Anflug durch Ryanair aus und erklärt, zunächst müsse ein Raumordnungsverfahren stattfinden, bei dem Berlin eine Gegenstimme abgeben werde.

21. / 22. August

In Berlin wird ein Brief bekannt, den der Geschäftsfhrer der DBA, Hans Rudolf Wöhrl am 12. August an die in Tempelhof operierenden Airlines geschrieben hat. In dem Brief teilt Wöhrl mit, er habe der BFG den Vorschlag unterbreitet, den gesamten Flugbetrieb der DBA von Tegel nach Tempelhof zu verlegen und den Airport in eigener Regie zu übernehmen. Mit jährlich 14 Millionen Entgeld könnten dann die Verluste Tempelhofs mehr als ausgeglichen werden. Wenn der neue Single-Aiport in Sch”nefeld betriebsbereit sei, werde er den Flugverkehr dorthin verlegen. Ergänzend wird bekannt, dass das Angebot bereits im Juni unterbreitet aber bisher nicht beantwortet worden sei. Die BFG besteht dagegen auf dem Antrag auf Entlassung aus der Betriebspflicht in Tempelhof, kündigt aber Gespräche mit der DBA an. Der Verkehrssenator Strieder lehnt das Angebot ab und besteht auf einer Erfüllung des Konsensbeschlusses. CDU und FDP begrüßen dagegen den Vorschlag der DBA und sprechen sich für einen Erhalt Tempelhofs aus.

Der Insolvenzverwalter der Cargolifter AG, Rolf-Dieter Mönning, erklärt, vom 9. bis zum 11. Oktober finde in Brand die Versteigerung aller Anlagen und Einrichtungen der AG statt. Die große Halle ist bereits an die britisch-malaysische Investorengruppe Colin Au verkauft worden und soll in eine Tropenlandschaft verwandelt werden.

23. August

Die Flughafenanrainergemeinden Blankenfelde, Eichwalde, Großbeeren und Schulzendorf haben beim Brandenburger Landesverfassungsgericht Beschwerde auch gegen das modifizierte Landesentwicklungsprogramm für den neuen Single-Aiport eingelegt und gefordert, das Programm müsse für nichtig erklärt werden, weil abermals die ergebnisoffene Abwägung von Standortalternativen fehle.

25. August

Air Berlin teilt mit, angesichts der rückl„ufigen Nachfrage der Pauschalveranstalter würden für die kommende Saison zwei bis drei Flugzeuge der 44 Maschinen umfassenden Flotte aus dem Pauschalverkehr zurückgezogen, dafür aber möglicherweise zur Verstärkung der City-Shuttle-Flüge eingesetzt. Der City-Shuttle habe in den ersten sieben Monaten des Jahres mit 2,3 Millionen Passagieren einen Zuwachs von 139 Prozent gehabt.

Es wird bestätigt, dass die Berlin Brandenburg Flughafen Holding (BBF) vor den Oberverwaltungsgerichten von Berlin und Brandenburg die Landesluftfahrtbehörden von Berlin und Brandenburg verklagt hat. Die Klage richtet sich gegen die Ablehnung der auf 3 Euro festgelegten Fluggastgebühren zum 1.4.2003 und die Bewilligung von nur einem Euro zum 1.8.2003. Die Klagen wurden bereits am 30. Juli eingereicht.

26. August

Nach dem Straßburger Gerichtsurteil gegen Ryanair stellt die Airline zum 24. September ihre Flüge von London nach Straßburg ein. Die Flüge werden zum Flugplatz Baden-Baden verlegt. Starttermin dort der 25. September. Das Gericht in Straßburg hatte die Subventionen des Flughafens an die Ryanair verurteilt.

31. August

Die August-Bilanz:

Passagiere % Bewegungen %
Tegel 964 808 + 11,4 12 120 + 9,9
Tempelhof 31 261 – 38,5 2 944 – 18,4
Schönefeld 208 079 + 11,8 3 914 + 2,5
Gesamt 1 204 148 + 9,2 18 978 + 3,4

Die deutliche Zunahme in Schönefeld geht auf das Konto der stark genutzten Flüge von Ryanair nach London.

1. September

Germania-Express eröffnet neue Routen von Tegel nach Glasgow, Lissabon und Moskau.

Die Berlin-Brandenburger Landesplanungsabteilung hat keine Entscheidung getroffen, ob ein Raumordnungsverfahren für den Flugplatz Neuhardenberg notwendig wäre, wenn dort Ryanair operieren wollte. Das Brandenburger Landesamt für Bauen, Verkehr und Straßen wurde beauftragt zu prüfen, ob für einen Linienflugverkehr in Neuhardenberg ein Planfeststellungsverfahren mit vorgeschaltetem Raumordnungsverfahren nötig ist, oder ob eine luftrechtliche Genehmigung ausreicht. Dem Vernehmen nach tendiert Brandenburg für eine einfache Genehmigung, während Berlin starken Widerstand gegen einen Betrieb in Neuhardenberg leistet. Von Seiten der Luftwaffe und der Flugsicherung gibt es keine Bedenken gegen einen Linienverkehr. Am 1. Mai 2004 läuft die Ein-Jahresfrist ab, in der die BBF der Ryanair mit Erlaubnis der EU Rabatte in Schönefeld gewähren durfte. Wie sich Ryanair und BBF dann verhalten ist offen. Berlin möchte Ryanair in Schönefeld halten, Ryanair aber ist bekannt dafür, keine Gebühren zu zahlen. Daher tendiert die Airline zu einem Betrieb in Neuhardenberg.

Ryanair hat mit ihren Flügen von Schönefeld nach London inzwischen im Gesamtverkehr zwischen Berlin und London einen Marktanteil von 37 Prozent erreicht. Neben Ryanair ab Schönefeld verkehren British Airways und Air Berlin ab Tegel nach London.

3. September

Die Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) fordert vom Senat eine gründliche Prüfung des Angebots der DBA, nach Tempelhof umzuziehen. Tempelhof werde bis zur Inbetriebnahme des BBI dringend gebraucht, eine vorfristige Schließung Tempelhofs sei keine Vorbedingung für das Planfeststellungsverfahren für den BBI.

Die BBF räumt ein, dass im Jahre 2006 wegen des Autobahnbaus nach Schönefeld dort bis zum Betrieb des BBI nur noch eine Startbahn vorhanden ist. Trotzdem plädiert die BBF für die vorzeitige Schließung Tempelhofs, obwohl in Tegel kein zusätzlicher Verkehr mehr möglich ist und Berlin insgesamt dann nur noch drei statt bisher sechs Startbahnen zur Verfügung hat. Auch der Verkehrssenat besteht auf vorzeitiger Schließung des City-Airports und Ablehnung der Pläne der DBA.

4. September

Die Berliner Landesluftfahrtbehörde eröffnet das Verfahren über den Antrag der Berliner Flughafen-Gesellschaft (BFG) auf Entlassung aus der Betriebspflicht in Tempelhof und fordert die in Tempelhof ansässigen Unternehmen zur Stellungnahme zu dem Antrag auf. In dem Antrag fordert die BFG die Entlassung aus der Betriebspflicht zum 30.10.2004 und die Schließung des Airports nach dem rechtskräftigen Planfeststellungsbeschluß für den Ausbau Schönefelds zum BBI. Für die Entlassung aus der Betriebspflicht wird sofortiger Vollzug beantragt. In der Begründung der BFG heißt es, ihr sei nicht zuzumuten, einen Flughafen weiter zu betreiben, der zweistellige Millionenverluste erwirtschaftet. Sie räumt allerdings ein, dass der Verlust in der Hauptsache aus dem Non-Aviation-Bereich resultiert, nicht aber aus dem Flugbetrieb. Über die Folgekosten einer Schließung Tempelhofs schweigt sich die BFG aus. Mit dem Antrag auf Entlassung aus der Betriebspflicht und dem sofortigen Vollzug sollen die in Tempelhof operierenden Airlines ausgehebeld werden, indem ihnen die Möglichkeit einer sinnvollen Klage gegen die Entlassung aus der Betriebspflicht entzogen wird. Ausgehebelt wird auch der Konsensbeschluß, denn eine Entlassung aus der Betriebspflicht bedeutet das endgültige Aus für den Flughafen noch bevor das Planfeststellungsverfahren für den BBI rechtskräftig ist.

5. September

Nach Anrufen eines SPD-Politikers veröffentlichen Berliner Zeitungen Meldungen, dass die Traditions-DC 3 beim Anflug Tempelhofs eine Pappel gestreift habe. Diese Behauptung wurde von der Flugsicherung zurück gewiesen.

6. September

Nach der DBA äußert auch Germania-Express den Wunsch, von Tegel nach Tempelhof umzuziehen. Die Airline will ihre Flotte von Fokker 100 auf dem City-Airport stationieren, verlangt aber Garantien, dass der Flughafen offenbleibt. In einem Gespräch zwischen dem Germania-Geschäftsführer Mustafa Muskati und dem BFG-Chef Johannsen-Roth erklärt der BFG-Hauptgeschäftsführer, die BFG halte an dem Entschluß fest, Tempelhof zum Oktober 2004 aufzugeben.

8. September

Germanwings teilt mit, dass die Airline am 26. Oktober von ihrem neuen Hub in Stuttgart eine Linienverbindung von Stuttgart nach Schönefeld mit einer Tagesrandverbindung eröffnet. Die Flüge nach Köln/Bonn bleiben in Tegel. Insider erklären, Germanwings habe nach Schönefeld ausweichen müssen, weil für die Stuttgart-Flüge in Tegel keine geeigneten Slots zur Verfügung standen. Bereits zum Beginn des Sommerflugplans hatte Germania-Express auf Stuttgart-Flüge ab Tegel verzichten müssen, weil keine Slots für einen Tagesrand offen waren.

14. September

Die BVG räumt ein, dass der mit großem Aufwand proklamierte Express-Bus von der City nach Schönefeld ein Flop ist und kaum benutzt wurde. Der Verkehr, der einen Verlust von 700 000 Euro eingefahren hat, soll im Oktober eingestellt werden.

15. September

City-Air eröffnet eine Linie von Tempelhof nach Linz. Linz wird auf dem bisherigen Flug nach Salzburg fünfmal wöchentlich angesteuert. Die Verbindung nach Salzburg wird wöchentlich sechsmal bedient.

Am 6. Oktober will die niederländische Denim Air mit Fokker 50 von Tempelhof nach Augsburg fliegen als Tagesrandverbindung. – Die Schweizer Intersky will eine Woche später eine tägliche Verbindung nach Friedrichshafen eröffnen.
16. September
Volare web, die Low-cost-Tochter der italienischen Volare Airlines, kündigt den Umzug der Rom-Flüge von Tegel nach Schönefeld an und wird mit Beginn des Winterflugplans zusätzlich nach Mailand und über Frankfurt-Hahn nach Venedig und Brindisi fliegen.

18. September
Die DBA begrüßt auf einem Flug von München nach Hamburg ihren 25 millionsten Fluggast seit der Gründung der Airline im März 1992.

19. September
Der BBF-Aufsichtsrat bestellt den Sprecher der BBF-Geschäftsleitung, Johannsen-Roth zum Geschäftsführer von BFG und FBS. Der bisherige Geschäftsführer Rolf Castro-Vasques scheidet am 31. Oktober aus und übernimmt die Geschäftsführung der GlobeGround Berlin. Für den anderen Geschäftsführer Hans Döhring endet der Vertrag am 31. Dezember.

22. September
Der Geschäftsführer der belgischen Brüssels Airlines, Peter Davies, kündigt für den Fall, dass seine Airline wegen der Schließung Tempelhofs nach Schönefeld umziehen müsse, eine Klage vor der EU an.

23. September
Die in Tempelhof operierenden Airlines weisen noch einmal darauf hin, dass die Verluste des Airports nicht auf den Flugbetrieb, sondern wegen des Unterhalts der Anlagen entstehen. Die BBF-Sprecherin Rosemarie Meichsner erklärt, die BFG werde Ende 2004 die Immobilie Tempelhof an den Bund zurück geben. Daher würden keine Folgekosten entstehen, wenn die Erlaubnis zur Entlassung aus der Betriebspflicht wirksam werde. Demggenüber hatte Verkehrssenator Strieder in einer Ausschußsitzung am 3. September klargestellt, dass die BFG bis zur endgültigen Schließung Tempelhofs Pächter bleibe.

24. September
Die BBF beginnt Verhandlungen mit den Fluggesellschaften über eine Neuordnung der Flughafengebühren. Die Verhandlungen werden im Namen aller Airlines von Air Berlin, Lufthansa und BARIG geführt.

26. September
Germanwings bestätigt den Umzug der Köln-Flüge von Tegel nach Schönefeld zum Beginn des Winterflugplans und wird eine weitere Linie von Schönefeld nach Stuttgart eröffnen. Wie später verlautete, wollte Germanwings auch mitteilen,dass im Sommer 2004 weitere Ziele, vor allem ins Ausland, von Schönefeld aus eröffnet werden sollten. Die BBF habe davon abgeraten, weil sie einer späteren Ankündigung neuer Linien von EasyJet den Vortritt lassen wollte, was Germanwings und mit ihr die Lufthansa stark verärgerte.

30. September
Air Berlin zieht eine positive Bilanz ihres City-Shuttles, der am 30.9.2002 gestartet worden war. Befördert wurden 1,5 Millionen Passagiere. Die Airline fliegt bereits seit drei Monaten auf diesem Sektor in der Gewinnzone

Die Bilanz September:

Passagiere % Bewegungen %
Tegel 1 075 130 + 11,6 12 792 + 11,8
Tempelhof 39 747 – 32,1 3 366 – 19
Schönefeld 182 105 + 0,6 3 299 – 6
Gesamt 1 296 982 + 7,8 19 457 + 1,9

5. Oktober
In einem Interview mit der Berliner Morgenpost bestätigt der Geschäftsführer der BBF, Johannsen-Roth, die Absicht, Tempelhof Ende Oktober 2004 zu schließen. Er erwarte einen entsprechenden Beschluß über eine Entlassung der BFG aus der Betriebspflicht Ende des Jahres 2003.

6. Oktober
Die niederländische Demin Airways hat ihren Linienverkehr von Tempelhof nach Augsburg eröffnet. Angeboten werden zwölf Flugpaare pro Woche. Eingesetzt wird eine Fokker 50.

7. Oktober
Die DBA gibt bekannt, dass sie mit Beginn des Winterflugplans neu von Stuttgart nach Hamburg fliegen wird und vom 10. November an bis zu dreimal täglich von Tegel nach London-Gatwick.

8. Oktober
In der großen Werfthalle der in Konkurs gegangenen Cargolifter AG beginnt eine dreitägige Versteigerungsaktion aller Utensilien des Unternehmens.

9. Oktober
Das Brandenburger Verkehrsministerium erklärt, die Planfeststellung für den BBI sei nicht vor dem Sommer 2004 zu erwarten. Rechtskräftig werde der Beschluß vermutlich erst ein Jahr später, da Gerichtsverfahren anhängig sein werden. In Kreisen des Bundesverwaltungsgerichts wurde dagegen erklärt, eine Gerichtsentscheidung werde sicherlich zwei Jahre oder mehr beanspruchen. 15 Anrainergemeinden des BBI haben Beschwerde beim Landesverfassungsgericht auch gegen das modifizierte Landesentwicklungsprogramm für den BBI eingelegt mit der Begründung, abermals fehle eine ergebnisoffene Abwägung von Standortalternativen. Damit sei das Programm verfassungswidrig.

13. Oktober
Die österreichische InterSky eröffnet ihren neue Linie von Friedrichshafen nach Tempelhof. Eingesetzt wird eine DHC 8.

16. Oktober
AeroLloyd hat überraschend Insolvenz angemeldet und sämtliche Flüge eingestellt. Rund 8 500 Passagiere konnten nicht mehr befördert werden.

Die Lufthansa gibt bekannt, dass mit Beginn des Jahres 2004 die Regionalpartner neu geordnet würden. Der Begriff Team Lufthansa verschwindet, und alle Airlines verkehren unter „Lufthansa Regional“. Die Flottenaufstellung wird zentral geleitet, den einzelnen Airlines werden die Strecken und Kapazitäten zugeteilt.

21. Oktober
Der BBI-Chefplaner Ulrich Schindler erklärt vor der IHK Cottbus, er erwarte Mitte 2005 den Baubeginn für den BBI. Zunächst werde der unterirdische Bahnhof errichtet, Ende 2006 werde mit dem Terminal begonnen. Die Gesamtkosten lägen bei drei Milliarden Euro. Für die bisherige Planung seien 30 Millionen Euro ausgegeben worden.

23. Oktober
Die IATA und die Bundesregierung haben erklärt, dass neben Mönchen-Gladbach der Flughafen Niederrhein offiziell als dritter Flughafen Düsseldorf gelten soll. Der erst am 1. Mai 2003 eröffnete Airport meldete für die ersten fünf Monate des Betriebs bereits die Abfertigung von 100 000 Fluggästen, sämtlich von der irischen Ryanair

24. Oktober
Der Sprecher der Berliner Oberfinanzdirektion, Helmut John, erklärt, vor einer rechtskräftigen Schließung Tempelhofs würden das Gelände und die Bauten in Tempelhof nicht übernommen. Der Pachtvertrag bleibt damit gültig, auch wenn die BFG aus der Betriebspflicht entlassen werden sollte.

25. Oktober
In dem Entwurf des Brandenburger Landeshaushalts 2004 sind rund 46 Millionen Euro für die BBF eingesetzt worden, davon allein 39 Millionen für den Kauf von Liegenschaften für den BBI und die Umsiedlung von Einwohnern.

26. Oktober
Beginn des Winterflugplans. Ausgewiesen werden im klassischen Linienverkehr 1 628 Flugpaare pro Woche, rund 50 mehr als im Sommerflugplan. Der Zuwachs geht in erster Linie auf das Konto zusätzlicher Verbindungen von Schönefeld. In Tegel sind es 1 282 Flugpaare, in Tempelhof 199 und in Schönefeld 147. In Tegel steuert Iberia wieder Barcelona an und Turkish Airlines Istanbul. Gestrichen wurden die Flüge von Alpi Eagle nach Venedig, von Iran Air nach Teheran und von Tarom nach Bukarest. In Tempelhof fliegen Demin neu nach Augsburg und InterSky nach Friedrichshafen. In Schönefeld neu Germanwings nach Köln/Bonn und Stuttgart, V-Bird nach Niederrhein, Volare web nach Rom, Mailand und Frankfurt-Hahn mit Anschluß nach Venedig und Brindisi, Transaero nach Moskau und Syrian Arab nach Aleppo. Gestrichen wurden die Flüge der Air Algerie nach Algier und von Turkish nach Ankara. Die Low-Cost-Airlines haben inzwischen einen Anteil von 32 Prozent an den Flugbewegungen im Linienverkehr. In Tegel sind es vier Airlines mit wöchentlich 414 Flugpaaren auf 26 Strecken, in Schönefeld vier Airlines mit wöchentlich 99 Flugpaaren auf sieben Strecken.

31.Oktober
Die Bilanz für Oktober:

Passagiere % Bewegungen %
Tegel 1 069313 + 11,8 13 190 + 11,4
Tempelhof 40 615 – 25,2 3 373 – 10,3
Schönefeld 204 724 + 4,9 3 320 + 1
Gesamt 1 341 652 + 9,1 19 883 + 5,3

3. November
Die EU-Kommission erwägt Rückforderungen in zweistelliger Millionenhöhe von Ryanair wegen unerlaubter Subventionen, die auf dem belgischen Provinzflughafen Charleroi gewährt worden sind.

5. November
Die britische Low-cost-Airline EasyJet teilt in Berlin mit, dass sie vom 1. Mai 2004 an in Schönefeld ihren bisher größten Hub auf dem Kontinent eröffnen wird. Sie wird das gesamte Terminal B mieten und entsprechend ausbauen. Zu Beginn des Betriebs sollen sechs Airbus 319 in Schönefeld stationiert werden, die elf Ziele ansteuern werden: London-Luton, Liverpool, Bristol, Newcastle, Palma, Barcelona, Neapel, Kopenhagen, Paris, Nizza und Athen.

Die große Anzeigentafel an der einfahrt nach Tegel ist seit Monaten defekt. Die BFG erklärt, eine Reparatur sei aus Kostengründen nicht möglich. Im nächsten Jahr wolle man sich um Ersatz bemühen. Im übrigen sei die Tafel ein Luxus, den es auf anderen Airports nicht gäbe.

6. November
Die gemeinsame Berlin-Brandenburger Landesplanung hat einen Ausbau des Flughafens Neuhardenberg abgelehnt, weil er das Landesentwicklungsprogramm für den Ausbau Schönefelds gefährde. Damit wird Ryanair verwehrt, diesen Flughafen zu nutzen. Dem vernehmen nach will Ryanair jetzt prüfen, nach Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern zu ziehen. Die Grundwert Brandenburg GmbH als Besitzer von Neuhardenberg hat Beschwerden vor dem Kartellamt und der EU angekündigt.

7. November
Hans Rudolf Wöhrl teilt in Berlin mit, dass er auf seine Angebote, den Flugbetrieb nach Tempelhof zu verlegen und dort auch die Hauptverwaltung aus München zu stationieren, keine Antwort der BFG erhalten habe. In einem informellen Gespräch habe es der Regierende Bürgermeister Wowereit abgelehnt, für Tempelhof eine Bestandsgarantie bis zur Eröffnung des BBI zu geben. Damit werde die DBA in Tegel bleiben und ihren Hauptsitz auch in München belassen. Für Berlin bedeute das einen Verlust von rund 200 neuen Arbeitsplätzen.

10. November
Wie angekündigt, eröffnet die DBA ihre neue Verbindung von Tegel nach London-Gatwick mit wöchentlich 19 Flugpaaren.

11. November
Die CDU-Bundestagsfraktion richtet unter der Drucksache 15/2038 eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung, in der unter anderem gefragt wird, wie hoch die Folgekosten einer Schließung Tempelhofs seien, wie die Bundesregierung das Angebot der DBA, nach Tempelhof zu ziehen, beurteile und wie sich eine Schließung Tempelhofs auf die Entwicklung des Berlin-Flugverkehrs auswirke.

Die ICAT nimmt zu Äußerungen des Regierenden Bürgermeisters Wowereit Stellung, der gesagt hatte, die vorzeitige Schließung Tempelhofs sei nötig, damit das Projekt BBI nicht gefährdet werde. Die ICAT fordert ein Ende des Versuchs, konkrete Schließungstermine zu nennen und droht Wowereit mit einer Einstweiligen Verfügung.

13. November
Die Berliner Staatssekretärin Monika Helbig erklärt vor dem Berliner Abgeordnetenhaus, der Senat halte an der Schließung Tempelhofs zum Jahresende 2004 fest. Ein Engagement der DBA in Tempelhof sei „keine realistische Alternative zum Ausbau Schönefelds“.

15. November
Der vorläufige Untersuchungsbericht über den Absturz der Fokker 50 der Luxair, die am 6. November 2002 aus Berlin beim Anflug Luxemburgs verunglückte besagt, dass schwere Pilotenfehler vorlägen. Im Cockpit habe Chaos geherrscht, und die Propeller seien in die falsche Stellung gebracht worden.

17. November
Auf dem Flugplatz Schönhagen ist das neue Terminal eingeweiht worden. Seit dem Jahr 2000 sind hier 24,5 Millionen Euro in den Ausbau des Flugplatzes investiert worden, ein Viertel davon durch private Investoren. Schönhagen rangiert mit 46 000 Flugbewegungen im letzten Jahr noch vor Schönefeld und knapp hinter Tempelhof. Der Flugplatz soll das Zentrum für Geschäfts- und Sportflieger der Hauptstadtregion werden.

21. November
EasyJet hat in Schönefeld begonnen, fliegendes und Bodenpersonal für die Aufnahme des Flugbetriebs im Mai nächsten Jahres zu rekrutieren. Zunächst benötigt werden 40 Piloten für den Airbus 319, sowie 80 bis 100 Flugbegleiter. Das Bodenpersonal soll im Frühjahr eingestellt werden. Das gesamte Personal soll in Schönefeld stationiert werden und aus der Region stammen.

Daimler-Chrysler hat die Triebwerkstochter MTU an den US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR) verkauft. Zu dem Verkauf gehört auch das Werk Ludwigsfelde bei Berlin mit 520 Mitarbeiten. Der Kaufpreis soll dem vernehmen nach 1,5 Milliarden Euro betragen.

22. November

Die Suche nach einer neuen Geschäftsführung für die am 1. Oktober entflochtene Berlin Brandenburg Flughafen Holding (BBF), die jetzt nur noch aus der Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH (FBS) und ihrer Tochter Berliner Flughafen-Gesellschaft (BFG) besteht, gestaltet sich nach Presseberichten schwierig. So sollen mehrere Kandidaten, unter ihnen der Geschäftsführer des Flughafens Köln/Bonn, Michael Garvens, abgesagt haben.

Die Berliner Grünen-Fraktion fordert vom Senat eine Aufstellung über die Kosten, die entstehen, wenn der Flughafen Tempelhof vorzeitig geschlossen werden würde. Wenn der Senat keine Vorsorge für die Folgekosten getroffen habe, würde sich für Berlin ein neues Millionenloch auftun.

Aufgrund der Berichte, dass Ryanair möglicherweise den Flugplatz Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern anstelle von Schönefeld ansteuern könnte, will die BVG vorsorglich die Rechte für eine Busverbindung von Berlin nach Neubrandenburg beantragen.

Die Airail AG hat die Planfeststellung für den bei Stendal geplanten Großflughafen in Magdeburg beantragt und erklärt, man hoffe, das Baurecht bis zum Jahr 2005 zu erhalten. Dann könnte der Airport noch vor dem BBI in Schönefeld im Jahre 2009 betriebsbereit sein. Der Geschäftsführer Malte Maurer gibt indessen noch immer nicht bekannt, wer die Großinvestoren sind, die hinter dem Projekt stehen sollen.

24. November

In der Slotkonferenz für den Sommerflugplan 2004 haben die Fluggesellschaften wachsendes Interesse am Berlin-Verkehr dokumentiert. Für Schönefeld wurden 43,6 Prozent mehr Slots angefordert, als im Sommer 2003. Das Hauptkontingent geht auf Rechnung der EasyJet, die im Mai in Schönefeld starten will. Aber auch Icelandair will nach Island fliegen und Air Lingus nach Dublin. Für Tegel wurden 15,1 Prozent mehr Slots angemeldet, und trotz der Schließungdebatte um Tempelhof haben sich dort drei neue Airlines angemeldet. Insgesamt wurden für Tempelhof 18,3 Prozent mehr Slots beantragt. Die FBS erklärte, trotz der gestiegenen Nachfrage werde es in den kommenden Jahren nicht zu Engpässen kommen, auch wenn Tempelhof geschlossen werden sollte.

Die Europäische Kommission hat eine Beschwerde von Flughafengegnern gegen die Pläne zum Bau des BBI zurückgewiesen. Die Kläger hatten argumentiert, die Standortauswahl sei nicht ausreichend begründet worden.

27. November

Air Berlin teilte mit, sie stehe mit der Airbus-Industrie und mit Boeing über eine komplette Flottenerneuerung in Verhandlungen. Die Erneuerung soll im Frühjahr 2004 beschlossen werden. Geplant ist die Bestellung von bis zu 60 Flugzeugen, entweder Airbus 320 oder Boeing 737. Der Air-Berlin-Chef Joachim Hunold kündigt an, er werde die FBS wegen der Verträge mit EasyJet verklagen. Die FBS habe auch Air Berlin angeboten, die günstigeren Gebühren zu gewähren, allerdings müsse die Airline dann von Tegel nach Schönefeld umziehen.

28. November

Die ADV protestiert gegen die für den 1.1.2004 geplante Änderung des Arbeitszeitgesetzes und argumentiert, die Flughafenfeuerwehren müßten ausgenommen werden, da die Personalstärke nicht aufrecht erhalten werden könnte. Die Folge wäre eine Schließung von Flughäfen.

30.November

Die Bilanz:

Passagiere % Bewegungen %
Tegel 877 703 + 6,2 11 521 + 6,2
Tempelhof 35 260 – 24,9 2 879 – 15,6
Schönefeld 152 929 + 52,2 2 928 + 22,2
Gesamt 1 065 892 + 9,4 17 328 + 3,8

1. Dezember

Die IHK Berlin und der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller warnen nach einer Flughafen-Diskussion eindringlich vor einer vorzeitigen Schließung Tempelhofs und bezeichnen diese Pläne als betriebswirtschaftlich kurzsichtig, verkehrspolitisch unverantwortlich und rechtlich nicht begründet. Die angegebenen Verluste werden bezweifelt und es wird erklärt, schon 2008 würde es zu Engpässen kommen, lange bevor der BBI fertiggstellt sei.

Die Berliner Landesluftfahrtbehörde hat vor einer Entscheidung über die Zukunft Tempelhofs zwei Expertisen bestellt: Eine wirtschaftliche Prüfung und eine Prüfung der Rechte, die Airlines nach einer Erteilung von Slots auf einem Airport haben. Es heißt nämlich, die für einen Flugplan erteilten Slots würden automatisch auch für den Flugplan des folgenden Jahres rechtlich wirksam sein. Es sei denn, ein Flughafen teilt vor der Slotkonferenz mit, dass ein Airport rechtswirksam geschlossen werde

In einem Interview bestreitet der FBS-Chef Johannsen-Roth, dass eine Schließung Tempelhofs gegen den Konsensbeschluß und gegen den Staatsvertrag mit Brandenburg verstoße und erklärt, auch nach einer Schließung Tempelhofs sei die Kapazität in Berlin ausreichend gesichert. Folgekosten nach einer Schließung Tempelhofs seien nicht besonders belastend.

4. Dezember

Der Brandenburger Flugzeughersteller Aquila hat jetzt für sein zweisitziges Reiseflugzeug Aquila 210 die amerikanische Musterzulassung erhalten und will nun eine Vertriebsstruktur in den USA aufbauen.

5. Dezember

Der Aufsichtsrat der FBS konstituiert sich neu und trifft unter dem Vorsitz des Berliner Regierenden Bürgermeisters Wowereit erste personelle Entscheidungen: Dieter Johannsen-Roth bleibt kaufmännischer Direktor der Berliner Flughäfen und Sprecher der gemeinsamen Geschäftsführung von FBS und BFG. Neu ernannt wurde der frühere Hochtief-Prokurist Thomas Weyer zum 1. Januar 2004 als technischer Geschäftsführer und Projektleiter für den BBI (Weyer war in dem Konsortium Hochtief / IVG, das sich um den Kauf der BBF und den Bau und Betrieb des BBI beworben hatte, Geschäftsführer. Die Privatisierung war wegen fehlender Einigung über die Folgekosten gescheitert). Neuer Personalgeschäftsführer wird Manfred H. Bobke-von Camen, zuletzt Vorstandsmitglied in einem Telekom-Unternehmen.

Die ICAT überreicht nach der Aufsichtsratssitzung dem Aufsichtsratschef Wowereit 33 000 Unterschriften für einen Erhalt des Flughafens Tempelhof. Der Vorgang wird sowohl von den Fernsehstationen, als auch von den Zeitungen ignoriert.

6. Dezember

Der BARIG droht den Berliner Flughäfen mit einer Klage bei der EU, wenn weiterhin keine Klarheit gegeben wird über die Verträge mit den Billig-Airlines in Schönefeld.

8. Dezember

GlobeGround Berlin schließt mit British Airways einen Vertrag, nach dem vom 1. Februar 2004 an die gesamte Abfertigung der Airline in Tegel von GlobeGround übernommen wird. Die bisher 76 in diesen Bereichen tätigen Mitarbeiter der British Airways gehen zu GlobeGround.

9. Dezember

Die Berliner Oberfinanzdirektion lehnt einen langfristigen Mietvertrag mit einem Veranstalter ab, der den Hangar 1 in Tempelhof für seine Zwecke nutzen und umbauen möchte. Die Begründung: Ein langfristiger Vertrag könn erst geschlossen werden, wenn der Gesamtflughafen nach einer Schließung an den Bund zurückgegeben worden ist.

9. Dezember

V-Bird streicht eines ihrer vier täglichen Flugpaare von Schönefeld nach Niederrhein. Begründung: Geringe Auslastung und Mangel an Flugzeugen wegen der Er”ffnung neuer Linien von Niederrhein aus.

10. Dezember

Der Flughafen-Geschäftsführungssprecher Johannsen-Roth teilt mit, dass die vorläufige Bilanz der Berliner Flughäfen für 2003 wie folgt aussehen werde: Tegel erwirtschaftet einen Gewinn von 54,8 Millionen Euro, Schönefeld einen Verlust von 30,2 Millionen und Tempelhof einen Verlust von 13,6 Millionen Euro. Dieser Verlust erhöhe sich um 38 Millionen Euro, die für die Folgekosten einer Schließung Tempelhofs einbezogen worden seien.

Weiter wird mitgeteilt, dass der Flughafen Schönefeld mit einem Aufwand von neun Millionen Euro kundenfreundlicher gestaltet werden soll. Geplant ist ein überdachter Zugang vom Bahnhof zum Terminal, sowie ein Ausbau des Bahnhofs selbst. Der Neubau des Terminals für den BBI soll 2004 ausgeschrieben werden. Es soll ein Terminal für zunächst 20 Millionen Passagiere jährlich gebaut werden. Die Baukosten des BBI sollen von den geplanten 1,7 Milliarden Euro auf 1,3 Milliarden nach Möglichkeit gekürzt werden.

15. Dezember

In einem Interview mit der Berliner Morgenpost wiederholt der Chef der DBA, Hans Rudolf Wöhrl, sein Angebot, den gesamten Betrieb seiner Airlines bis zur Eröffnung des BBI von Tegel nach Tempelhof zu verlegen. Die vom Senat geplante Schließung des City-Airports nennt Wöhrl einen Schildbürgerstreich.

18. Dezember

Die Arbeitsämter Berlin-Süd und Potsdam eröffnen auf dem Flughafen Schönefeld eine gemeinsame Jobagentur für luftfahrtspezifische Berufe. Ihre erste große Aufgabe wird die Beratung für Interessenten sein, die sich bei der Fluggesellschaft EasyJet bewerben wollen, die im Mai 2004 in Schönefeld den Betrieb aufnimmt und ihr Abfertigungspersonal ebenso wie das fliegende Personal aus der Region rekrutieren will.

30. Dezember

Die Bundesregierung beantwortet die Kleine Anfrage der CDU-Bundestags-Fraktion zu Tempelhof und erklärt, verantwortlich für die Frage der künftig benötigten Abfertigungskapazität in Berlin und für die Frage, ob eine vorzeitige Schließung rechtens sei, sowie die Frage, ob und wie die in Tempelhof operierenden Airlines geschädigt würden, müsse allein die Berliner Landesluftfahrtbehörde entscheiden. Über die Folgen einer Schließung werde zur Zeit zwischen Bund, Berlin und der BFG verhandelt. Etwaige Folgekosten seien noch nicht bekannt. Zur Frage eines Engagements der DBA in Tempelhof verweist der Bund an die BFG, die zuständig sei. Über etwaige Rückbauforderungen nach Ende des Pachtvertrags mit der BFG sei dem Bund bisher nichts bekannt. Es seien keine Forderungen erhoben worden.

Air Berlin teilt mit, im Jahre 2003 seien 9,6 Millionen Passagiere befördert worden, 43 Prozent mehr als 2002. Damit habe sich Air Berlin gemessen am Passagieraufkommen als zweitgrößte Airline in Deutschland etabliert. Der Zuwachs geht in der Hauptsache auf das Konto des City-Shuttles, der auf acht deutschen Flughäfen zu Metropolen wie London, Wien, Zürich, Mailand, Rom und Barcelona startet, sowie auf den Mallorca-Shuttle und das erfolgreiche Drehkreuz Palma.

Air Berlin hat sich mit 51 Prozent an der Stockheim Air-Catering beteiligt, die die Air Berlin-Flugzeuge auf sechs deutschen Flughäfen versorgt.

31. Dezember

Bilanz für das Jahr: Tegel hält weiter die Spitzenposition im Berliner Flughafen-System. Der Flughafen Schönefeld nimmt dank der seit dem Winterflugplan operierenden Low-cost-Airlines in der Zahl der Passagiere zu, die Zwei-Millionen-Grenze wird aber nicht erreicht. Gemessen an der Zahl der Starts und Landungen im Linienflugverkehr liegt Schönefeld mit 11 408 Bewegungen trotzdem weiter hinter der Zahl der Linienflug-Bewegungen in Tempelhof mit 19 778 Starts und Landungen zurück. Das heißt, Tempelhof rangiert im Linienangebot weiter vor Schönefeld. Die weitaus geringere Zahl von Passagieren in Tempelhof gegenüber den Zahlen in Schönefeld ist darauf zurück zu führen, dass in Tempelhof nur kleinere Flugzeuge operieren.

Die Zahlen der Bilanz für das volle Jahr:

Passagiere % Bewegungen %
Tegel 11 104 106 + 12,4 140 924 + 10,6
Tempelhof 415 150 – 26,4 36 945 – 23,1)
Schönefeld 1 750 921 + 3,7 36 939 – 1,2
Gesamt 13 306 177 + 9,2 214 803 + 0,9
Advertisements

Diskussionen

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: