Aero Chronik

2001

2001

5.Januar

Die Bahn plant eine kürzere Fahrzeit auf der Strecke von Berlin nach Leipzig. Von Ende 2002 an soll die Fahrzeit auf eine Stunde und 27 Minuten verkürzt werden. Von 2005 an soll sie nur noch 59 Minuten betragen. Unter diesen Umständen könnte der BBI in Schönfeld Passagiere an den Flughafen Leipzig verlieren.

9.Januar

Der Regierende Bürgermeister Diepgen berichtet dem Senat über den Stand der Privatisierung der BIBF und drückt die Hoffnung aus, dass der Zeitplan für die Indienststellung des BBI eingehalten werden kann und zwar im Jahre 2007.

11 Januar

Die Billig-Fluggesellschaft Buzz kündigt an, sie werde ihre London-Flüge am 25.März von

Tegel nach Schönfeld verlegen und zugleich das Angebot auf bis zu vier Flugpaare täglich

erhöhen.

12 Januar

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Eilklage gegen die „kapazitätsausschöpfenden Maßnahmen“ in Tegel zurückgewiesen. Das Gericht entschied

CargoLifter hangar, located at Briesen-Brand (...

Image via Wikipedia

, ein Planfeststellungsverfahren für die Ausbauten sei nicht erforderlich, da die luftseitigen Anlagen – Startbahnen und Rollwege nicht verändert würden.

12.Januar

Die Cargolifter AG hat das Konzept ihres Luftschiffes geändert. Das Luftschiff soll nun nur noch eine Reichweite von 5000 anstelle von 10 000 Kilometern haben. Marktanalysen hätten ergeben, dass die Mehrzahl der Fracht über Distanzen bis zu 3000 Kilometer befördert werden müsse.

13.Januar

Der Regierende Bürgermeister Diepgen hat in einem Interview gefordert, daß Tempelhof nicht geschlossen werden, sondern für den Betrieb mit Geschäftsreisemaschinen geöffnet bleiben solle.

15.Januar

Virgin Express stellt alle Flüge von Schönefeld nach Brüssel und London ein und zieht sich aus

Berlin zurück.

17.Januar

Die Strecke zwischen Berlin und London war im Jahr 3«> die am stärksten frequentierte

Linie. Es wurden ~77 000 Passagiere befördert. Die britische Kiss Air kündigt die Aufnahme des

Verkehrs zwischen Tegel und London ein, verwirklicht ihre Pläne aber nicht.

17.Januar

Die BBF gibt bekannt, dass nunmehr 20 Hektar für 50 neue Häuser in Deutsch-Wusterhausen erworben worden seien für die Umsiedlung der Bewohner aus Diepensee.

20. Januar

Rewe hat nach Genehmigung des Kartellamtes die Führung bei der LTU-Touristik übernommen.

22.Januar

Der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende Jürgen Weber erklärt in einem Interview mit dem

Tagesspiegel, Berlin habe die Chance verpasst, zur Errichtung eines Flughafen-Drehkreuzes. Der Ausbau von Tegel sei unzureichend, und Tempelhof müsse bis zur

Inbetriebnahme des BBI geöffnet bleiben. Zum geplanten Nonstop-Flug von Tegel nach

Washington sagt Weber, wenn die nötige Auslastung nicht erzielt werde, werde die Linie

aufgegeben „Wir sind nicht die Caritas“.

23.Januar

Cargolifter kündigt die Auflage einer Anleihe und im nächsten Jahr eine Kapitalerhöhung an, damit die benötigten zusätzl. Mittel in Höhe von 40 Millionen DM eingebracht werden können.

24.Januar

Richtfest in Tegel für die Überbauung des Parkdecks P 2. In der Anlage sollen 20 zusätzliche

Abfertigungsschalter entstehen

24 Januar

Bürgerversammlung in Lichtenrade Es geht um den Ausbau der Dresdner Bahn und die

Frage, wie die Strecke geführt werden soll, ebenerdig, im Tunnel oder im Trog.

26.Januar

Die Lufthansa nimmt in ihrem Zentrum in Schönefeld den neuer Simulator für die Boeing 737-300 in Betrieb.

30. Januar

Die BBF kündigt an. dass im Jahr 2002 ein Ausbau in Tempelhof beginnen soll. Mit einem

Aufwand von zehn Millionen DM soll ein zweiter Abfertigungstrakt eröffnet werden und eine zweite Gepäckförderanlage. Die Abfertigungskapazität betrage dann jährlich 1,5 Millionen Fluggäste

Die SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus kritisiert die Ausbauentscheidung.

30.Januar

Die Lufthansa kündigt an, dass sie mit Beginn des Sommerflugplans eine neue Linie von Tegel zum London-City-Airport eröffnen werde. Lufthansa Cityline wird die Linie mit der RJ 85 befliegen.

30.Januar

Die BBF rechnet mit einer Verzögerung des Anhörungsverfahrens für den Ausbau Schönefelds aufgrund der großen Zahl der Einwendungen.

31 Januar

Die Bilanz:

Passagiere % Bewegungen %
Tegel 675966 +1,4 10712 +7,6
Tempelhof 53830 +2,8 3648 +11,2
Schönefeld 95281 – 21,2 2318 -17,2
Gesamt 825077 -1,8 16678 +4

1. Februar

Eurowings teilt mit! sie habe 15 CanadairJets bestellt! die in den kommenden drei Jahren ausgeliefert werden sollen.

4 Februar

Eine Maus in der Kabine einer Boeing 767 der Condor führt in Schönefeld zu einer Startverzögerung von einem Tag.

5. Februar

Die europäische Kartellbehörde hat das Zusammengehen von Hochtief und IVG bei der Bewerbung um den Kauf der BBF genehmigt. Damit können die Privatisierungsverhandlungen beginnen, allerdings müssen beide Konsortien zuvor ihre unterschiedlichen baulichen und finanziellen Konzepte unter einen Hut bringen.

7.Februar

Der IVG-Geschäftsführer Klaus Köllen erklärt, es gehe beim Bau des BBI nicht ohne die

Erhebung einer Sondergebühr. Nur die Frage der Höhe der Gebühr sei offen Damit ist die

Diskussion über die Steuer wieder entbrannt. Der Lufthansa-Generalbevollmächtige Ekkehard Tschirner erklärt, auch im Namen der anderen Airlines, es werde keine Zustimmung der Fluggesellschaften zu der Gebühr geben. „Wir dachten, die wäre längst vom Tisch“.

12 Februar

Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig erklärt überraschend, Tempelhof müsse wie im Konsensbeschluss vereinbart vorzeitig geschlossen werden

15.Februar

In Tempelhof hat der Umbau an die Modernisierung des Terminals der Allgemeinen Luftfahrt begonnen.

16. Februar

Der Arbeitsdirektor der BBF, Ralf Brunhöber, hat sein Amt niedergelegt Götz Herberg hat zunächst zu seinem Amt als Vorstandschef auch den Personalbereich übernommen.

20.Februar

Im Zuge der Beteiligung der Lufthansa an Eurowings findet ein Routentausch statt. Mit Beginn des Sommerlugplans übernimmt Augsburg Airways von Eurowings die Linie von Tempelhof nach Münster und Cirrus Air von Eurowings die Flüge von Tempelhof nach Saarbrücken. Beide Airlines fliegen im Team Luthansa unter LH-Flugnummem Eurowings verstärkt die Flüge von Tempelhof nach Nürnberg während Lufthansa die Flüge von Tegel nach Nürnberg einstellt

20.Februar

Der Regierende Bürgermeister Diepgen erklärt, wenn die Sondergebühr für den BBI nicht zu vermeiden sei, müsse sie sich in Grenzen halten. Sie werde dann deutlich unter 20DM liegen. Die Erklärung ruft bei den Airlines Unverständnis hervor, auch bei Teilen der Berliner CDU.

22.Februar

Die MTU hat angekündigt, dass in Ludwigsfelde die Triebwerke für den A 380 montiert und geprüft werden sollen.

23.Februar

Der Pilot einer Citation 525 gerät mit seinem Flugzeug bei der Landung in Tempelhof über die Piste hinaus und macht Bruch. Beide Piloten an Bord unverletzt

24.Februar

In Potsdam haben Gegner des BBI eine Tagung veranstaltet, in der mehrere Experten über die Lärmbelästigung durch den Flugverkehr referieren. Die BBF lehnte eine Beteiligung an der Veranstaltung ab

25 Februar

Aus Kreisen des Hochtief/IVG-Konsortiums heißt es, eine Sondergebühr sei noch kein Thema, weil es noch kein Finanzierungskonzept gebe.

26.Februar

Die Lufthansa beklagt, dass für den geplanten Nonstop-Flug von Tegel nach Washington noch nicht ausreichende Vorbuchungen gäbe.

26.Februar

Die Flughafen-Umfeldentwicklungsgesellschaft Schönefeld mbH ist gegründet worden, an der die Länder Brandenburg, Berlin und Krise und Kommunen sich beteiligen können.

Gründungsmitglieder sind die BBF und die Investitionsbank des Landes Brandenburg.

28.Februar

Bilanz

Passagiere % Bewegungen %
Tegel 718730 -3 9748 -4,3
Tempelhof 56435 +0,7 3513 – 3,6
Schönefeld 131818 -7,9 – 16,1
Gesamt 886983 -5 15831 -6,3

5.März

Auf der ITB erklärt der Regierende Burgermeister Diepgen überraschend1 er rechne damit, dass im Jahre 2007 das ,,Richtest“ für der BBI stattfinden würde Luftfahrtkreise rätseln, ob Diepgen damit eine verspätete Inbetriebnahme des BBI ankündigen wollte.

5 März

Die BBF hat angekündigt, das Anhörungsverfahren für die Einwender werde im April beginnen und bis zum Jahresende dauern.

6.März

Das Bundeskartellamt hat Bedenken gegen die Beteiligung der Lufthansa an Eurowings angemeldet. Den beiden Airlines wurde eine Frist für Stellungnahmen eingeräumt

Das Triebwerk BR 715 aus Dahlewitz hat jetzt auch die Musterzulassung des russischen

Interstate Aviation Comittes erhalten. Es gilt für alle GUS-Staaten und die Ukraine. Damit kann Turkmenistan Airlines ihre mit diesem Triebwerk ausgerüstete Boeing 717 in Dienst stellen.

Air Berlin kündigt an, sie werde im laufenden Jahr die Zahl ihrer Passagiere auf fünf Millionen erhöhen und im Umsatz erstmals die Milliardengrenze überschreiten. Die Optionen für vier Boeing 737-800 wurden auf der ITB in Festbestellunqen umgewandelt.

8.März

Ryan Air hat Pläne, in der Region Berlin-Brandenburg den Flugplatz Cottbus-Drewitz

anzusteuern und von dort nach London zu fliegen, zurückgestellt.

8. März

In Dresden ist das neue Terminal mit dem neuen Schienen- und Straßenanschluss eingeweiht

worden. Mit Beginn des Sommerflugplans am 25.März wird der gesamte Betrieb in dem neuen Terminal abgewickelt.

16.März

Die Brandenburger PDS hat der SPD-CDU-Koalition vorgeworfen, sie behindere den

Ausschuss, der das gescheiterte Privatisierungsverfahren für die BBF untersucht Im Mai sollen die Vorladungen beginnen. Auch Ministerpräsident Stolpe soll gehört werden.

17. März

Die Cargolifter AG hat mit General Electric vereinbart dass diese Firma die Triebwerke für den Cargolifter liefert

19. März

Wie erst jetzt bekannt wird, hat MaxAir ihre Flüge von Tempelhof nach Malmö bereits am 28. Februar eingestellt .

Der Bundestag beauftragt die Regierung, die Kerosinbesteuerung voranzutreiben

22.März

Der Antrag auf Schließung Tempelhofs ruht weiter, obwohl der Konsensbeschluss offiziell nicht geändert worden ist.

25.März

Der Sommerflugplan in Kraft. Im klassischen Linienverkehr insgesamt 1.578 Flugpaare pro Woche. In Tegel 1187, in Tempelhof 322 und in Schönefeld 69

26.März

Die erste Lufthansa-Maschine auf dem neuen Nonstop-Flug von Washington nach Tegel trifft in Berlin ein. Es folgt der Eröffnungsflug nach Washington mit Eberhard Diepgen und Ministerpräsident Stolpe an Bord.

Der Flughafen Leipzig weist wöchentlich 193 Flugpaare zu 13 Zielen aus, aber 232 Flugpaare im Ferienflugverkehr.

Der Flughafen Dresden weist wöchentlich 237 Flugpaare im Linienverkehr zu 13 Zielen auf und 74 Flugpaare im Ferienflugverkehr.

Die Deutsche BA hat die Lufthansa-Technik in Schönefeld mit den C-Checks für alle ihre 18 Boeing 737-300 betraut.

Cirrus Air setzt auf der Linie von Tempelhof nach Saarbrücken den Jet vom Typ Embraer ERJ 145 ein.

28.März

Brandenburgs Verkehrsminister Meyer erklärt, angesichts der Masse der Einwendungen gegen den BBI im Planfeststellungsverfahren sei der Zeitplan in Gefahr Auf laden Fall werde aber der BBI im laufenden Jahrzehnt eröffnet.

30.März

Das vierte für dieses Jahr bestellte Flugzeug der Condor Berlin trifft in Schönefeld ein. Damit besteht die Flotte jetzt aus 12 A 320.

31.März

Bilanz:

Passagiere % Bewegungen %
Tegel 875753 +3 11313 +3,5
Tempelhof 70378 +8,5 4125 +8,6
Schönefeld 126022 -10,1 3024 -10,5
Gesamt 1072153 +1,6 18472 +2

2.April

Der BBF-Hauptgeschäftsführer Götz Herberg erklärt, dass die Privatisierung der BBF in diesem Jahr verwirklicht werde, dass aber wegen des Baufelds-Ost die öffentliche Hand draufzahlen müsse.

5.April

Die MIAT zieht eine positive Bilanz ihrer Flüge von Tegel nach Ulan Bator über Moskau. Die Zahl der Flugpaare wird auf zwei pro Woche erhöht.

6.April

Die BBF zieht eine erfolgreiche Bilanz für das Jahr 2000. Erstmals wurde ein Jahresüberschuss von 9,6 Millionen Euro erwirtschaftet bei einem um 40 Prozent gestiegenen Betriebsergebnis von 14,2 Millionen Euro. Die Gesellschafter übernahmen allerdings die Zinszahlungen für die Kredite für das Baufeld-Ost.

8.April

Die Anhörungen im Planfeststellungsverfahren für den BBI für Privatpersonen sollen am 31 Mai beginnen.

11 April

Rolls-Royce Dahlewitz hat Aufträge für 40 Triebwerke für 20 von Midwest Express bestellte Boeing 717 erhalten.

18.April

Die DFS setzt ihre neue Luftraumstruktur für die neuen Bundesländer einschließlich der An- und Abflüge in Frankfurt (Main) in Kraft.

20.April

Im Auftrag der BBF hat das Institut Forsa 1 010 Personen in Berlin und Brandenburg zum geplanten BBI befragt. 73 Prozent befürworteten den Bau des BBI. In den beiden Anliegerkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald sprachen sich nur 66 Prozent für den BBI aus, aber 80 Prozent erwarten einen wirtschaftlichen Aufschwung durch den BBI.

23.April

Beginn des Anhörungsverfahrens für das Planfeststellungsverfahren für den BBI. Zunächst Anhörung der Träger öffentlicher Belange. In den ersten Anhörungen üben Vertreter der Berliner und Brandenburger Verwaltung heftige Kritik an den Gutachten der FBS, vor allem hinsichtlich der Lärm- und Gesundheitsbelästigungen.

Globeground Berlin und die Berliner ÖTV teilen mit, sie hätten einen neuartigen Fünf-JahresTarifvertrag ausgearbeitet, mit dem völliges Neuland betreten werde. Mitarbeiter sollen am Gewinn und an der Leitung des Unternehmens beteiligt werden, aber auch im Falle eines Verlustes in der Bilanz auf Einkommen verzichten.

24.April

Berlins Senatssprecher Michael-Andreas Butz erklärt überraschend, die BBF-Gesellschafter würden sich vermutlich nicht völlig aus der BBF zurück ziehen und einen „Restbestand“ halten.

25.April

Lufthansa CityLine nimmt im Simulatorenzentrum CST in Schönefeld der ersten Simulator für den neuen Canadair-Jet 700 in Betrieb.

In den Anhörungsverfahren für den BBI kommt es zu heftigen Auseinandersetzungn um die entsprechenden Gutachten der FBS und der Flughafengegner.

27.April

20 Aktenordner zum Planfeststellungsverfahren sollen der Allgemeinheit nicht zugänglich gemacht worden sein. Die Flughafengegner fordern von der zuständigen Brandenburger Behörde den Abbruch des Planfeststellungsverfahrens.

30.April

Die Bilanz:

Passagiere % Bewegungen %
Tegel 850769 +0,3 10613 -2
Tempelhof 63343 +5,6 3698 – 1,5
Schönefeld 169501 -4,3 3578 -16,3
Gesamt 1083613 -0,2 17889 -5,1

2.Mai

Das renovierte Abfertigungsterminal in Tempelhof für die Allgemeine Luftfahrt wird in Betrieb genommen.

Die Lufthansa eröffnet wieder die Linie von Tegel nach Amsterdam. Zunächst fliegt CityLine, später soll Eurowings die Flüge übernehmen.

3.Mai

Canada 2000 eröffnet wieder die Saisonflüge von Schönefeld nach Toronto, Galgary und Vancouver, einmal wöchentlich.

Im Verlauf der Anhörungen der Träger öffentlicher Belange im Zuge des Planfeststellungsverfahrens für den BBI kommt es zu heftigen Auseiandersetzungen. die zu Zeitverzögerungen führen.

4.Mai

Experten der Globeground Berlin werden nach Südkorea geschickt, wo sie Personal für den neuen Flughafen in Seoul ausbilden sollen. – Globeground erhält das ISO 14001-Zertifikat für Abfallentsorgung.

5.Mai

Auch Air Transat eröffnet wieder die Saisonlinien von Schönefeld nach Toronto, Vancouver und Edmonton, dreimal wöchentlich.

6.Mai

8 000 Einwohner der Umgebung des Flughafens Schönefeld demonstrieren gegen den Ausbau des Airports zum BBI.

8.Mai

Bei den Anhörungen der Träger öffentlicher Belange räumt die FBS ein, ein fehlerhaftes Gutachten für das Gebiet um Bohnsdorf vorgelegt zu haben.

Berichte, daß bedeutende Firmen eine Ansiedlung in Berlin wegen der mangelhaften Flugverbindungen aufgegeben haben, so auch die Telefonica-Tochter 3 G.

9.Mai

Die Anhörungen der Träger öffentliche Belange sind beendet. Noch nicht erledigte Fragen sollen im Herbst behandelt werden.

16.Mai

Die niederländische Firma Shiphol Real Estate will sich an der Umfelderschließung des BBI beteiligen und 20 Prozent der Flughafenumwelt-Entwicklungsgesellschaft übernehmen.

22.Mai

Die Deutsche BA teilt mit, daß sie im abgelaufenen Geschäftsjahr (Bis 31.3.2001) 3,3 Millionen Passagiere befördert und einen Umsatz von 343,3 Millionen Euro verzeichnet habe. Die Flotte umfaßt 17 Boeing 737-300, das Unternehmen zählt 820 Mitarbeiter.

Frosch Touristik gibt bekannt, daß die eigene Fluggesellschaft FIyFTI zum 30. November 2001eingestellt werde. Die Airline verfügt über vier A 320 mit jeweils 180 Sitzen.

23.Mai

Air Berlin überführt die erste Boeing 737-800 mit Winglets, die bei Boeing gefertigt wurden. Der Versuch, bei dem überfühmngsflug von Seattle nonstop einen Rekord aufzustellen, mißlingt. Wegen ungünstiger Winde, zu hohen Temperaturen und Restriktionen kanadischer Behörden muß das Flugzeug zum Tanken zwischenlanden. Mit Bausätzen der Boeing-Werke waren bereits seit 8.Mai Flugzeuge der Air Berlin und von Hapag-Lloyd mit den neuen, großen Winglets ausgestattet worden.

24.Mai

Beim Anflug auf Tempelhof stürzt eine einmotorige Beech 36 in Neukölln ab. Ein Haus und eine Laube werden beschädigt, beide Insassen kommen ums Leben. Der Pilot hatte vor dem Absturz des Ausfall seines Motors gemeldet.

27.Mai

In Diepensee findet eine weitere Demonstration gegen den BBI statt. Es nehmen rund 1 500 Personen daran teil.

29.Mai

Eine Fokker 70 der AUA muß wegen Rauchentwicklung auf dem Fluge von Wien nach Berlin in Dresden landen. Die 61 Passagiere blieben unverletzt.

30.Mai

Die BBF teilt in einer Bilanz mit, daß auf den drei Berliner Flughäfen gegenwärtig 12 964 Personen arbeiten, 11,7 Prozent mehr als vor zwei Jahren. In diesem Zeitraum sind 1 300 neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Die Zahl der auf den drei Airports engagierten Unternehmen hat sich auf 286 erhöht.

Die Lufthansa verkauft für 700 Millionen DM die Globeground an die französische Penauille Polyservices S.A.. An Globeground Deutschland will die Lufthansa aber beteiligt bleiben. Für das Berliner Unternehmen ergeben sich keine Änderungen.

31.Mai

IVG und Hochtief haben sich geeinigt, daß das Terminalkonzept der FBS, das im Planfeststellungsantrag eingereicht worden ist, als gemeinsames Konzept verwirklicht werden soll. Damit verzichten beide auf ihre eigenen Konzepte. über die Finanzierungsverfahren wird aber noch weiter diskutiert.

In Schönefeld beginnt das Anhörungsverfahren für den BBI für die Bevölkerung. Die Sitzung endet mit Tumulten, verursacht von Flughafengegnern.

31.Mai

Die Bilanz:

Passagiere % Bewegungen %
Tegel 920792 7,9 11814 -2,5
Tempelhof 80717 +5,1 4984 6,4
Schönefeld 161213 -15,8 4611 +6,6
Gesamt 1162722 -8,3 21409 -2,5

(Die BBF führt das schlechte Ergebnis auf den Pilotenstreik bei Lufthansa und auf die Einstellung des Betriebs der Britannia in Schönefeld zurück).

1.Juni

Bei den Anhörungen zum BBI heftige Auseinandersetzungen. Die Flughafen-Gegner schalten Anwälte ein.

4. Juni

Die Flughafen-Gegner fordern in der Anhörung, daß auf den Ausbau des Airports in Schönefeld verzichtet wird. Die Pläne für einen Flughafen in Stendal sollten aufgegriffen werden.

5. Juni

Um das Stendal-Projekt gibt es Wirbel, nachdem der Inhalt eines Gutachtens veröffentlicht worden war, bei dem es um die Marktchancen für einen Großflughafen für Berlin-Brandenburg und Sachsen-Anhalt bei Stendal ging.Es heißt in dem Gutachten aber, Stendal habe nur eine Chance, wenn der BBI nicht gebaut werde. Berlin und Brandenburg lehnen Stendal kategorisch ab.

7.Juni

Der Eurowings-Vorstandsvorsitzende Weitholz rechnet damit, daß das Kartellamt Ende August die Lufthansa-Beteiligung an Eurowings genehmigt. Strittig sind überhaupt nur drei Strecken, darunter die Unie von Berlin nach Nürnberg, auf der zunächst ab Tempelhof CityLine und Eurowings getrennt fliegen müssen. Ursprünglich sollte Eurowings alle Flüge übernehmen.

Dortmunds Flughafen-Chef berichtet über einen Aufschwung auf seinem Airport, warnt aber vor der rigiden Anwendung des Nachtflugverbots, die zu kuriosen Ergebnissen führt.

16.Juni

Der CDU-SPD-Senat in Berlin wird gestürzt. Ein neuer Senat aus SPD und Grünen wird mit Unterstützung der PDS installiert.

18.Juni

Berichte, daß die Cargolifter AG erheblichen Finanzbedarf habe. Falls neue Mittel nicht verfügbar wären, müsse das Unternehmen verkauft werden.

19. Juni

Der neue Berliner Senat erklärt, er werde das Schließungsverfahren für Tempelhof – eingereicht im Januar 1998 und seitdem ruhend – wieder aktivieren mit dem Ziel, daß Tempelhof gemäß dem Konsensbeschluß geschlossen werden kann.

Globeground Berlin erzielte im Jahr 2000 mit einem Plus von sechs Prozent einen Umsatz von 180 Millionen DM. Die 1 500 Mitarbeiter betreuten 6,8 Millionen Passagiere und 154221 Flugzeuge – Das Cargo-Center in Riga wird eröffnet. Die lettischen Mitarbeiter wurden in Berlin ausgebildet.

20.Juni

Das Landgericht Düsseldorf hat entschieden, daß die Fluggesellschaft Hapag-Lloyd die vom Flughafen Düsseldorf erhöhten Landegebühren zu zahlen habe. Die Airline hatte die Erhöhung als unagemessen bezeichnet, das Gericht hielt sie für angemessen.

21.Juni

Brandenburgs Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß erklärt, die Verhandlungen über die Privatisierung der BBF zwischen der PPS und dem Hochtief-IVG-Konsortium könnten noch vor der Sommerpause beginnen. Die BBF zweifelt das an. Die Landtagsfraktionen von CDU und SPD in Brandenburg erklzren, sie seien für den Ausbau Schönefelds zum BBI. Der neue -Berliner Senat wurde aufgefordert, sich ebenfalls zum Ausbau zu bekennen.

Im Anhörungsverfahren erklärt der FBS-Planungschef Ulrich Schindler, Nachtflugbeschränkungen für den BBI würden wirtschaftliche Nachteile bringen, das Projekt aber nicht gefährden.

26.Juni

Die verkehrspolitische Sprecherin der Berliner PDS, Jutta Matuschek, will den Ausbau Schönefelds stoppen. Sie erklärt, eine Landebahn sei genug. Die Spitze der PDS-Fraktion vertritt aber die Ansicht, die Partei sei für einen ,,moderaten Ausbau‘.

Ein Rechtsgutachten des Rechtsprofessors Ulrich Battis besagt, daß das Anhörungsverfahren in Berlin rechtlich korrekt sei. Inzwischen ist die Beteiligung der Bürger am Verfahren nur noch gering. Durchschnittlich kommen nur noch wenige hundert Teilnehmer.

Der Landkreis Teltow-Fläming hat beschlossen, sich nicht an der Flughafenumwelt-Entwicklungsgesellschaft zu beteiligen.

29.Juni

Air Berlin wird im Winterprogramm Catania und Sevilla neu ansteuern. Insgesamt werden 24 Ziele mit einer Flotte von 25 Flugzeugen bedient.

30.Juni

Die Bilanz:

1133345 Passagiere (+1,6) und 19 727 Bewegungen(-14,2)

Tegel: 891 879 Passagiere (+2,5) und 11 546 Bewegungen (-1,7)

Tempelhof: 73061 Passagiere (+8,3) und 4325 Bewegungen (-22,8)

Schönefeld: 168405 Passagiere (-5,1) und 3865 Bewegungen

(-31,7).

1.Juli

Lufthansa CityUne stellt ihre erste CRJ 700 in Dienst. Drei weitere Maschinen sollen bis Ende August folgen.

2.Juli

Die Berliner PDS-Fraktion ist für den Abschluß des Planfeststellungsverfahrens für den BBI, dann aber müsse das gesamte Projekt erneut auf den Prüfstand gelegt werden.

Der Brandenburger SPD-Bundestagsabgeordnete Danckert hält das Lärmgutachten für den BBI als unhaltbar. Er fordert eine Umorientierung auf den Standort Sperenberg für den BBI. Auch weitere SPD-Abgeordnete kritisieren das Projekt.

11.JuIi

Die Lufthansa erklärt, daß trotz einer Stagnation im Berlin-Verkehr die 25 Unternehmen des Konzerns in Berlin-Brandenburg expandieren.

Die neue Berliner Wirtschaftssenatorin Juliane von Friesen (Grüne) erklärt, ihre Partei stehe weiter zum Projekt BBI.

13.Juli

Einzelheiten über den Absturz in Tempelhof Ende Mai: Der Pilot halle bereits Landeklappen und Fahrwerk ausgefahren und konnte nicht mehr in den Gleitflug gehen, nachdem der Motor ausgefallen war.

-MTU in Ludwigsfelde feiert zehnjähriges Betriebsjubiläum. Zugleich wird eine neue Montagehalle eröffnet.

16.Juli

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit spricht sich für den BBI aus und erwartet, daß das Planfeststellungsverfahren bis 2003 rechtskräftig ist.

Das Anhörungsverfahren für den BBI läuft in ruhigen Bahnen. Nur noch kaum hundert Personen nehmen teil.

BAE-Systems wird sich am Projekt Cargolifter beteiligen. Unterstützung vereinbart auf den Gebieten der Navigation und der Flugsteuerung.

17.Juli

Vor dem Untersuchungsausschuß, der die gescheiterte Privatisierung der BBF erörtert, sagt Eberhard Diepgen als Zeuge aus. Er erklärt, er habe sich als Regierender Bürgermeister vergeblich für eine Entschuldung der BBF ausgesprochen. Die Mehrheit der Gesellschafter habe dies aber abgelehnt.

18.Juli

Die Lufthansa zieht eine Zwischenbilanz des Washington-Fluges und erklärt, daß trotz guter Auslastung die Flüge noch nicht rentabel seien, weil genügend Passagiere für die Business- und Erste Klasse fehlten. An eine Einstellung der Nonstop-Flüge sei aber nicht gedacht.

19.Juli

Vor dem Brandenburger Untersuchungsausschuß, der die gescheiterte BBF-Privatisierung erörtert, verweigern der frühere Hochtief-Vorstand Leichnitz und eine Mitarbeiterin des WIB die Aussage.

Die neue türkische Airline Atlas International eröffnet Charterflüge von Schönefeld in die Türkei. Sie gehört dem Veranstalter öger Holding in Istanbul. Die Fluggesellschaft hat ein deutsches Management.

22.Juli

Die CDU in Tempelhof-Schöneberg lehnt einen Antrag von SPD und Grünen ab, mit dem eine Schließung Tempelhofs gefordert wird.

23.Juli

SriLankan stellt ihre Flüge von Schönefeld nach Dubai und Colombo ein, nachdem bei einem Bombenanschlag auf den Flughafen Colombo die Hälfte der Flotte zerstört worden war. Anfang September wurden auch alle anderen Flüge von Deutschland aus eingestellt.

31.Juli

Das Hochtief-IVG-Konsortium gibt sein Kaufangebot für die BBF ab. Zunächst heißt es, der angebotene Preis liege deutlich unter den letzten Geboten von Hochtief (650 Millionen DM) und der IVG von 350 Millionen DM. Später wird bekannt, daß nur 50 Millionen DM geboten worden sind. Die PPS gibt bekannt, daß Zahlen offiziell nicht genannt würden und erklärt, sie werde das Angebot prüfen und bis Ende August den Gesellschaftern eine Empfehlung geben.

Die italienische Gandalf, die unter Air-France-Flugnummem von Tegel nach Mailand/Bergamo flog, stellt wegen mangelnder Nachfrage den Betrieb auf dieser Linie ein.

31. Juli

Die Bilanz:

1 232 054 Passagiere (-1,4) und 20612 Bewegungen (+1)

Tegel: 917019 Passagiere (+2,5) und 11 622 Bewegungen (+0,4)

Tempelhot 68429 Passagiere (+14,2) und 4583 Bewegungen (+6,2)

Schönefeld: 246 606 Passagiere (-1,9) und 4407 Bewegungen (-2,3).

1. August

Widerös stellt ihre Flüge von Tempelhof nach Oslo wegen mangelnder Nachfrage ein.

6. August

Die Deutsche BA und Germania gewinnen neue Ausschreibung für den Beamten-Shuttle zwischen Berlin und Köln/Bonn für den Winterflugplan. Die DBA wird weiterhin Kontingente auf ihren Linienflügen bereithalten, nicht gebuchte Sitze aber weiter auf dem Markt anbieten.

Germania legt wöchentlich acht Flugpaare auf und verlegt ihre Flüge von Schönefeld nach Tegel. Nicht benötigte Sitze sollen auf dem Markt angeboten werden.

10. August

Der Berliner Senat schließt angesichts des niedrigen Kaufangebots von Hochtief/IVG für die BBF einen Verzicht auf die Privatisierung nicht mehr aus, wie der SPD-Verkehrsexperte Christian Gaebler mitteilt. Eine Beteiligung der öffentlichen Hand nach der Privatisierung sei nicht ausgeschlossen.

11. August

Focus berichtet, das Konsortium habe nur 50 Millionen DM für die BBF geboten. Mit ein Grund für das niedrige Angebot sei der Verzicht auf die Erhebung einer Sondergebühr. Offiziell wird der Betrag nicht bestätigt, inoffiziell heißt es jedoch, das Angebot liege zwischen 50 und 60 Millionen DM.

12. August

Verkehrssenator Strieder (SPD) löst eine neue Debatte über die Sondergebühr aus. Er erklärt, die Erhebung einer solchen Gebühr sei vertretbar. Ein anderer SPD-Politiker bringt das Projekt Stendal wieder in die Diskussion. Das BAR IG wendet sich unverzüglich scharf gegen eine Sondergebühr, die von allen Airlines kategorisch abgelehnt werde.

16. August

Der PDS-Spitzenkandidat Gregor Gysi spricht sich gegen den geplanten Ausbau Schönefelds aus und erklärt, Berlin brauche kein gigantisches Luftkreuz. Der PDS-Fraktionschef Harald Wolf erklärt demgegenüber, an der PDS werde der BBI nicht scheitern.

Die PDS in Brandenburg fordert von den Gesellschaftern eine Entschuldung der BBF.

20. August

Die Berliner IHK warnt vor einem ,,KIeinreden“ des BBI. Die Drehkreuzfunktion müsse unbedingt erhalten werden.

Der Verband der Allgemeinen Luftfahrt protestiert gegen Erwägungen des Senats, Tempelhof für kleine Flugzeuge zu sperren.

Der von den Flughafen-Gegnern beauftragte Spezialist für Fragen der Umweltverträglichkeit, Arnim Bechmann, erklärt, das Planfeststellungsverfahren für den BBI müsse unterbrochen werden, weil die Untersuchungen über die Folgen des Projektes für die Umwelt unzureichend seien.

24. August

Das Brandenburger Oberverwaltungsgericht erklärt Teile des gemeinsamen Landesentwicklungsplans für den engeren Verflechtungsraum Brandenburg-Berlin für nichtig. Begründet wird der Spruch, damit, daß die Anliegergemeinden nicht hinreichend gehört worden seien. Aus dem Plan gehe nicht hervor, daß Schönefeld tatsächlich der Standort für den BBI werden solle. Zudem vermißt das Gericht Alternativvorschläge für den Standort. BBF und die Behörden erklären zunächst, das Urteil tangiere den Fortgang des Planfeststellungsverfahrens nicht, da entscheidend das Landesentwicklungsprogramm sei, das von den Parlamenten in Brandenburg und Berlin abgesegnet sei. Später werden jedoch Bedenken laut, zumal der Richter durchblicken ließ, daß auch das Landesentwicklungsprogramm ,“nicht offensichtlich verfassungsgemäß“ sei. In politischen Kreisen wird festgestellt, daß die Planungsbehörden offenbar schlampig gearbeitet hätten. Verantwortlich für die Planungen ist die gemeinsame Planungskonferenz Berlin-Brandenburg.

26. August

Verkehrssenator Strieder erklärt, man werde notfalls Verzögerungen beim Bau de BBI in Kauf nehmen, um sich nicht von einem privaten Konsortium abhängig zu machen. Eine Entscheidung über Verhandlungen mit dem Hochtief/IVG-Konsortiurn sei noch nicht getroffen worden.

27. August

Nach Presseberichten bezeichnen die Gesellschafter der BBF das Kaufangebot des Konsortiums als nicht verhandelbar. Die Lasten würden einseitig der öffentlichen Hand aufgebürdet. Den Gesellschaftern lag ein Zwischenbericht der PPS vor.

28. August

Berlins Regierender Bürgermeister Wowerat erklärt, er sei mit dem Kaufangebot nicht zufrieden. Es sei zu prüfen, ob die Verhandlungen mit dem Konsortium fortgesetzt werden, neue Angebote eingeholt werden oder ob ein neuer Investor gesucht werden soll. Es könne aber auch diskutiert werden, ob die Gesellschafter den BBI selbst bauen. Ähnlich äußert sich auch Ministerpräsident Stolpe. In Brandenburger Regierungskreisen wächst die Sorge, daß das gesamte Projekt BBI platzen könnte.

29. August

In der Brandenburger Landesregierung kommt es zu Meinungsverschiedenheiten. Der Sprecher des Umweltministeriums, Jens-Uwe Schade, erklärt, in Schönefeld werde kein Flughafenkreuz, sondern nur ein Regionalflughafen geplant Das Ministerium rechne nicht mehr mit einem nennenswerten lnterkont -Verkehr. Umweltminister Wolfgang Birthler erklärt sofort, diese Äußerungen seien nicht mit ihm abgesprochen gewesen. Wörtlich erklärt er: Wir wollen Schönefeld wie vorgesehen zum europäischen und internationalen Flughafenkreuz ausbauen.

31. August

Der Berliner CDU-Spitzenkandidat Frank Steffel erklärt, zum Ausbau Schönefelds gäbe es keine Alternative. Die Gesellschafter sollten unverzüglich mit dem Konsortium Verhandlungen mit dem Ziel aufnehmen, eine faire Lastenverteilung zu erreichen.

31.August

Die Bilanz:

1 270 316 Passagiere (0) und 20 193 Bewegungen (-2,7)

Tegel: 953 004 Passagiere (+4,9) und 11 567 Bewegungen (-0,8)

Tempelhof: 64267 Passagiere (+14,4) und 4240 Bewegungen (+8,5)

Schönefeld: 253045 Passagiere (-17,4) und 4 386 Bewegungen(-15,5).

1.September

Der Rechtsexperte Ralf Lehmann erklärt in einem Interview, es sei richtig gewesen, Verhandlungen mit dem neuen Konsortium Hochtief/IVG aufzunehmen, weil eine Neuausschreibung eine Verzögerung um bis zu zwölf Monate bedeutet hätte.

Ein 55-jähriger Tunesier versucht, einen Airbus 321 der AeroLloyd auf dem Fluge von Sizilien nach Tegel zu entführen. Der Täter, der mit einer Bombe gedroht hatte, wurde von der Besatzung und Passagieren überwältigt und in Neapel der Polizei übergeben, wo der Pilot eine unplanmäßige Landung machte.

2.September

Der BDLI legt dem Bundeskanzler ein Forderungspaket für die Luft- und Raumfahrt vor. Verlangt wird ein erheblicher Ausbau der Infrastruktur und der Flugsicherung.

3.September

Die Berliner IHK hat die Bildung eines Gremiums vorgeschlagen, das den Ausbau Schönefelds zum BBI beschleunigen soll. Verlangt wird ferner eine deutliche Verbesserung des Straßenanschlusses des Flughafens Tegel.

Die Anhörung zum Planfeststellungsverfahren für den BBI wird trotz des Gerichtsurteils fortgesetzt. Allerdings wurde BBF aufgefordert, zu prüfen, ob das Urteil des Brandenburger Oberverwaltungsgerichts das Anhörungsverfahren beeinträchtige. Es müsse festgestellt werden, ob das Verfahren noch eine Rechtsgrundlage habe. Der Anwalt der BBF erklärt, Alternativvorschläge für den BBI-Standort seien überflüssig, weil es sich um den Ausbau eines bestehenden Flughafens handele.

6.September

Der Berliner SPD-Fraktionschef Michael Müler fordert in einem Interview, Tempelhof solle solange offen bleiben, bis der BBI in Betrieb gehen kann. Der Regierende Bürgermeister Wowerat erklärt demgegenüber, der Senat halte an dem Konsensbeschluß fest, daß Tempel hof nach der rechtlichen Absicherung des Planfeststellungsverfahrens für den BBI geschlossen wird.

Ministerpräsident Stolpe erklärt in einem Interview, er habe das Wort Großflughafen nie in denMund genommen. Ein solcher Begriff sei in der Nähe von Größenwahn angesiedelt. Es reiche ein Flughafen mit innerdeutschen und europäischen Verbindungen und ein paar Linien nach Nordamerika und Asien. Ein Drehkreuz werde nicht benötigt. Zugleich bringt Stolpe die Frage einer Sondergebühr wieder aus Tapet und erklärt, es sei denkbar, daß eine Gebühr von zehn Euro erhoben werde. Die Erklärungen Stolpes und anderer Brandenburger Politiker in ähnlichem Sinn führen zu Irritationen und Diskussionen. Der Berliner Senat erklärt, er halte an der Drehkreuzfunktion für den BBI fest. Die IHK warnt eindringlich davor, sich von der Idee eines Drehkreuzes zu verabschieden.

7.September

Die Lufthansa erklärt zu den Äußerungen von Stolpe, sie lehne, ebenso wie alle anderen Airlines, eine Sondergebühr strikt ab.

10.September

Die beiden Berliner Koalitionsparteien SPD und Grüne erklären, sie hielten am Projekt BBI unvermindert fest. Sollte das Bieterkonsortium bei dem Kaufangebot von nur 50 Millionen DM bleiben, solle der BBI entweder von der öffentlichen Hand errichtet werden, oder aber eine Neuausschreibung stattfinden. Der Verkehrsexperte der Grünen, Michael Cramer, sagte, das Angebot sei ,,fast unsittlich“.

Die Cargolifter AG führt nach eigenen Angaben Sondierungsgespräche mit ,,etwaigen Beteiligungsinteressenten“. Cargolifter benötigt bis zum Beginn der Serienfertigung des Luftschiffs im Jahre 2005 knapp 600 Millionen Euro, wobei rund 300 Millionen Euro fehlten.

Der Blankenfelder Bürgermeister Bernd Habermann (SPD) fordert die komplette Schließung des Flughafens Schönefeld und einen Neubau in Sperenberg.

11.September

In den USA kommt es zu folgenschweren Terroranschlägen. Zwei entführte Verkehrsflugzeuge werden gegen die beiden Türme des World Trade Centers in New York gelenkt, die einstürzen. Ein weiteres Verkehrsflugzeuge wird entführt und auf das Pentagon gestürzt. Eine vierte entführte Maschine stürzt bei Pittsburgh ab, nachdem es an Bord vermutlich zu Kämpfen gekommen war. Die USA sperren den gesamten Luftraum. Alle Flüge werden eingestellt.

Die Piloten der deutschen BA treten am Morgen in einem zweieinhalbstündigen Warnstreik. Sie fordern Gehaltserhöhungen von 25 Prozent, während die DBA nur drei Prozent gewähren will. lm Berlin-Verkehr fielen vier Flüge aus.

TNT Expreß hat eine Frachtfluglinie von Lüttich über Berlin-Tegel nach Warschau eröffnet, die mit einer BAe 146 geflogen wird mit einer Kapazität von 11,3 Tonnen Fracht.

14.September

Nach einer Sitzung des Koordinierungsrates Berlin-Brandenburg erklären der Regierende Bürgermeister Wowerat und Ministerpräsident Stolpe, das Kaufangebot der Bieter für die BBF sei sittenwidrig und eine ,,blanke Unverschämtheit“. Beide Länder wollten aber alles tun, um den Eröffnungstermin für den BBI im Jahre 2007 zu sichern.

16.September

Nach Informationen des Tagesspiegels haben mehrere Großbanken ,,ernsthafte und interessante Angebote“ unterbreitet für eine Finanzierung des Ausbaus Schönefelds zum BBI, wenn die Verhandlungen mit dem Bieterkonsortium scheitern sollten. Bei einer Finanzierung durch die öffentliche Hand würde die BBF den Kredit aufnehmen, der von den drei Gesellschaftern mit einer Bürgschaft abgesichert würde. Die Risiken seien minimiert, weil die öffentliche Hand Kredite zu niedrigeren Zinsen erhalte und die Gewinngarantie für die privaten Betreiber entfalle.

17.September

Der Aufsichtsrat der PPS lehnt das Kaufangebot von Hochtief/IVG als nicht verhandelbar ab. Den Bietern wird eine Frist von vier Wochen eingeräumt, um den Gesellschaftern ,,weitere Aufklärung hinsichtlich der finanziellen und vertraglichen Hintergründe“ zu geben. Wie es heißt, sei die Vier-Wochen-Frist die letzte Chance für das Bieterkonsortium.

Die Lufthansa hat mitgeteilt, daß sie ihre einzige Flugverbindung von Berlin nach den USA, den Nonstopflug von Tegel nach Washington, mit sofortiger Wirkung eingestellt habe. Nach dem Terrorangriff in den USA sei die Auslastung so stark gesunken, daß der Flug nicht mehr vertretbar sei. Gestrichen worden seien auch je eine Verbindung von Frankfurt nach New York und Washington. Der Berliner Regierende Bürgermeister Wowerat bedauert die Entscheidung und erklärt, die zeitliche Koppelung der Lufthansa-Entscheidung mit dem Terror in den USA sei politische äußerst unglücklich.

19.September

Das Bieterkonsortium für die BBF hat an die Altgesellschafter der BBF appelliert und persönliche Verhandlungen über die Privatisierung angeregt. Das Konsortium erklärte, der Finanzierungsspielraum für den Flughafen sei deutlich enger

geworden.

21.September

Der BBF-Aufsichtsrat folgt den Empfehlungen der PPS, die das Angebot zur Privatisierung als unzureichend abgelehnt hatte. Dem Konsortium wurde eine Frist bis zum 31. Oktober gesetzt, in der Nachbesserungen eingereicht werden sollten.

Der BBF-Aufsichtsrat beschließt, die Entwidmung des Flughafens Tegel zu beantragen. Der Airport soll geschlossen werden, wenn der BBI betriebsbereit ist. Zu Beginn der Sitzung war der Regierende Bürgermeister Wowerat zum Aufsichtsrats-Vorsitzenden gewählt worden. Er löst Eberhard Diepgen ab, der sein Amt als Regierender Bürgermeister verloren hatte.

22.September

Die EU-Finanzminister beschließen, übergangsweise mit Staatsgarantien für Risiken zu haften, die von den Versicherungen nicht abgedeckt werden. Die Garantien beziehen sich nur auf Risiken durch Krieg oder Terror.

25.September

Eine Boeing 737 der Air Berlin, die auf dem Flug von Zakynthos nach Berlin war, wurde bei Erreichen des österreichischen Luftraums zeitweise von zwei österreichischen Abfangjägern eskortiert. Offenbar hatte die Flugsicherung Belgrad die Daten verspätet an die österreichische Flugsicherung weiter geleitet.

Bei einer Podiumsdiskussion über die Zukunft des Flughafens Tempelhof sprechen sich Vertreter der SPD und der Grünen für eine schnelle Schließung des City-Airports aus, während CDU und FDP für einen Erhalt eintreten.

Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig erklärt, der Bund übernehme für vier Wochen die Haftung für Drittschäden durch Krieg oder Terror. Insgesamt stehe die Bundesregierung mit bis zu 20 Milliarden Dollar für die Haftung ein. Nach diesem Zeitraum müßten privatwirtschaftliche Lösungen gefunden werden. Eine von den Versicherungen angebotene Deckungssumme von 150 Millionen Dollar je Flugzeug wird von den Airlines als ,,völlig unzureichend“ abgelehnt.

26.September

Der 9. Senat des Bundesverwaltungsgerichts weist eine Klage einer Flughafen-Anrainerin gegen die ,,kapazitätsausschöpfenden Maßnahmen“ auf dem Flughafen Tegel ab. Das Gericht erklärte, zuvor hätte die Klägerin das Verwaltungsgericht anrufen müssen. Zudem seien die Ausbauarbeiten ,,kein Schwarzbau“.

27.September

Auf dem Parkdeck P 2 des Flughafens Tegel wird die Terminalerweiterung eröffnet. Für die Abfertigung der Passagiere stehen nunmehr 20 weitere Abfertigungspositionen zur Verfügung. Die Investitionskosten betrugen 24,1 Millionen DM. Der Regierende Bürgermeister Wowerat erklärt bei der Eröffnung, bis zur Inbetriebnahme des BBI müsse die Kapazität des Berliner Flughafen-Systems gesichert werden. Der Senat halte aber an dem Konsensbeschluß fest, daß Tempelhof und Tegel nach Inbetriebnahme des BBI geschlossen werden müßten.

Der Untersuchungsausschuß des Berliner Abgeordnetenhauses über die gescheiterte erste Privatisierung der BBF kommt zu der Empfehlung, daß bei der Vergabe von Milliardenprojekten künftig unabhängige Organisationen die Vorgänge beobachten sollten. Künftig müsse ein Höchstmaß an Transparenz gesichert sein.

In der letzten Sitzung kommen die Parteivertreter zu unterschiedlichen Ergebnissen über die Verantwortung für das Scheitern. Von Seiten der CDU werden Vorwürfe gegen das WIB und seinen Chef Märtin erhoben, dem Verbindungen zur SPD nachgesagte werden. Allerseits kritisiert wurden die Probleme bei der Vergabe und die Frage von Doppelmandaten von Entscheidungsträgern.

27. September

In Brand hat der Bau des Prototyps für das Schwerlast-Luftschiff Cargolifter begonnen. Auf einem 262 Meter langen und fast vier Meter breiten Schneidetisch wurde mit dem Schneiden der Hüllen begonnen. Das Luftschiff soll 2004 zur ersten Fahrt aufbrechen.

28. September

In Oberschöneweide ist die öffentliche Anhörung im Verlauf des Planfeststellungsverfahrens für den BBI abgeschlossen worden. Im Herbst soll die unterbrochene Anhörung der Träger öffentlicher Belange fortgesetzt werden. Die BBF hofft, daß die gesamte Anhörung bis zum Jahresende abgeschlossen werden kann.

30. September

Die Bilanz:

1 225480 Passagiere (-8,2) und 19405 Bewegungen (-8)

Tegel: 938433 Passagiere (-7,4) und 11 706 Bewegungen (-1,2)

Tempelhof: 71 484 Passagiere (-1,2) und 4 184 Bewegungen (-6,1)

Schönefeld: 215563 Passagiere (-13,6) und 3515 Bewegungen (-26,5).

1. Oktober

Das Bundeskartellamt gibt den Einstieg der Lufthansa bei Eurowings frei. Als Bedingung wurde genannt, daß beide Airlines Strecken für den Mitbeweber European Air Express freigeben müssen. Außerdem müssen beide Airlines Slots auf einigen Flughäfen abgeben.

Lufthansa und Deutsche BA erheben einen Sonderzuschlag von allen Passagieren, und zwar je acht Dollar für jeden Streckenabschnitt. Die Zuschläge werden mit den gestiegen Sicherheitsaufwendungen begründet.

11Oktober

Die Berliner Parteien erklären in einer Befragung vor der Wahl im Tagesspiegel ihr Verhalten in der Flughafen-Politik: Klaus Wowereit für die SPD sagt, er halte am Konsensbeschluß mit allen Konsequenzen fest und sei für die termingerechte Verwirklichung des BBI. Frank Steffel für die CDU ist für den BBI ohne Abstriche und für einen Erhalt Tempelhofs. Gregor Gysi für die PDS hat Zweifel am richtigen Standort für den BBI und fordert die Schließung Tempelhofs. Für die Grünen erklärt Sibyll Klotz, sie sei gegen einen Großflughafen und für einen leistungsfähigen Airport mit verbessertem Umweltschutz, sowie für die Schließung Tempelhofs. Günter Rexrodt sagt für die FDP, Berlin benötige dringend einen funktionstüchtigen Großflughafen, und Tempelhof solle erhalten bleiben. Beide Airports als Kombination ergäben ein attraktives Angebot.

21. Oktober

Die Berliner Abgeordnetenhauswahl endet mit starken Verlusten der CDU und Gewinnen für SPD und PDS, bei leichten Verlusten der Grünen Die FDP ist wieder im Abgeordnetenhaus vertreten. Nach dem Ergebnis hat rot-grün keine Mehrheit. Diskutiert wird eine Ampelkoalition oder ein Bündnis rot-rot.

23. Oktober

Die Stadtverordnetenversammlung von Königs Wusterhausen hat den Bebauungsplan für den neuen Ortsteil für die Diepenseer Umsiedler genehmigt. Damit ist der Weg für die Umsiedlung frei.

24.Oktober

Iran Air stellt ihre Verbindung von Berlin-Tegel nach Teheran ein.

27.Oktober

Der Winterflugplan. Im klassischen Linienverkehr insgesamt 1 463 Flugpaare pro Woche. In Tegel operieren 31 Liniengesellschaften mit wöchentlich 1 099 Flugpaaren zu 40 Zielen (Davon Ausland 32). Neu erscheint die rumänische Tarom mit Flügen nach Bukarest (Umzug aus Schönefeld) und nach Kopenhagen. Lufthansa streicht die Flüge nach Amsterdam, Helsinki und Moskau und verlegt die Flüge nach Hamburg nach Tempelhof. In Tempelhof operieren 13 Fluggesellschaften, die wöchentlich 304 Flugpaare zu 18 Zielen anbieten (Davon 4 im Ausland). Neu Augsburg Airways für Lufthansa nach Hamburg, Hahn Air nach Friedrichshafen und RAS nach Siegen und Sylt (operiert von Avanti Air). Die Paderborn-Flüge und die Flüge nach Münster werden von City Air ausgeführt. In Schönefeld operieren 12 Fluggesellschaften, die 13 Ziele (Alle Ausland) ansteuern und wöchentlich 60 Flugpaare anbieten. Neu fliegt Syrian Arab nach Wien, Air Algerie stellt die Flüge ein, Tarom zieht nach Tegel um.

Auf dem Flughafen Dresden werden zum Winterflugplan wöchentlich 218 Flugpaare angeboten zu 13 Zielen von zehn Airlines. Neu sind Flüge nach Münster und nach Augsburg.

29.Oktober

Der Lufthansa-Bevollmächtigte in Berlin, Ekkehard Tschirner, erklärt in einem Interview, angesichts der gegenwärtigen Krise könne nicht spekuliert werden, wann die USA-Verbindung

wieder aufgenommen wird. ,,Jetzt geht es ums Ganze“, um 70 000 Arbeitsplätze bei Lufthansa, davon 4 500 in Berlin-Brandenburg.

30.Oktober

Die PPS verlängert die sogenannte Aufkläwngsfrist für das Konsortium Hochtief/IVG zur Modifizierung ihre Kaufangebots bis zum 30. November.

Der Verkehrsexperte an der Berliner TU, der Gastprofessor W. Legat, plädiert in einem Artikel im Tagesspiegel für den Flughafen-Neubau in eigener Regie durch die BBF. Er erklärt, man ,,verkauft nichts, mit dem man selbst Geschäfte machen kann“.

Der Germania-Geschäftsführer Dr. Hinrich Bischoff teilt Einzelheiten der geplanten Linienflüge nach Frankfurt mit zu einem Preis von 99 Euro für den einfachen Flug (Inklusive aller

Gebühren) ohne jeden Bordservice. Start 12.11 .mit 23 Flugpaaren pro Woche.

Bilanz:

1100497 Passagiere (-15,5) und 19 804 Bewegungen (-2,2).

Tegel: 847454 Passagiere (-15) und 11 740 Bewegungen (-0,7)

Tempelhof: 68 610 Passagiere (-1,4) und 4 318 Bewegungen (+2,2).

Schönefeld: 184433 Passagiere (-21,7) und 3 746 Bewegungen(-10,7).

1.November

Die deutschen Reiseveranstalter kündigen die Einführung von Sicherheitszuschlägen mit sofortiger Wirkung an zwischen zehn und 18 Euro.

7.November

Die Sabena muß den Betrieb einstellen und den Konkurs anmelden. Alle Auslandsflüge werden gestrichen. Betroffen auch die Flüge nach Tempelhof. Diese Verbindung wird wenige Tage später von der Sabena-Tochter DAT übernommen und planmäßig beflogen.

10. November

Die Lufthansa senkt als Reaktion auf die angekündigten Frankfurt-Flüge der Germania ihren Hin- und Rückflugtarif um 525 DM und fordert nun für den einfachen Flug rund 90 Euro. Die Germania senkt ihren Tarif von bisher 99 Euro für den einfachen Flug auf 55 Euro und ruft das Bundeskartellamt an und erklärt, Lufthansa betreibe einen Verdrängungswellbewerb.

12.November

Germania eröffnet ihre Frankfurt-Flüge zum Preis von 55 Euro für den einfachen Flug.

African Safari veranstaltet wieder Charterflüge von Schönefeld nach Mombasa, alle 14 Tage mit einer DC 10.

Im Zuge des Planfeststellungsverfahrens für den BBI beginnt die zweite Phase der Anhörungen der Träger öffentlicher Belange, die im Mai zunächst unterbrochen worden war. Auf dem Programm steht die Anhörung von nunmehr noch 77 Bedenkenträgern.

14.November

Die Lufthansa teilt mit, daß möglicherweise noch mehr Flugzeuge stillgelegt werden müßten, da im Gesamtnetz zur Zeit etwa 30000 Passagiere täglich weniger befördert werden. Dies bedeutet einen täglichen Umsatzverlust von zehn Millionen Euro.

Die Berliner Senatskanzlei lehnt Pläne des sächsischen Wirtschaftsministerium ab, die ostdeutschen Flughäfen einschließlich der Berliner Airports zu einer gemeinsamen Holding zusammen zu fassen. Die Gesellschafter, so wird erklärt, halten an der Planung für den Bau des BBI fest.

15.November

Der seit 1987 eingesetzte Rettungshubschrauber ,,Christopher 31″ wird außer Dienst gestellt und durch einen neuen Heli vom Typ Eurocopter EC 135 ersetzt. Der Hubschrauber wird vom ADAC betrieben.

Die Stadtverordneten von Eberswalde billigen den Verkauf aller Anteile der städtischen Flughafengesellschaft Tower Finow GmbH an ein privates Konsortium Wirtschafts- und Verkehrszentrum GmbH . Das Unternehmen will den Flugplatz Finow zu einem Verkehrslandeplatz mit Gewerbegebiet ausbauen. Kommunale Zuschüsse soll es nicht mehr geben.

18.November

Nach einem Bericht des Magazins Focus plant die Germania den Kauf der Deutschen BA.

19.November

Auf eine PDS-Anfrage erklärt die Bundesregierung zur möglichen Verlagerung von Flugverkehr auf die Schiene, daß selbst im Falle der Verlagerung des gesamten innerdeutschen Flugverkehrs von und nach Berlin auf die Schiene der Flughafen Schönefeld ohne Ausbau zum BBI nicht ausreichen würde, falls dann auch noch Tegel und Tempelhof geschlossen würden. Der Bau des BBI sei daher unverzichtbar. Ein Alternativstandort Stendal wird abgelehnt.

20.November

Der IVG-Vorstand Eckart John erklärt, das Konsortium diskutiere mit der PPS wieder die Einführung einer Fluggast-Sondergebühr von zehn DM zur Mitfinanzierung des BBI. Eine Einigkeit sei aber noch nicht erzielt worden. Der PPS-Geschäftsführer Michael Pieper erklärt, eine solche Gebühr komme nicht infrage. Er sei über die Äußerungen irritiert.

24.November

Eine RJ 100 der Crossair stürzt auf dem Fluge von Berlin-Tegel nach Zürich kurz vor der Landung ab und zerschellt. 24 der 33 Insassen werden getötet. Spätere Ermittlungen ergeben, daß die Maschine zu tief angeflogen ist und Bäume gestreift hat.

28.November

In den Koalitionsverhandlungen besteht noch keine Klarheit, wie das Projekt BBI finanziert werden könnte, falls die Privatisierung scheitern sollte.

Der Sprecher des Bundesverkehrsministeriums, Michael Zirpel, widerspricht Berichten, daß der Bund den Flughafen Tegel offen halten wolle auch nach Fertigstellung des BBI. Er erklärt, der Bund halte an dem Konsensbeschluß fest.

30.November

Das Bieterkonsortium Hochtief/IVG hat fristgemäß das modifizierte Angebot zur Privatisierung der BBF vorgelegt. Erste Berichte besagen, daß das Angebot in Luftfahrtkreisen mit Bestürzung aufgenommen worden sei, weil der Kaufpreis noch immer zu niedrig sei, zudem soll erneut die Frage einer Sondergebühr für Fluggäste Aufgeworfen worden sein. Die PPS muß das Angebot nun prüfen und dem Aufsichtsrat und den Gesellschaftern eine Empfehlung geben.

Die Cargolifter AG hat durch die Ausgabe neuer Aktien rund 34,1 Millionen Euro eingenommen. Bis Ende März 2002 ist ein neuer Kapitalzuschuß nötig.

Die Bilanz für November:

884739 Passagiere abgefertigt (-15,1>

und 17234 Bewegungen (-9,8).

Tegel: 723494 Passagiere (-15,2) und 10477 Bewegungen (-10).

Tempelhof: 59563 Passagiere (-8,9) und 4259 Bewegungen (+2,7).

Schönefeld: 101 682 Passagiere (-18,1) und 2 498 Bewegungen(-24,8).

1.Dezember

Die Lufthansa stellt die Flüge zum London City-Flughafen ein.

2.Dezember

Die Germania meldet für die ersten zwei Wochen ihrer Frankfurt-Linienflüge bereits eine Auslastung am Tagesrand und am Wochenende von mehr als 60 Prozent.

3.Dezember

Die Germania bietet nun auch auf ihrem Beamten-Shuttle zwischen Tegel und Köln/Bonn freie Plätze auf dem freien Markt zum Preis von 55 Euro für den einfachen Flug an.

Der Aufsichtsrat der PPS erteilt der Geschäftsführung den Auftrag, das modifizierte Angebot des Konsortiums eingehend zu diskutieren und dem Aufsichtsrat binnen zwei Monaten einen abschließenden Bericht vorzulegen.

Eine Fokker 27 der SkyTeam, die für CityAir die Strecke Münster – Tempelhof befliegt, erleidet einen Reifenschaden bei der Landung in Tempelhof. Das Bugrad fällt aus. Die Piste mußte eine Stunde für die Bergungsarbeiten geschlossen werden. Von den 11 Insassen wurde niemand verletzt.

4.Dezember

Die Verhandlungen zur Bildung einer Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen platzen. Die SPD will nun unverzüglich Koalitionsverhandlungen mit der PDS beginnen.

Die EU-Finanzminister einigen sich, die staatlichen Haftungsgarantien für die Fluggesellschaften um drei Monate zu verlängern. Die deutschen Airlines können aber die Garantien nicht unentgeltlich erhalten im Gegensatz zu anderen EU-Staaten, wo dies der Fall ist.

5.Dezember

Eine AVRO RJ 85 der belgischen Delta meldet vor der Landung aus Brüssel in Tempelhof einen Defekt am Klappensystem und wir vorsichtshalber nach Tegel umgeleitet, weil dort die Landebahn länger ist. Die Landung verläuft glatt. An Bord waren 14 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder.

6.Dezember

Das BARIG kritisiert die Kostenbelastung auf den deutschen Flughäfen. Verlangt wird, daß vor einer Veränderung der verschiedenen Gebühren ein vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegebenes Grundsatzgutachten abgewartet wird.

7.Dezember

Die Deutsche Bahn wirft der Germania Preisdumping auf der Route von Berlin nach Frankfurt vor und verlangt eine wettbewerbsrechtliche Prüfung des Preisverhaltens der Germania.

8.Dezember

Der Tagesspiegel berichtet, daß die Investoren nunmehr von einer geringeren Zunahme des Passagierverkehrs in Berlin ausgehen und den Betriebsbeginn des BBI auf 2011 verschieben wollen. SPD und PDS gehen in ihren Koalitionsverhandlungen aber weiter davon aus, daß der Betriebsbeginn wie vorgesehen im Jahr 2007 geplant ist.

Unterdessen werden trotz Geheimhaltung Einzelheiten des neuen Angebots von Hochtief/IVG bekannt. Wie es heißt, wollen die Investoren nunmehr 250 Millionen DM für die BBF zahlen, allerdings sollen davon 200 Millionen von der EU beigesteuert werden. Eine Sondergebühr soll sofort nach Vertragsabschluß erhoben werden von zunächst fünf und später 9.50 Euro, Unter Berücksichtigung der vom Konsortium geforderten Verschiebung der Betriebsaufnahme des BBI auf 2011 würde diese Gebühr bedeuten, daß das Konsortium bis 2011 insgesamt eine Milliarde DM kassieren würde. Das Angebot wird weithin als undiskutabel abgelehnt.

9.Dezember

In den Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und PDS wird das Thema BBI diskutiert. Die PDS in Berlin schwenkt um und will sich nun auch für den Bau des BBI einsetzen. Das löst in Brandenburg bei den Flughafengegnern heftige Empörung aus.

10.Dezember

Nach der heftigen Kritik erklärt die verkehrspolitische Sprecherin der PDS, Jutta Matuschek, die PDS in Berlin habe nicht dem Bau des BBI zugestimmt, sondern nur der Fortsetzung des Planfeststellungsverfahrens. Eine Verpflichtung zum Bau sei damit nicht gegeben.

Die BBF erklärt, eine Verschiebung der Inbetriebnahme des BBI auf das Jahr 2011 komme nicht infrage. An dem Termin 2007 werde festgehalten.

Bei der Anhörung zum BBI räumt der Gutachter Gerd Jansen – von der FBS beauftragt – ein, daß mindestens 30 Kinder- und Jugendeinrichtungen in unmittelbarer Umgebung des BBI geschlossen werden müßten, weil Spielen im Außenbereich nicht mehr möglich sein werde aus Lärmgründen.

Bundeskanzler Schröder erklärt in einer Lufthansa-Betriebsversammlung, die Bundesregierung werde keine Gebühren für die vorübergehende Übernahme des Versicherungsschutzes von Flugzeugen erheben.

Das BAR IG protestiert gegen eine zum 1. Januar angekündigte Erhöhung der Entgelte auf dem Frankfurter Flughafen von rund 3,2 Prozent.

11.Dezember

Die PDS läßt die Koalitionsvereinbarungen mit der SPD über den BBI kursieren, um die Genossen vor allem in Brandenburg zu beruhigen. Wie bekannt wird, soll in der Vereinbarung das Wort Schönefeld gar nicht enthalten sein.

Die Anhörung für den BBI im Zuge des Planfeststellungsverfahrens ist beendet. Das Brandenburger Amt für Bauen, Verkehr und Straßenwesen muß nun das Material auswerten und einen Abschlußbericht an die Planfeststellungsbehörde, das Brandenburger Verkehrsministerium, weiterleiten.

12.Dezember

Wie bekannt wird, muß die PPS eine Reihe weiterer Gutachten zur Lärmbelästigung, zur Beseitigung von Altlasten und eine Umweltverträglichkeitsprüfung nachreichen. Eine entsprechende Forderung will das Landesamt für Bauen, Verkehr und Straßenwesen erheben als Konsequenz aus dem Anhörungsverfahren.

Die Lufthansa hat mitgeteilt, daß sie an der ITB im März 2002 nicht teilnahmen werde. Als Gründe werden die hohen Kosten genannt, die die Lufthansa nach den Ereignissen des 11. Septembers nicht mehr aufbringen wolle. Zuvor hatte schon Thomas Cokk angekündigt, aus finanziellen Gründen der ITB fernbleiben zu wollen.

14.Dezember

Der Aufsichtsrat der BBF verlängert das Mandat für Dr. Götz Herberg als Vorsitzenden der Geschäftsführung um ein Jahr und ernennt Jörg Rommerskirchen zum BBF-Geschäftsführer Personal/Arbeitsdirektor. Er wird sein Amt am 16. Februar 2002 antreten. – Der Aufsichtsrat ermächtigte die Geschäftsführung ferner, die BBF-Anteile an Globeground Berlin zu verkaufen.

17.Dezember

Die Germania berichtet, die Auslastung auf den Linienflügen von Berlin-Tegel nach Frankfurt habe die 65 Prozent überschritten. Zum 1.1.2002 werde der Flugpreis, wie ursprünglich geplant, 99 Euro für den einfachen Flug inklusive aller Gebühren betragen.

Berichte, daß Dornier Seawings plant, auf dem Brandenburger Flugplatz Briest ein Werk zum Bau des Amphibiums Seastar zu errichten.

21.Dezember

Der Koalitionsvertrag zwischen SPD und PDS ist unterschriftsreif. Wörtlich heißt es: „Die Koalitionspartner bekennen sich zur zügigen Realisierung eines internationalen Verkehrsflughafens. Das Planfeststellungsverfahren wird fortgesetzt. Die jüngste Rechtsprechung des OVG Brandenburg ist zu berücksichtigen, einschließlich einer korrekten Abwägung. Der Flughafen Tempelhof soll mit rechtskräftigem Planfeststellungsbeschluß für den BBI, der Flughafen Tegel mit Inbetriebnahme des BBI geschlossen werden“.

27.Dezember

Die Lufthansa gibt ihre Flüge von Tegel nach Bremen auf. Die Strecke nach Bremen wird von der OLT übernommen, die von Tempelhof aus startet und zweimotorige Turboprops vom Typ Metro einsetzt.. – Hahn Air, die seit dem Winterflugplan von Tempelhof nach Friedrichshafen fliegt, ebenfalls mit der Metro, erhöht ihr Angebot auf eine Tagesrandverbindung.

Alpi Eagle stellt Flüge nach Venedig ein.

31.Dezember

Air Berlin hat 2001 erfolgreich abgeschlossen. Befördert wurden 5,5 Millionen Passagiere, 33,5 Prozent mehr als 2000. Der Umsatz stieg von 796 Millionen DM auf 1,1 Milliarden DM.

Eurowings beförderte 2001 insgesamt 3,5 Millionen Fluggäste, 11 Prozent mehr als 2000. Im Inlandverkehr konnte die Airline sogar doppelt so viele Passagiere befördern wie im Vorjahr.

Bilanz Berlin-Verkehr im Dezember

Abgefertigt insgesamt 721

913<- 15,7) Passagiere. Zahl der Bewegungen verringerte sich um 12,5 Prozent auf 13751.

Tegel: 598 160 Passagiere (-14,9) und 8773 Bewegungen (-10,8)

Tempelhof: 44212 Passagiere (-21,8) und 3040 Bewegungen (-9,3>

Schönefeld: 79541 Passagiere (-18) und 1 936 Bewegungen (-23,6).

Bilanz im Berlin-Verkehr 2001:

12598892 Passagiere (-5,3) und 221 005 Bewegungen (-4,8)

Tegel: 9 909453 Passagiere (-4,2) und 131 631 Bewegungen (-2,0).

Tempelhof: 774329 Passagiere (+2,2) und 48927 Bewegungen(-1,8).

Schönefeld: 1 915 110 Passagiere (-13,3) und 40447 Bewegungen(-15,8).

Bilanz 2001 der 18 internationalen deutschen Verkehrsflughäfen

(Berlin dreifach gezählt):

140640493 Passagiere (-2,5) und 2098792 Bewegungen (-2,4).

Bilanz 2001 der 19 regionalen deutschen Verkehrsflughäfen:

3679 197 Passagiere (+0,4) und 587307 Bewegungen (+0,9).

Advertisements

Diskussionen

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: